Unternehmerempfang 2026: Rede des Präsidenten Alexander Rieper

“Reden. Zuhören. Verstehen”

Montag, 12. Januar 2026 | 21:29 Uhr

Von: ka

Bozen – Am Montagabend fand am Sitz des Mitgliedsunternehmens Alpewa in Bozen der Unternehmerempfang 2026 statt. Dabei hielt Alexander Rieper, der Präsident des Unternehmerverbandes Südtirol, eine Rede.

Unternehmerverband Südtirol/Publikum.

Geschätzte Unternehmerkolleginnen und –kollegen, sehr geehrte Gäste!

Ich freue mich sehr, Sie heute so zahlreich begrüßen zu dürfen.

Es freut mich besonders, dass unser Neujahrsempfang für viele zu einem Fixpunkt geworden ist. Eine gute Gelegenheit, sich rund um den Jahreswechsel auszutauschen, über das alte und das neue Jahr nachzudenken und anzusprechen, was für die kommenden Monate wichtig sein wird.

Als Erstes möchte ich mich beim Hausherrn Andreas Koler bedanken, dass wir heute hier bei Alpewa sein dürfen, und Euch zu Eurem tollen Unternehmen gratulieren.

Es ist kein Zufall, dass wir unseren Neujahrsempfang in einer Industriehalle abhalten. Wir wollen dort sein, wo Industrie wirklich stattfindet, in einer Produktionshalle, dort wo die eigentliche Arbeit geschieht, dort wo effektiv die Wertschöpfung erzeugt wird, von der wir so oft sprechen. In einer Industriezone, die dafür ausgelegt ist, dass hier gearbeitet wird.

Südtirol im globalen Kontext

Dieser oft zitierte Mehrwert schafft Wohlstand. Und wenn es uns in Südtirol noch gut geht, dann ist das gerade der Leistung unserer Unternehmen zu verdanken. Betrachtet man das Bruttoinlandsprodukt pro Kopf, liegen wir unter den 240 europäischen Regionen auf Platz 13 und in Italien auf Platz 1. Wir haben eine Vollbeschäftigung. Im Jahr 2026 wird unser Land erneut über einen Rekordhaushalt verfügen. Die gesamte Wirtschaft – Industrie, Handwerk, Tourismus, Handel, Landwirtschaft und Dienstleistungen – zusammen mit ihren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern tragen zu diesem Ergebnis bei. Und wenn auch in diesem Jahr die Mittel so umfangreich sind – wir sprechen von fast 9 Milliarden Euro, also über

15.000 Euro pro Südtiroler:in – ist das vor allem der Verdienst dieser Unternehmen.

Autonomie, Demokratie, ein gutes Miteinander unter Sozialpartnern und Sprachgruppen, eine funktionierende Verwaltung, eine arbeitsfreudige Bevölkerung, eine stabile Wirtschaft und ein starkes Ehrenamt – das macht Südtirol aus und das war die Basis für die vergangenen Erfolge und Entwicklungen.

Betrachtet man die Ereignisse rund um die Welt, aber auch hier in Südtirol, erkennt man, dass wir in einer besonderen Zeit leben. Dass wir uns an einem Wendepunkt befinden, an dem sich entscheidet, ob es aufwärts oder abwärts geht. Das, was wir in den kommenden Monaten anstoßen, wird nicht nur kurzzeitige Auswirkungen haben, es wird entscheidend für die kommenden Jahre werden. Vieles ist im Umbruch, viel Neues kommt auf uns zu, Althergebrachtes wird in den Hintergrund treten. Das birgt Gefahren, aber auch Chancen. Gefahren für die, die zu lange an Altem festhalten, Chancen für die, die aktiv gestalten; für die, die Strategien entwickeln; für die, die voraus denken. Wir müssen langfristig denken, über Generationen und Grenzen hinaus, nicht in Legislaturen oder Staatsgebieten.

Wir kommen nicht darum herum, über Südamerika zu sprechen oder über Grönland. Zu wichtig sind die Ereignisse der letzten Wochen. Die USA haben der Welt ein weiteres Mal verdeutlicht, dass sie beinhart auf ihre Interessen schauen werden. Auf das, wovon sie glauben, dass es für ihre Zukunft wichtig ist. Wir müssen aufhören, den Kopf in den Sand zu stecken, und der Realität ins Auge blicken.

