Gleichstellungsrätin stellt Jahresbericht 2017 vor

Mobbing am Arbeitsplatz nimmt zu

Montag, 07. Mai 2018 | 11:56 Uhr

 

Bozen – Seit November 2014 ist das Amt der Gleichstellungsrätin beim Südtiroler Landtag angesiedelt und eine der Ombudsstellen des Landes. Seit 2017 ist das Büro der Gleichstellungsrätin auch Geschäftsstelle des Südtiroler Monitoringausschusses für die Rechte von Menschen mit Behinderungen. Die Gleichstellungsrätin ist Anlaufstelle für Diskriminierungen am Arbeitsplatz aufgrund des Geschlechtes. In den letzten Jahren ist zudem die Anzahl von Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern, die sich aufgrund von Mobbing an die Gleichstellungsrätin gewandt haben, angestiegen.

Landtag/Seehauser

„Als Gleichstellungsrätin habe ich mich von Anfang an bemüht, ein landesweites Netzwerk aufzubauen, um eine Zusammenarbeit zu ermöglichen und die Aufgaben meines Amtes besser bekannt zu machen“, erklärt Michela Morandini, „die wachsende Zahl der Fälle zeigt, dass dieses Amt mittlerweile ein Bezugspunkt ist für alle, die am Arbeitsplatz diskriminiert werden.

Über das ganze Jahr verstreut hatte die Gleichstellungsrätin über 2000 Kontakte. Konkret wurden 308 Fälle bearbeitet, davon waren 30 % Informationsgespräche,  44 % Beratungen über einen längeren Zeitraum hinweg und 26 % Mediationen. Die Zahl an Mediationen zwischen Arbeitnehmerseite und Arbeitgeberseite steigt von Jahr zu Jahr an. Insgesamt ist die Anzahl an Fällen seit 2015 um 52.48 % angestiegen.

Betrachtet man die Sprachzugehörigkeit gehören 51 Prozent der deutschen Muttersprache, 37 Prozent der italienischen, 6 Prozent der ladinischen und weitere 6 Prozent anderen Sprachgruppen an.

Was die Bereiche, aus denen die Klientinnen und Klienten stammen angeht, kamen 152 Arbeitnehmer/-innen (60.08 %) aus dem öffentlichen Bereich, 36 (14.22 %) aus dem Bereich Handel, 25 (9.88 %) aus dem Bereich Gastgewerbe, 10 (3.95 %) aus dem Bereich Industrie, 5 (1.98 %) aus dem Bereich Handwerk und 25 (9.88 %) haben nur angegeben, aus der Privatwirtschaft zu kommen.

„Topthema“, auch 2017, mit dem sich die Klientinnen und Klienten an die Gleichstellungsrätin wenden Mobbing bzw. multiple Formen von Diskriminierungen. Fast 30 % der Personen, die eine Beratung bei der Gleichstellungsrätin in Anspruch nahmen hatten dieses Anliegen. Dem folgt das Thema der Vereinbarkeit von Familie und Beruf mit fast 26 Prozent. Die weiteren Themen, mit denen sich die Personen an die Gleichstellungsrätin gewandt haben waren Übergriffe und Stalking am Arbeitsplatz, Abbruch von Arbeitsverhältnissen, Veränderungen des Aufgabenprofils, Gehalt, Karriereentwicklung, Versetzungen und Zugang zu Fort- und Weiterbildungen.

