Wissenschaftliche Fakten für sichere Lebensmittel

Pflanzenschutz: Versuchszentrum Laimburg verweist auf Rückstandshöchstgehalte

Freitag, 30. Januar 2026 | 16:42 Uhr

Von: mk

Pfatten – Die Landwirtschaft ist ein zentrales Standbein Südtirols und Grundlage für die Erzeugung hochwertiger Lebensmittel. Pflanzenschutz ist dabei ein wesentlicher Bestandteil und steht im Zentrum einer komplexen Debatte. Zulassung und Anwendung von Wirkstoffen unterliegen strengen wissenschaftlichen Bewertungsverfahren und einem sich ständig weiterentwickelnden Rechtsrahmen. Angesichts der Untersuchungsergebnisse zu Pflanzenschutzmittelrückständen in Äpfeln aus Südtirol, die von Pan-Europe verbreitet wurden, betonen Experten vom Versuchszentrum Laimburg: „Eine wissenschaftlich fundierte Bewertung von Rückständen stellt sicher, dass ihre Bedeutung korrekt eingeordnet und die Qualität der landwirtschaftlichen Erzeugnisse verlässlich eingeschätzt wird.“

Landwirtschaftliche Betriebe stünden vor der Herausforderung, dass der Einsatz von Pflanzenschutzmitteln zunehmend eingeschränkt werde, während biologische und alternative Verfahren zwar an Bedeutung gewinnen würden, aber noch nicht immer in ausreichendem und praxistauglichem Maße zur Verfügung stünden.

Aktuelle Berichte des Pesticide Action Network (PAN) Europe greifen Untersuchungsergebnisse zu Pflanzenschutzmittelrückständen in Äpfeln aus Südtirol auf. Bei der Bewertung von Analyseergebnissen sei laut den Experten vom Versuchszentrum Laimburg entscheidend, zwischen dem Nachweis eines Rückstands und einer möglichen gesundheitlichen Relevanz zu unterscheiden.

„Für die Risikobewertung ist nicht allein das Vorhandensein einer Substanz ausschlaggebend, sondern vor allem deren Konzentration sowie die tatsächliche Exposition. Rückstände werden in Mikrogramm pro Kilogramm (µg/kg) gemessen. Maßgeblich für die gesundheitliche Bewertung sind die Rückstandshöchstgehalte, die mit großen Sicherheitsabständen festgelegt werden“, so die Experten.

Rückstandshöchstgehalte werden für jeden Wirkstoff und jedes landwirtschaftliche Erzeugnis jeweils einzeln festgelegt und garantieren deren Sicherheit. Medienberichten zufolge sind in der PAN-Studie die Rückstandshöchstgehalte nicht überschritten worden, weswegen es den Forschern im Versuchszentrum Laimburg keinen Grund zur Beunruhigung gebe. Der sachliche Umgang mit Rückstandsdaten und deren korrekte Einordnung sei wesentlich, um die Sicherheit und Qualität von Lebensmitteln fundiert zu bewerten, Risiken realistisch einzuschätzen und wirksame Maßnahmen abzuleiten.

Pflanzenschutz heute und morgen

Der Pflanzenschutz befindet sich in einem tiefgreifenden Wandel, geprägt von strengeren regulatorischen Vorgaben, wissenschaftlichen Innovationen und dem zunehmenden Bedeutungsgewinn nachhaltiger Alternativen. Trotz komplexer Zulassungsverfahren, die in der EU zu den strengsten weltweit zählen, bleibt Pflanzenschutz ein unverzichtbarer Bestandteil der landwirtschaftlichen Produktion. In der angewandten Forschung arbeiten verschiedene Arbeitsgruppen des Versuchszentrums Laimburg an kombinierten Ansätzen, darunter Präzisionsbehandlungen, biologische Bekämpfungsstrategien sowie die Entwicklung resistenter und resilienter Pflanzensorten. Das Labor für Rückstände und Kontaminanten liefert durch die Analyse von Rückständen in Agrarprodukten, Boden und Wasser eine wichtige Grundlage für die objektive Bewertung von Pflanzenschutzmaßnahmen.

Bezirk: Überetsch/Unterland

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