Forschung und Unternehmen arbeiten eng zusammen

Neue Freiluftlabore von Eurac Research betriebsbereit

Mittwoch, 26. Juli 2017 | 17:54 Uhr

Bozen – Im NOI Techpark testen Forscher die Fotovoltaik und Fernwärme der Zukunft. Testbedingungen, die reale Verhältnisse widerspiegeln – das ist die Grundidee, mit der die Energieexperten von Eurac Research die Freiluftlabore im NOI Techpark konzipiert haben. Mit neuesten Technologien ausgestattet, verfügen die Labore über eine vollständige Fernwärmeanlage und verschiedene Teststände für Fotovoltaiksysteme, die in Gebäudeelemente integriert sind. Die Forscher arbeiten hier eng mit Unternehmen zusammen. Die Eröffnung feierten die Wissenschaftler von Eurac Research gemeinsam mit den führenden Vertretern der Business Location Südtirol (BLS) und IDM Südtirol am Mittwoch, 26. Juli.

Sonnenkollektoren auf dem Dach einer Almhütte versorgen auch jene Bereiche, wo das Stromnetz nicht hinreicht. Halbtransparente Fotovoltaiksysteme – direkt ins Fensterglas eingesetzt – produzieren saubere Energie und nutzen die gesamte Oberfläche des Gebäudes aus. Die ungenutzte Abwärme eines Supermarktes hingegen kann Wohnungen eines Stadtviertels beheizen. Dies ist nur eine Auswahl an realen Szenarien, welche die Forscher in den neuen Labors von Eurac Research überprüfen und analysieren.

Im südlichen Teil des NOI-Techparks sind fünf verschiedene Teststände im Freien untergebracht. Das PV Integration Lab besteht aus einem Fassadenmodell und einem Dachmodell, das alle Neigungswinkel simuliert. Damit können die Forscher Fotovoltaiksysteme überprüfen, die in Gebäudeelemente integriert sind. Zudem befinden sich hier zwei spezielle Container zum Testen von Solaranlagen mit Batterien. Das Energy Exchange Lab hingegen reproduziert ein komplettes Fernwärme- und Fernkühlungsnetz der neuesten Generation. „Wir testen hier innovative Produkte unter realen Bedingungen. Unser Ziel ist es, die bestehenden Gebäude energieeffizienter zu machen und das Verwenden von sauberer Energie voranzutreiben. Um dies zu erreichen, arbeiten wir eng mit Unternehmen zusammen“, unterstreicht Wolfram Sparber, Leiter des Instituts für Erneuerbare Energie von Eurac Research. „Es sind mehr als hundert Firmen in ganz Europa, mit denen wir momentan in über 30 Projekten zusammenarbeiten. Dabei steigt die Zahl der lokalen und regionalen Betriebe kontinuierlich.“

Die Infrastruktur rund um das Fernwärmenetz ist eine der wenigen europaweit, die ein komplettes Fernwärmenetz von der Energieproduktion bis zum Endverbrauch nachbildet. So können die Experten verschiedene Zusammenstellungen analysieren, angefangen von traditionellen Modellen mit Gasheizkesseln oder Verbrennungsöfen bis hin zu neueren Lösungen, die die Wärme aus verschiedenen Quellen nutzen können.

Für den NOI Techpark ist der Betriebsstart der neuen Labore von Eurac Research ein wichtiger Schritt. So betont Ulrich Stofner, Direktor der BLS, die für den Bau des NOI verantwortlich ist: „In wenigen Monaten werden hier zahlreiche Initiativen von Unternehmen und die Aktivitäten von vielen Forschungsinstitutionen sowie der Universität ihr Zuhause haben“.

Die beiden Labore sind nur ein Teil der Infrastrukturen, die Eurac Research in den kommenden Jahren im Technologiepark einrichten wird. Eine Testkammer wird noch folgen, mit der das Zusammenspiel von multifunktionellen Fassadensystemen und Wohnkomfort überprüft werden kann. Andere zehn Labore für erneuerbare Energien, Umweltbeobachtung und zur Erforschung antiker Überreste übersiedeln ebenfalls auf das Areal des NOI. „Dazu kommt die Klimakammer, die alle denkbaren klimatischen Bedingungen simulieren kann. Das technologische Herz von Eurac Research wird hier einziehen, und das ist nur der erste Schritt“, erklärt Stephan Ortner, Direktor von Eurac Research.

„Die Labors stehen für die Begegnung zwischen Forschung und Unternehmen. Die lokalen Betriebe finden hier Knowhow und modernste Strukturen um innovative Systeme zu entwickeln, die sich auf dem internationalen Markt behaupten können“, schließt Hubert Hofer, Direktor der Abteilung Entwicklung bei IDM.

Von: ao

Bezirk: Bozen

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