Seit Jänner 2017 ist die Geschäftsstelle des Südtiroler Monitoringausschusses für die Rechte von Menschen mit Behinderungen bei der Gleichstellungsrätin angesiedelt. Der Monitoringausschuss setzt sich aus 5 Selbstvertreterinnen und Selbstvertretern, einer Fachperson aus dem Bereich Chancengleichheit und Antidiskriminierung und einer Fachperson aus dem wissenschaftlichen Bereich der Inklusion zusammen. 2017 wurden sechs interne und eine öffentliche Sitzung durchgeführt. Der Monitoringausschuss hat die Hauptaufgaben die Einhaltung der UN-Konvention für Menschen mit Behinderungen in Südtirol zu überwachen. Das Jahresthema 2017 war das Selbstbestimmte und inkludierte Leben von Menschen mit Behinderungen in Südtirol (Artikel 19 der UN-Konvention). 2017 wurden. Bei einer ersten öffentlichen Sitzung wurden die Anliegen und Bedürfnisse der direkt und indirekt Betroffenen erhoben. 2018 wird dann überprüft was konkret in Südtirol noch umgesetzt werden muss, damit Menschen mit Behinderungen selbstbestimmt wohnen können.

Der Tätigkeitsbericht kann von http://www.landtag-bz.org/de/gleichstellungsraetin.asp heruntergeladen werden.

Von: luk

Bezirk: Bozen

Kommentare

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13 Kommentare auf "Mobbing am Arbeitsplatz nimmt zu"


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Steinbock 1
Steinbock 1
Neuling
15 Tage 20 h

die Schleimer und hinterhältige kommen überall durch und werden noch gut bezahlt und werden noch als Vorgesetzten eingereiht

Mikeman
Mikeman
Universalgelehrter
15 Tage 20 h

Das gabs bei bestimmten sogar renomierten Fluggesellschaften bereits vor 15 Jahren ,also kein Wunder dass diese schlutzigste und hinterhältigste  Vorgangsweise auch in anderen Arbeitsumfeldern 
immer mehr praktiziert wird um die Leute bis zum “geht nicht mehr”
aus zu nützen 😀.Die Taktik war/ist dort so schlutzig dass es unmöglich nachweisbar war/ist !!

Mikeman
Mikeman
Universalgelehrter
15 Tage 19 h

@ Steinbock 1
Richtig , die fungieren gezielt als trojanisches Pferd und bekommen als Genugtuung meist führende Stellen .Dies ist auch einer der Gründe warum heute größtenteils nichts mehr funktioniert und sich lauter Nixperten rumm tummeln 😀.

Marta
Marta
Universalgelehrter
15 Tage 18 h

Mobbing fängt immer ganz oben an !!

Blitz
Blitz
Superredner
15 Tage 17 h

Des weard ollszom überbewertet; monchn derfsch schun gor nimma unschaugn; fühlta sie schun gemobbt !

Nathan
Nathan
Tratscher
15 Tage 13 h

@Blitz: überbewertet? Ja? Na dann ist ja alles klar…..

Moses
Moses
Neuling
15 Tage 15 h

Der Fisch fängt beim Kopf an zu stinken. Ich glaube wenn in einer Firma Mobbing Platz hat muss ganz oben aufgeräumt werden.

Marta
Marta
Universalgelehrter
15 Tage 13 h

👍👍gibt’s solche auch in Brixen??

Savonarola
Savonarola
Universalgelehrter
15 Tage 14 h

es ist aber auch zu sagen, dass manchmal die vermeintlichen Gemobbten in Wirklichkeit selber die Mobber sind..

Nathan
Nathan
Tratscher
15 Tage 13 h

@Savonarola: So argumentiert meistens der Bully, also der Täter und nicht das Opfer….

Staenkerer
15 Tage 15 h

jo, stimmt! wenn mobbyng vom cheff kommt und man am job ( a finanziell) hängt muaß man holt damit lebn!
auf 🙈🙉🙊 scholtn und mitten durch!

Schreibabundzu
Schreibabundzu
Grünschnabel
15 Tage 12 h

Mittlerweile wird alles als mobbing betrachtet … die leute vertragen auch leine kritik mehr.

Nathan
Nathan
Tratscher
15 Tage 13 h

Nicht umsonst heißt es heute in den Stellenanzeigen: man solle flexibel und belastbar sein……Weg frei für Mobbing und modernes Sklaventum!

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