Birkenpollenallergie-Therapie durch Apfelkonsum

Projekt „AppleCare“: Wissenschaftspreis 2018 geht an den Südtiroler Sanitätsbetrieb

Mittwoch, 05. Dezember 2018 | 11:17 Uhr

Bozen – Am 1. Dezember 2018 wurde in Innsbruck dem Südtiroler Sanitätsbetrieb, zusammen mit der Medizinischen Universität Innsbruck und der Leopold- Franzens-Universität Innsbruck , der Wissenschaftspreis (Posterpreis) der Österreichischen Gesellschaft für Dermatologie und Venerologie im Rahmen der Jahrestagung 2018 für das Projekt „AppleCare: Therapie der Birkenpollenallergie durch Apfelkonsum“ verliehen.

Die Idee zum Projekt wurde in Südtirol an der Abteilung für Dermatologie, Venerologie und Allergologie im Landeskrankenhaus Bozen, unter der Leitung von Primar Klaus Eisendle, geboren. „Die Ausgangsüberlegung war, dass Äpfel ähnliche Proteine enthalten, wie jene Medikamente, die Allergikern verabreicht werden“, erklärt der Primar.

Allergien nehmen weltweit, gerade in Industrienationen, immer weiter zu. In Südtirol leidet ein Drittel der Bevölkerung bereits an einer Allergie. Viele Menschen reagieren allergisch auf Birkenpollen und für eine wirksame Therapie muss eine langfristige Hyposensibilisierung gegen das Allergen durchgeführt werden.

Eine Hyposensibilisierung über die gewöhnliche Aufnahme von Nahrungsmitteln wäre im Vergleich dazu von großem Vorteil. „Da das Birkenallergen eine sehr starke Ähnlichkeit mit Apfelprotein aufweist, was im menschlichen Immunsystem eine Kreuzreaktion zur Folge hat, bietet dies die Chance, mit einer kontrollierten, täglichen Aufnahme der richtigen Apfelmenge die Pollenallergie zu behandeln“, so Eisendle. Durch die grenzüberschreitende Nutzung der Forschungskapazitäten in den Bereichen Medizin, Molekularbiologie und Strukturchemie wurden jene Apfelsorten und jene Dosierungen ermittelt, die sich am besten für eine Heilung von Pollenallergikern eignen.

Bereits ein halber bis ein ganzer Apfel pro Tag könnte Allergiker bald von ihrem Leiden befreien.

Konkret konnte das Projekt „AppleCare“ mit Thomas Letschka vom Forschungszentrum Laimburg in die Tat umgesetzt werden. Das Projekt läuft jetzt noch weiter und man will die EU für eine weiterführende Forschung gewinnen. Mittlerweile steht also fest – „An apple a day keeps the doctor away”.

Von: luk

Bezirk: Bozen

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