Aber auch in diesen Tagen ist etwas Positives am Entstehen:

Das lang angestrebte Mercosur-Freihandelsabkommen mit den südamerikanischen Staaten wird in wenigen Tagen in Paraguay unterzeichnet. Freihandelsabkommen wie dieses ermöglichen es uns, unsere wirtschaftlichen Beziehungen zu diversifizieren und eine strategische Eigenständigkeit aufzubauen. Freihandelsabkommen sind die richtige Antwort auf die Zollpolitik der USA.

Wir müssen aber dafür sorgen, dass Entscheidungen auf europäischer, nationaler und lokaler Ebene schneller getroffen werden. Wir dürfen keine Zeit mehr verlieren.

Worum geht es am Ende in der Welt? Es geht wie immer um Macht und Einfluss, dabei prallen verschiedene Ideologien und Ziele aufeinander. Es geht aber auch um Sicherheit, Wettbewerbsfähigkeit, Technologieführerschaft – und damit verbunden um Wohlstand. Aktuell findet ein Tauziehen der Großmächte statt, bei dem es genau um diese Themen geht. Ob Europa das verstanden hat, ist mir persönlich noch nicht klar. Im letzten Jahrzehnt hatten wir all diese Themen ausgelagert: Die Verteidigung und damit die Sicherheit an die USA, die Energie und damit verbunden einen Teil der

Wettbewerbsfähigkeit an Russland und was Rohstoffe und bestimmte Technologien betrifft, haben wir uns auf China verlassen.

Nun ist es an der Zeit, dass wir uns als Europäer positionieren und uns entsprechend ausrichten. Auch in Südtirol.

Zusammenhalt

Wir müssen zusammenhalten, besonders wenn andere versuchen, uns zu spalten.

Wir müssen die Europäische Union stärken – sowohl politisch als auch wirtschaftlich. Wir müssen Abhängigkeiten reduzieren, konsequent auf Innovation setzen und interne Barrieren abbauen. Europa braucht mehr gemeinsame Strategien, mehr langfristige Planung und mehr Investitionen.

Wir müssen über einen gemeinsamen Kapitalmarkt, einen gemeinsamen Energiemarkt, über gemeinsame Finanzdienstleistungen nachdenken, über eine gemeinsame Verteidigungspolitik sowie moderne und vernetzte Infrastrukturen.

Das Potenzial ist vorhanden. Europa hat gezeigt, dass es Außergewöhnliches leisten kann: 80 Jahre Frieden, Binnenmarkt, offene Grenzen, der Euro, Erasmus-Programme für unsere Jugend und eine soziale Marktwirtschaft.

Mit nur 6 % der Weltbevölkerung schafft Europa etwa 20 % des globalen BIP und sichert über 40 % der weltweiten Sozialleistungen. Diese Stärke sollte uns Mut geben. Aber sozialer Friede ist nicht selbstverständlich.

Wir müssen insgesamt den europäischen Gedanken stärken. Ein lokales Beispiel ist der Transit: Ich denke ganz konkret an die Verkehrsverbote in Tirol oder die anstehenden Arbeiten der Deutschen Bahn entlang der Brennerachse. Auch hier werden europäische Lösungen nötig sein.

Zusammenhalt brauchen wir also im Großen wie im Kleinen. Ich bin dankbar für die gute Zusammenarbeit mit unseren Freunden der Industriellenvereinigungen in Tirol und im Trentino.

Ich bin stolz auf die ausgezeichneten Beziehungen, die wir zu Confindustria pflegen. Danke, Stefan Pan, für Dein unermüdliches Engagement für Confindustria und für Europa – das Mercosur-Abkommen steht nun endlich kurz vor der Unterzeichnung, nach Jahrzehnten der Verhandlungen, und es ist auch Dein Verdienst sowie der Verdienst all jener, die sich täglich dafür einsetzen, Hürden und Barrieren abzubauen, die unsere Unternehmen und unsere Gesellschaft bremsen.

