Von: luk
Bozen/Rimini – Vom ersten Kaffee am Morgen bis zum abendlichen Cocktail. Die Bar ist jener zentrale Ort, wo Menschen tägliche Gewohnheiten leben und Momente des Zusammenkommens erleben. Davon berichtete die FIPE-Confcommercio, deren lokale Vertretung der HGV in Südtirol ist, auf der Fachmesse SIGEP 2026 in Rimini.
Die FIPE-Studie auf Basis von Tradelab-Daten zeichnet dabei das Bild eines Sektors, der im Jahr 2025 nahezu 6 Milliarden Besuche und einen Umsatz von 23,8 Milliarden Euro erzielt hat. Damit bestätigen die Schankbetriebe ihre zentrale Rolle als sozialer Treffpunkt und als Wirtschaftssektor. Hervorzuheben ist dabei die flächendeckende Präsenz der 152.000 Bars auf dem gesamten Staatsgebiet: Drei von vier italienischen Gemeinden verfügen über mindestens eine Bar – einen Betrieb, der im Durchschnitt 14 Stunden täglich und in manchen Fällen sieben Tage die Woche geöffnet ist.
Die durchgeführte Studie bestätigt, dass die Bar eine der wichtigsten wohnortnahen Dienstleistungen darstellt und für die Mehrheit der Italiener − sowohl in den Städten als auch in den Dörfern − eine Einkehr eine unverzichtbare Pause im Tagesablauf darstellt.
Neben ihrer kulturellen und sozialen Bedeutung ist die Bar bzw. das Café auch ein starker Wirtschaftsfaktor. Der Sektor beschäftigt italienweit 367.900 Personen, davon 284.606 Angestellte, mit einem hohen Frauenanteil (58,9 Prozent) und einem starken Anteil junger Menschen (41,3 Prozent unter 30 Jahren) sowie einem signifikanten Anteil ausländischer Arbeitskräfte (20,8 Prozent). Mehr als die Hälfte der Beschäftigten (57,5 Prozent) ist unbefristet angestellt. Dies ist ein Beleg dafür, dass der Sektor weiterhin stabile Arbeitsplätze und Integrationsmöglichkeiten bietet. Diese Zahlen sind im Zeitraum von 2023–2025 gestiegen. Die Unternehmensstruktur ist stark dezentral, lokal verankert und unabhängig: 148.830 der 152.000 Bars sind unabhängige und familiengeführte Betriebe, während lediglich 3.820 zu Ketten gehören.
Bars und Cafés sind nicht nur wirtschaftliche Betriebe, sondern Orte der sozialen Begegnung und der Identität. „Sie aufzuwerten bedeutet, in erster Linie, die Lebensqualität in unseren Orten und Fraktionen zu erhalten und den sozialen Austausch zu ermöglichen. Deshalb ist es wichtig, weiterhin Gastbetriebe, welche die gastgewerbliche Nahversorgung in unseren Dörfern sichern, zu unterstützen und diese Förderung auch auszubauen“, sind HGV-Präsident Klaus Berger und Thomas Geiser, Vorsitzender der Arbeitsgruppe „Bar und Restaurants“ im HGV, überzeugt.




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