Von: APA/Reuters
Die Straße von Hormuz ist nach Angaben der iranischen Revolutionsgarden gesperrt. Der Iran werde jedes Schiff unter Beschuss nehmen, das versuche, die Meerenge zu passieren, erklärte der Chef der Eliteeinheit. Der Schritt dürfte weitreichende Folgen auf die weltweite Energieversorgung haben: Nach Angaben des Analysehauses Vortexa wird etwa ein Fünftel des weltweiten LNG-Aufkommens über die Meerenge zwischen dem Oman und dem Iran transportiert.
Einer Analyse zufolge werden durch die Sperre vor allem die LNG-Exporte nach Europa und Asien massiv beeinträchtigt. Mehrere Reedereien, Ölkonzerne und Handelshäuser setzten Insidern zufolge ihre Fahrten aus, nachdem die USA und Israel den Iran angegriffen hatten und die Regierung in Teheran die Meerenge für gesperrt erklärt hatte. “Es gibt keine freien Kapazitäten auf dem LNG-Markt, sodass die Unterbrechung sofort und immens sein könnte”, sagte Claire Jungman von Vortexa.
Für Europa sehen die Analysten erhebliche Risiken. Die Erdgasspeicher in der Europäischen Union lägen 35 Prozent unter dem Fünf-Jahres-Durchschnitt und damit auf dem niedrigsten Stand seit der Energiekrise 2022. Es gebe kaum Puffer gegen einen großen Angebotsschock, warnte Jungman.
Asiatische Käufer besonders betroffen
Besonders betroffen wären jedoch asiatische Käufer, da mehr als 90 Prozent der LNG-Ausfuhren Katars die Straße passieren müssen. Dies entspreche 25 Prozent der gesamten asiatischen und 30 Prozent der chinesischen LNG-Versorgung. Sollten die Lieferungen aus Katar – dem zweitgrößten LNG-Lieferanten der Welt – ausfallen, trage Asien die Hauptlast, da 80 Prozent der Ladungen dorthin gingen. Am stärksten gefährdet seien China, Indien, Taiwan und Südkorea.
Die Auswirkungen seien in der Region bereits spürbar: Israel habe die Exporte nach Ägypten ausgesetzt, und Katar habe seine LNG-Produktion gestoppt, hieß es. Außerdem seien die iranischen Gaslieferungen in die Türkei gefährdet.




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