Es wird Mut brauchen, um ideologische Mauern zu überwinden und Kirchturmdenken abzulegen. Auch wenn es zum Beispiel um den Klimaschutz geht, gilt es, wie bei der Sicherheit und bei den Märkten, Gemeinwohl vor Eigeninteresse zu stellen. Öfters „Ja“ zu sagen, statt zu blocken und Fortschritt zuzulassen. Diese Themen haben eine weitere Gemeinsamkeit, sie machen an Staatsgrenzen nicht halt. Auch das gilt es zu überwinden.

Eine Frage müssen wir allerdings klären: Will uns die Politik überhaupt noch? Diese Frage habe ich in letzter Zeit immer wieder von unseren Mitgliedsunternehmen gestellt bekommen.

Weltweit wird Industrie begrüßt. Auch in Europa findet gerade ein Umdenken statt: Industrie wird als strategisch eingestuft. Unsere Unternehmen werden als strategisch eingestuft. Bei uns entsteht manchmal der gegenteilige Eindruck.

Doch ich kann versichern: der Dialog mit den Institutionen ist konstruktiv. Wir befinden uns heute in einem der vielen innovativen Unternehmen der Bozner Industriezone. Ich danke dem Landeshauptmann, dass er klar ausgesprochen hat, dass diese Zone auch in Zukunft eine produktive Zone, oder noch klarer, eine Industriezone, bleiben wird. Das ist entscheidend!

In der Diskussion um die Bedeutung der Industrie in Südtirol stehen wir alle auf derselben Seite: diejenigen, die die Unternehmen vertreten, und die Arbeitnehmer:innen. Die heutige Kundgebung für den Verbleib der Stahlwerke zeigt dies deutlich. Auch wir hoffen, dass alle möglichen Schritte unternommen werden, damit dieses Unternehmen seine Tätigkeit in Südtirol fortsetzen kann.

Die Unternehmen der Industrie und der industrienahen Dienstleistungen sind allesamt von strategischer Bedeutung!

Südtirol kann nicht auf seine Industrieunternehmen verzichten. Ich danke den Gewerkschaften, die diese Botschaft gemeinsam mit uns vorantreiben. Bei unseren regelmäßigen Treffen bestätigen die Gewerkschaften, dass die Unternehmen, die industriell organisiert sind, faire Löhne zahlen. Ich lade sie ein, diese Botschaft auch in der Öffentlichkeit noch stärker zu untermauern. Die Diskussion über die Vergütung sollte korrekt geführt werden, basierend auf überprüfbaren Daten und Fakten.

Industrie und Wettbewerbsfähigkeit

Wir sind uns also einig, dass wir die Industrie in Südtirol brauchen. Was können und müssen wir nun dafür unternehmen?

Was müssen wir nun tun, um die Wettbewerbsfähigkeit der Wirtschaft und unserer Unternehmen zu erhalten?

Wir können guten Gewissens sagen: Mit dieser Wettbewerbsfähigkeit und Leistungsfähigkeit unserer Unternehmen steht und fällt auch unser üppiger Landeshaushalt. Dieser ist nicht selbstverständlich! Öffentliche Mittel, erwirtschaftet von unseren Unternehmen und ihren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, gilt es so einzusetzen, dass unser Land zukunftssicher aufgestellt ist.

Wir müssen die noch guten Zeiten nutzen, um uns auf schwierigere Zeiten vorzubereiten. Die „Spending Review“ verfolgt genau dieses Ziel: Vorhandene Ressourcen müssen klug priorisiert werden. Wir alle wissen: Wir müssen effizienter, schlanker, schneller und digitaler werden – wir Unternehmen genauso wie die öffentliche Verwaltung. Das Entscheidende wird dabei das Digitale sein. Die Digitalisierung muss als Kultur, als Bereicherung gesehen werden und nicht als Projekt. Digitalisierung sollte als Mindset verstanden werden und nicht nur als Software-Update. Mindset im Sinne, dass dadurch Prozesse vereinfacht werden, dass Daten intelligent genutzt werden können.

