Von: luk
Bozen – Bei der heutigen Vollversammlung hat der Sennereiverband Südtirol auf ein insgesamt gutes Jahr 2025 für die heimische Milchwirtschaft zurückgeblickt. Trotz eines herausfordernden Marktumfelds entwickelten sich die Milchhöfe positiv weiter. Gleichzeitig stellen die aktuellen Entwicklungen mit hohem Marktdruck und stark steigenden Produktionskosten die Betriebe vor große Herausforderungen.
Die angelieferte Kuhmilchmenge stieg im vergangenen Jahr um 2,7 Prozent auf insgesamt 375 Mio. kg. Davon entfielen rund fünf Prozent auf Bio-Heumilch und knapp ein Viertel auf Heumilch. Auch wirtschaftlich zeigt sich ein positives Bild: Der Gesamtumsatz der Milchhöfe stieg auf 747,8 Mio. Euro. Die Milch wurde an zehn Betriebsstätten verarbeitet, die damit insgesamt 1.216 Arbeitsplätze sichern.
„Das Jahr 2025 hat gezeigt, dass unsere genossenschaftlich organisierte Milchwirtschaft auch unter schwierigen Rahmenbedingungen erfolgreich wirtschaftet. Besonders erfreulich ist, dass wir den Milchpreis für unsere Bäuerinnen und Bauern leicht steigern konnten“, betonte die Direktorin des Sennereiverbandes Annemarie Kaser bei der Vollversammlung.
Der Milchpreis bleibt ein zentraler Hebel für die Zukunft der Südtiroler Landwirtschaft. „Unsere Landwirte sind das Rückgrat der Milchwirtschaft und prägen unsere Kulturlandschaft maßgeblich. Ein stabiler und fairer Milchpreis ist entscheidend, um sie langfristig in der Produktion zu halten“, sagte die Direktorin. Die hohe Qualität der Südtiroler Milchprodukte stelle eine wesentliche Grundlage für den Markterfolg dar und sichere weiterhin eine stabile Nachfrage am Markt.
Erstmals zeigte sich die Südtiroler Milchwirtschaft nationalweit im Fernsehen. „In der Kampagne „Buono per davvero“ wurde die Südtiroler Milch einem breiten Publikum als das präsentiert, was sie ist – eine echte Geschichte mit echten Menschen. Das trägt wesentlich zur Sichtbarkeit und Wertschätzung unserer Produkte bei“, erklärte die Direktorin.
Mit Blick auf das laufende Jahr zeigt sich ein angespannteres Bild. Die Produktionskosten steigen rasant, insbesondere für Energie, Rohstoffe und Verarbeitung. Gleichzeitig verschärft sich der Wettbewerb im Handel. „Derzeit befinden wir uns in einer komplexen Situation. Der Druck vom Markt nimmt zu, während die Kosten steigen – diese Schere stellt eine große Herausforderung für die gesamte Branche dar“, stellte die Direktorin fest.
Der Sennereiverband Südtirol wird sich weiterhin konsequent für die Interessen der Mitgliedsbetriebe und der bäuerlichen Familien einsetzen. Ziel bleibt es, die Wettbewerbsfähigkeit zu sichern, die Qualität weiter zu stärken und die Zukunft der Südtiroler Milchwirtschaft nachhaltig zu sichern.
Engmaschiges Kontrollsystem
Ein zentrales Anliegen des Sennereiverbandes Südtirol ist seit jeher die Qualitätsgarantie. Als Dachorganisation der genossenschaftlichen Milchverarbeiter koordiniert er das engmaschige Kontrollsystem der gesamten Südtiroler Milchwirtschaft. „Qualität entsteht nicht zufällig – sie ist das Ergebnis konsequenter Arbeit entlang der gesamten Wertschöpfungskette. Genau hier setzen unsere Kontrollen an, von der Haltung und Fütterung der Tiere bis hin zum fertigen Produkt“, erklärte die Direktorin. Im abgelaufenen Milchwirtschaftsjahr analysierte das Labor des Sennereiverbandes knapp 730.000 Rohmilchproben und wertete dabei über fünf Millionen Einzelparameter aus. Zusätzlich führte es über 100.000 Kontrollen an Milchprodukten durch.
Beste Milch kommt aus St. Martin im Kofel/Latsch
Ein besonderes Beispiel für die hohe Qualität der Südtiroler Milch liefert der Unterköben-Hof von Erika und Alois Kaserer in St. Martin im Kofel/Latsch. Auf 1.750 Metern Meereshöhe bewirtschaftet die Familie fünf Hektar steile Wiesen und hält zehn Kühe. Die Milch kommt täglich mit der Seilbahn ins Tal, wo die Molkerei sie abholt.
„Unser Ziel war es immer, eines Tages die beste Milch im Land zu liefern – umso schöner ist es, dass wir es nun erreicht haben. Es braucht dafür viel Fleiß, aber auch ein bisschen Glück“, freute sich Erika Kaserer.




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