AFI-Barometer Winter 2018/2019

Kommt 2019 die Lohnerhöhung?

Donnerstag, 24. Januar 2019 | 10:48 Uhr

Bozen – 18 Prozent der Südtiroler Arbeitnehmer rechnen im laufenden Jahr mit einer Gehaltserhöhung. Von diesen bauen 71 Prozent auf persönliche Gehaltsverhandlungen – vorwiegend Männer. Frauen vertrauen mehr auf Kollektivvertragsverhandlungen. Perspektiven, die für AFI-Präsidentin Christine Pichler keinesfalls zufriedenstellend sind.

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Im Sonderteil des aktuellen AFI-Barometers wollte das Institut von Südtirols Arbeitnehmern in Erfahrung bringen, ob sie in den nächsten zwölf Monaten mit einer Lohnerhöhung rechnen, wie diese zustande kommt und wie hoch diese gegebenenfalls ausfällt.

Jeder fünfte Arbeitnehmer rechnet mit Lohnerhöhung

Von zehn Südtiroler Arbeitnehmern rechnen zwei (18 Prozent) mit einer Gehaltserhöhung im Jahr 2019, zwei (20 Prozent) wissen nicht, ob sie ihnen gewährt wird und die übrigen sechs (62 Prozent) glauben nicht, dass ihr Verdienst aufgebessert wird. Dabei sind Männer im Allgemeinen optimistischer als Frauen. Die Optimisten kommen vor allem aus der Bauwirtschaft und dem Verarbeitenden Gewerbe, also aus zwei Branchen mit starker Männerpräsenz. Auch sehen jüngere Arbeitnehmer eher eine Chance auf Gehaltserhöhung als ältere.

Der Großteil vertraut auf die direkte Verhandlung mit dem Chef

Das AFI-Winterbarometer hat sich zunächst die „Optimisten“ näher angesehen, d.h. jene von den befragten Arbeitnehmern, die eine Gehaltserhöhung erwarten oder für möglich halten. Dabei traten bemerkenswerte Ergebnisse zutage.

Jeder zweite „Optimist“ rechnet mit einer Aufbesserung zwischen zwei und vier Prozent, jeder vierte schätzt unter zwei Prozent und jeden zehnte (acht Prozent) zwischen vier und sechs Prozent. Fast jeder Fünfte (18 Prozent) glaubt sogar, eine Gehaltserhöhung von mehr als sechs Prozent aushandeln zu können. Damit ist ein weiteres Merkmal dieser Gruppe vorgezeichnet: Für eine klare Mehrheit (71 Prozent) wird es auf die persönlichen Verhandlungen mit dem Chef ankommen und nur jeder Vierte ist davon überzeugt, dass Lohnerhöhungen über die Kollektivverhandlungen zustande kommen werden. Vier Prozent schließlich glauben, einen besseren Lohn mit einem Jobwechsel zu erreichen.

Eine wichtige Rolle in dieser „Optimisten“-Gruppe spielt das Geschlecht. 82 Prozent der Männer glauben an Eigenverhandlungen – nur 16 Prozent an Kollektivverhandlungen. Bei den Frauen hingegen baut nur jede zweite auf Eigenverhandlung, gut 40 Prozent vertrauen den Kollektivverhandlungen. Hier macht sich die unterschiedliche Beschäftigungsstruktur bemerkbar, denn fast 40 Prozent der weiblichen Arbeitnehmer in Südtirol sind im öffentlichen Dienst beschäftigt – ein Sektor, der Einzelverhandlungen nur schwer zulässt und somit das Antwortmuster mitbestimmt.

„Weil der Arbeitgeber am längeren Hebel sitzt“

Wie schaut es nun bei den „Pessimisten“ aus, also der Gruppe von Arbeitnehmern (62 Prozent), die in den nächsten zwölf Monaten nicht mit einer Gehaltserhöhung rechnen? Das AFI-Winterbarometer hat nachgefragt, aus welchen Gründen sie nicht an eine Lohnerhöhung glauben. Jeder zweite in dieser Gruppe sagt, der Arbeitgeber säße einfach am längeren Hebel. 32 Prozent der „Pessimisten“ führen die wirtschaftliche Lage des Betriebes ins Feld und bei jedem vierten liegt die letzte Erhöhung nur kurze Zeit zurück. 16 Prozent der „Pessimisten“ meinen, die allgemeine Wirtschaftslage sei zu schwach für Lohnerhöhungen und für 13 Prozent ist eine Gehaltserhöhung hinfällig, weil sie sich verändern wollen oder weil ihr Vertrag ausläuft.