Auch für den Klimawandel müssen wir die aktuell vorhandenen Ressourcen nutzen. Die Dekarbonisierung ist eine zentrale Herausforderung. Unsere Unternehmen stehen dazu und wir werden unseren Beitrag leisten.

Wenn wir die Energiewende und die ökologische Transformation aber wirklich schaffen wollen, müssen wir ehrlich sein. Wie jede Investition, wird sie am Anfang Geld kosten. Der Klimawandel wird nicht kostenlos sein, sondern wird Opfer verlangen, bevor wir die Früchte ernten können. Nachhaltigkeit darf aber am Ende kein Kostenfaktor bleiben, sondern soll zum Wettbewerbsvorteil werden. Wer heute investiert, spart morgen. Wer heute umdenkt, führt morgen.

Wir schaffen die Klimawende nur, wenn wir alle technologischen Lösungen zulassen. Batterien und Wasserstoff, Wasserkraft, Solar- und Windenergie. Eine zentrale Herausforderung dabei wird das Speichern von Energie sein, dafür gibt es noch nicht viele Möglichkeiten. Wir müssen uns also ehrlich fragen: Können und wollen wir es uns wirklich leisten, auf das Pumpspeicherwerk im Ultental zu verzichten? Es könnte strategisch für ganz Südtirol sein und wäre genau so ein Schritt in Richtung Energieunabhängigkeit, wie wir sie uns wünschen.

Wir stehen im globalen Wettbewerb. Das gilt nicht nur für unsere Unternehmen, sondern für ganz Südtirol.

Unsere Jugend – unsere Zukunft

Wir müssen uns im Wettbewerb um die besten Talente behaupten. Jedes Jahr verlassen fast tausend junge Menschen unser Land. In den nächsten zehn Jahren wird der Arbeitsmarkt in Südtirol aufgrund des demografischen Wandels etwa

30.000 Personen verlieren. Digitalisierung und Automatisierung werden dieses Defizit nicht ausgleichen können. Wir müssen unseren Arbeitsmarkt stärker öffnen – sowohl nach innen, als auch nach außen.

Wir müssen Frauen stärker integrieren. In Südtirol liegt die Beschäftigungsquote von Frauen zehn Prozentpunkte unter der der Männer. Würden wir dieses Potenzial nutzen, könnten wir 10.000 zusätzliche Arbeitnehmerinnen gewinnen. Grundvoraussetzung dafür ist eine flächendeckende und flexible Kinderbetreuung, die es Eltern – Müttern und Vätern – erleichtert, Familie und Beruf zu vereinbaren.

Wir werden auch eine gesteuerte Zuwanderung benötigen: Talente halten und neue anziehen. Gemeinsam mit der IDM arbeiten wir an einer neuen Strategie, um Südtirol nicht nur als Urlaubsland zu positionieren, sondern vor allem auch als Arbeits- und Wirtschaftsstandort.

Unserer Jugend müssen wir Perspektiven geben. Wir Unternehmer:innen spüren diese gesellschaftliche Verantwortung besonders. Wir pflegen seit Jahren einen kontinuierlichen Austausch mit den Schulen und der Universität. Hier werden wir uns noch stärker einbringen: Wir müssen aufzeigen, welch tolle Karrierechancen unsere Unternehmen bieten.

Stichwort Innovation: Ja, wir brauchen Forschungseinrichtungen und eine noch engere Zusammenarbeit mit den Unternehmen. Aber das wird nur gehen, wenn wir gleichzeitig unsere produktiven Unternehmen stärken. Innovation entsteht in erster Linie in den Unternehmen!

Damit junge Menschen bleiben, brauchen wir auch leistbaren Wohnraum, vor allem in Miete. Das Thema Wohnen ist entscheidend für Südtirol, wenn wir langfristig als Lebens- und Arbeitsort attraktiv sein wollen. Arbeiten und Wohnen gehören in der Standortfrage unmittelbar zusammen. Und diese Verantwortung betrifft uns alle. Wir arbeiten gemeinsam mit der Politik und den Sozialpartnern daran. Einige konkrete Lösungen wie die Stiftung Wohnen sind schon in der Umsetzungsphase.

