"Selbständigkeit ist ein wesentlicher Grundpfeiler menschlicher Würde"

Masatscher Sozialgespräche: “Soziales Grundeinkommen – eine Frage der Würde”

Dienstag, 02. April 2019 | 16:15 Uhr

Masatsch – Die Masatscher Sozialgespräche werden von der Lebenshilfe organisiert, um zu sozialpolitischen Themen auf möglichst breiter Basis Impulse zu setzen. “Heuer wenden wir uns dem Thema ‘Soziales Grundeinkommen – eine Frage der Würde’ zu”, so die Lebenshilfe.

“Selbständigkeit ist ein wesentlicher Grundpfeiler menschlicher Würde. Zur Selbständigkeit gehören auch eine sinnerfüllte Arbeit und die Verfügung über eigenes Geld. Gebraucht werden, die eigenen Fähigkeiten entfalten können, ein wertvolles Mitglied der Gemeinschaft sein: dies alles sind Erfahrungen von Würde. Arbeit schafft auch Würde im Sinne materieller Selbständigkeit. Ist Arbeit nicht möglich, sollen Menschen trotzdem über ein adäquates Maß an eigenen finanziellen Mitteln verfügen. Eine solche Grundsicherung zu garantieren, ist Aufgabe der Solidargemeinschaft. Man ist so nicht gezwungen, in Abhängigkeit und mit der ständigen Pflicht zu Dankbarkeit leben zu müssen. Kein Geld zu haben, bedeutet den Verlust von Selbständigkeit”, heißt es in einer Aussendung.

“In Südtirol besteht die finanzielle Unterstützung anspruchsberechtigter Personen aus einem Nebeneinander unterschiedlicher Transferleistungen auf verschiedenen Verwaltungsebenen (Provinz, Region, Staat). Viele Menschen, unter ihnen auch Menschen mit Beeinträchtigung, wenden sich mit ihren Gesuchen an verschiedenste Ämter, um sich am Ende aus mehreren Töpfen ein Einkommen zu sichern, von dem sie selbständig leben können. Nicht selten erleben die Betroffenen dabei Irrwege durch einen bürokratischen Dschungel, der mit Demütigungserlebnissen einhergeht. Außerdem fallen immer wieder einige Menschen durch die Maschen des sozialen Netzes und verfügen schlussendlich nicht über ein Einkommen, das ein selbständiges Leben garantiert”, so die Lebenshilfe.

“Wie können wir es im Rahmen unserer Südtiroler Autonomie schaffen, anspruchsberechtigten Menschen ein soziales Grundeinkommen zu sichern, dank dem ein selbständiges Leben möglich ist? Wie kann es gelingen, bestehende Transferleistungen zu einem sozialen Grundeinkommen zusammenzuführen und zusätzlich bestehende Lücken zu schließen? Wie können die Zugangsbedingungen zu einem sozialen Grundeinkommen im Sinne der Würde des Antragstellers erleichtert und bestehende Hürden abgebaut werden? Bei den Masatscher Sozialgesprächen 2019 werden von Referenten aus Südtirol, dem Trentino und Österreich vier Vorträge gehalten, die das Tagungsthema aus verschiedenen Blickwinkeln beleuchten. Am Nachmittag wird eine vom Dachverband für Soziales und Gesundheit moderierte ‘Denkwerkstatt’ stattfinden, um das Thema in Kleingruppen zu vertiefen, welches insbesondere auf dem Hintergrund der Einführung des ‘Bürgereinkommens’ durch die Regierung in Rom von größter Aktualität ist”, so die Lebenshilfe.

Die Tagung findet im Inklusionshotel Masatsch statt. Das Gebäude, welches heute das Hotel beherbergt, ist schon seit Jahrzehnten Heimat sozialer Projekte und somit ein idealer Platz für soziale Dialoge. Ein Drittel des Teams des Hotel Masatsch besteht aus Menschen, die aufgrund einer Beeinträchtigung Schwierigkeiten bei der Arbeitssuche hatten. Hier im Hotel sind sie als gleichwertige Mitarbeiter mit einem regulären Arbeitsvertrag angestellt.

Datum: Freitag, 5. April 2019
Ort: Inklusionshotel Masatsch, Konferenzsaal Cornell
Moderation: Karl Tragust
Simultanübersetzung: Alberto Clò
Gebühr für Teilnahme, Kaffeepause und Mittagessen:
40 Euro (zu überweisen nach Erhalt der Rechnung)
Bankverbindungen der Lebenshilfe:
Südtiroler Sparkasse Bozen AG: IT 47 B 06045 11607 000000346900
Raiffeisenkasse Bozen: IT 05 O 08081 11603 000303018512
Postkonto: IT 58 E 07601 11600 000015143399

Von: luk

Bezirk: Überetsch/Unterland

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1 Kommentar auf "Masatscher Sozialgespräche: “Soziales Grundeinkommen – eine Frage der Würde”"


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Kinig
16 Tage 11 h

wie schön Sich Alles umschreiben lässt.Wenn Jemand höchste Pu nktezahl ,an 1.Stelle für eine Sozialwohnung steht aber Jahre um Jahre vergeblich wartet und nicht mal Lebensminimum bekommt obwohl Arbeitsunfähig??

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