„Wenn Arbeitnehmer in Südtirol einerseits sagen, sie verhandeln ihre Lohnerhöhung selbst und andererseits ganz viele meinen, mehr Lohn sei nicht drin, weil der Chef am längeren Hebel sitze, dann ist das ein akutes Alarmsignal. Wir Arbeitnehmervertretungen sind aufgerufen, noch entschiedener für höhere Löhne zu kämpfen“, erklärt AFI-Präsidentin Christine Pichler.

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Von: mk

Bezirk: Bozen

Kommentare

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13 Kommentare auf "Kommt 2019 die Lohnerhöhung?"


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kleinerMann
kleinerMann
Superredner
29 Tage 21 h

Nun, wer sich auf die Kollektivverhandlungen durch die Gewerkschaften verlässt – der ist verlassen !!! Selten so etwas sinnloses in unserer Zeit gesehen wie die Gewerkschaften . .

typisch
typisch
Universalgelehrter
29 Tage 19 h

Wenn sie nicht wären hätte man auch keine rechte mehr, wie bei der industrielln revolution

Ein Louter
Ein Louter
Grünschnabel
29 Tage 14 h

@typisch mog schun sein ober schaug amol zi insre nochbarn z.b österreich do redet man net van 10€ netto mehr do redet man va 10% mehr sem sein die gewerkschoften stork ober ba ins sem mogsch schaugn dasmo an inflationsausgleichkriagen wenniberhaup, meistens hoasts e das mir zi viel vodiant hom🙈

JingJang
JingJang
Tratscher
29 Tage 18 h

Nicht die höhe des Lohnes ist wichtig, sondern wieviel Prozent davon brauch ich zum Leben. Zum Beispiel in den 70er konnte ein Arbeiter alleine noch eine ganze Familie erhalten und noch eine Wohnung kaufen. Da mag umgerrechnet jemand zwar nur 400euro verdient haben, aber für Miete, Verpflegung und Nebenkosten kam man mit 150euro aus. Wer sparsam lebte konnte sich noch nach 10 jahren Arbeit eine Wohnung kaufen. Heute mag ein Arbeiter zwar 1.400euro verdienen, aber fürs Leben braucht so eine Familie schon Zuschüsse vom Land und eine Wohnung könnte er sich trotz sparen nie leisten.

kleinerMann
kleinerMann
Superredner
29 Tage 16 h

Wahre Worte bzw. guter Vergleich . .

Paul
Paul
Universalgelehrter
29 Tage 21 h

Nicht unter der SVP

So sig holt is
So sig holt is
Superredner
29 Tage 1 h

svp, Grüne, kölle und wia sie olle hoasen… wenn i uans im leben von dor Politik glernt hon isches hel, daas egal wer do an der Spitze sitz, es ändert sich sowieso nix brutal! wenn donn lei geringfügig oder langsam

ghostbiker1
ghostbiker1
Grünschnabel
29 Tage 17 h

wos mehr kregsch werd schun anderswo wieder abgezogen…

Mistermah
Mistermah
Kinig
29 Tage 18 h

Vergesst es. Zuvor kommt die nächste Krise

Lu O
Lu O
Grünschnabel
29 Tage 13 h

ja, die politiker hatten doch ihre lohnerhöhung 😆😆

es ist alles eine sauerei…

die politiker würden mit der hälfte auch noch leicht über die runden kommen… und di andere könnte man sonst wo einsetzen… in rom sitzen immer noch zu viele die durch nichts tun viel verdienen…

die arbeitnehmer schauen in die röhre und sollen noch alles bezahlen…

es knistert und es ist nur noch eine frage der zeit bis es kracht…

ich wäre für ein bindendes referendum über politikergehälter

ich84
ich84
Neuling
29 Tage 14 h

Wenn die Lohnerhöhung kommt sind zugleich auch mehr Abzüge. Die Spesen sind zu hoch dass ist das Problem. Sonst wären wir ja alle reich bis zur Rente. Der Staat mag keine Konkurrenz.

So sig holt is
So sig holt is
Superredner
29 Tage 1 h

sig i a so, doe stoot zwackt mit seine stuiern uanfoch zuviel ob… Einerseits muas dor orbeitgeber viel für an orbeiter zohlen, ondererseits werrt in Arbeitnehmer viel ogezochen.. a Sauerei

So ist das
So ist das
Universalgelehrter
29 Tage 13 h

Mit einer Gehaltserhöhung rechnen, heisst nicht, eine erhalten. 🙃

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