Hausärztemangel nicht nur im Wipptal

Hausärzte bevorzugen Städte – Peripherie nicht attraktiv

Dienstag, 03. Juli 2018 | 13:06 Uhr

Sterzing – Durch den Abgang von zwei Hausärztinnen im Einzugsgebiet Wipptal steht der Gesundheitsbezirk Brixen vor der Herausforderung der Neubesetzung dieser Stellen. “Kein leichtes Unterfangen angesichts der Tatsache, dass immer weniger Ärzte sich der Allgemeinmedizin widmen und stattdessen Spezialisierungen anstreben”, so der Sanitätsbetrieb.

Frau Dr. Berta Marcher, die seit Juli 2017 als provisorisch beauftragte Hausärztin in der Gemeinde Freienfeld tätig war, wird demnächst eine definitive Beauftragung als Hausärztin im Gesundheitsbezirk Bruneck annehmen. Dadurch endete ihr Auftrag im Gesundheitsbezirk Brixen am 30. Juni 2018. Nur einen Monat später wird Frau Dr. Hildegard Ralser, die mittlerweile seit 28 Jahren ihren Dienst als Hausärztin in der Gemeinde Brenner versieht, ihren wohlverdienten Ruhestand antreten.

“Bereits seit Monaten werden im Gesundheitsbezirk Brixen eine Reihe von Maßnahmen ergriffen, um diese personellen Abgänge möglichst zeitnah nachzubesetzen, damit für die Bevölkerung des Wipptales die Betreuungskontinuität vor Ort gewährleistet werden kann und den Bürgern wiederholte und zeitaufwendige Arztwahlen erspart bleiben. Vom Abgang von Frau Dr. Marcher wurde der Gesundheitsbezirk Brixen am 26. April 2018 durch die Hausarztstellenwahl 2018 informiert. Für die fünf freien Stellen im Sprengel Wipptal fanden sich jedoch keine Bewerber”, heißt es in einer Aussendung.

So wurden sämtliche Ärzte in allen zur Verfügung stehenden Rangordnungen für die Vertretung von Frau Dr. Marcher – ehemalige Patienten von Dr. Wilhelm Seppi – angeschrieben. Mit eventuellen Interessenten wurden auch persönliche Gespräche geführt. Es konnte jedoch kein provisorischer Auftrag vergeben werden, um Übertragung der Patienten von Frau Dr. Marcher von Amtswegen vorzunehmen und ihnen damit unnötiges Warten bei der Arztwahl zu ersparen.

In einem gemeinsamen Treffen mit Vertretern des Gesundheitsbezirkes Brixen und den niedergelassenen Ärzten des Einzugsgebietes Wipptal, haben sich vier Hausärzte, zum Wohle der Patienten, bereit erklärt, ihre Patientenanzahl vorübergehend zu erhöhen, um damit den sich abzeichnenden Versorgungsengpass zu überbrücken. Die Patienten können sich seit 2. Juli mittels Arztwahl für einen dieser vier Ärzte entscheiden.

Mittlerweile sei es auch gelungen, mit Interessenten für die freiwerdende Stelle von Frau Dr. Hildegard Ralser konkrete Gespräche  zu führen, sodass eine Nachbesetzung in den nächsten Monaten wahr­scheinlich ist, so der Sanitätsbetrieb.

Aufgrund des allgemeinen Hausärztemangels können derzeit auf Landesebene 85 Hausarztstellen nicht besetzt werden.

Auch zeichnet sich der landesweite Trend ab, wonach die Attraktivität für Hausarztstellen, vor allem in den größeren Gemeinden wie Bozen, Meran, Brixen und Bruneck gegeben ist, während für die Besetzung von Stellen in der Peripherie und den entlegenen Tälern, nicht zuletzt aufgrund der aufwendigeren Erreichbarkeit der Patienten, kaum Interesse besteht.

Von: luk

Bezirk: Bozen, Wipptal

Kommentare

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2 Kommentare auf "Hausärzte bevorzugen Städte – Peripherie nicht attraktiv"


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wellen
wellen
Superredner
15 Tage 8 h

In Brixen haben Hausärzte angeblich noch freie Plätze!

Rechner
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Tratscher
14 Tage 22 h

Nein der Schael hat schuld. Oder besser noch die Svp. Sie hätten die Ärzte ja nur zwingen müssen!

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