Wir wollen so Südtirol zu einem attraktiven Lebensmittelpunkt für unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter entwickeln. All diese Themen können unsere Wettbewerbsfähigkeit positiv beeinflussen.

Reden. Zuhören. Verstehen.

Aber auch wir haben unsere Aufgaben, die wir erledigen müssen: Dialog und Kommunikation.

Wir müssen ehrlich kommunizieren. Mit Fakten argumentieren. Und klar widersprechen, wenn etwas nicht stimmt. Kommunikation – das heißt: Reden. Zuhören. Verstehen. Das ist unverzichtbar.

Verstehen, um verstanden zu werden.

Diese Herausforderung nehmen wir auch als Verband sehr ernst. Wir müssen noch besser kommunizieren, was der unverzichtbare Beitrag unserer Unternehmen ist.

Eine aktuelle Umfrage zeigt auf, wie viel es zu tun gibt. Wie die Südtiroler Wirtschaft und ganz im Besonderen die Industrie in der Öffentlichkeit wahrgenommen werden, unterscheidet sich oft eklatant von der Realität.

Obwohl wir mit fast einem Viertel den größten Beitrag zum Südtiroler BIP leisten, wird Südtirol meistens nicht als Industriestandort wahrgenommen.

Obwohl die Gewerbezonen nur 0,3 % unserer gesamten Landesfläche bedecken, wird uns immer wieder vorgeworfen, viel Platz zu verbrauchen.

Obwohl unsere Mitgliedsunternehmen Löhne bezahlen, die 40% über dem Südtiroler Durchschnitt liegen, und wir mit

138.000 Euro Wertschöpfung pro Mitarbeiter:in und Jahr im absoluten europäischen Spitzenfeld liegen, wird immer wieder in Frage gestellt, ob unsere Löhne zu niedrig wären. Zur Erklärung: Es ist die hohe Produktivität und die damit verbundene Wertschöpfung, die es unseren Betrieben ermöglicht, diese hohen Löhne zu bezahlen.

Generell konnten wir noch nicht vermitteln, dass es das alte Bild der Fabrik, mit dem Schlot, aus dem schwarzer, umweltbelastender Rauch aufsteigt, in der Realität nicht mehr gibt. Die Realität unserer Unternehmen ist geprägt von Hightech-Produktionen, automatisierten Prozessen, effizientem Ressourceneinsatz – ökologisch, sozial und wirtschaftlich. Gelebte Nachhaltigkeit.

Dass die Industrie innovativ ist, das nimmt man uns ab. Effektiv werden Innovation und Internationalisierung größtenteils von unseren Unternehmen getragen.

Trotz schwieriger Rahmenbedingungen haben wir erneut Export-Rekorde erzielt. Unsere Unternehmen verkaufen ihre Waren und Produkte in über 170 Länder der Welt. Das ist beeindruckend! Das ist ein Beweis für unsere Innovationskraft und unsere Effizienz. Wir starten nämlich mit verschiedenen Nachteilen – man nehme nur die Energiekosten, die höher sind als bei unseren Nachbarn und Mitbewerbern – und trotzdem kommen wir oft als Sieger an.

Unsere Champions

Viele unserer Produktions- und Dienstleistungsunternehmen sind solche Sieger. Allerdings oft „Hidden Champions“. Aber vielleicht ist es an der Zeit, nicht länger im Verborgenen zu bleiben. Als Unternehmerinnen und Unternehmer sind wir es gewohnt, mehr zu handeln und weniger zu reden. Wenn wir aber die Wichtigkeit der Industrie betonen wollen, dann müssen wir sie auch sichtbar machen.

In wenigen Tagen hat Südtirol die Ehre, die Olympischen Winterspiele mit auszurichten. Ich denke, genauso wie wir auf die Leistungen unserer herausragenden Sportlerinnen und Sportler stolz sind, sollten wir uns auch über die außergewöhnlichen Leistungen unserer Industrie freuen. Auch unsere Unternehmen sind wunderbare Botschafter Südtirols!

Unsere Unternehmen sind weltweit führend bei alpinen Technologien. Sie stellen Spitzenprodukte im Lebensmittelbereich her. Sie sind Pioniere im nachhaltigen Bauen. Sie entwickeln digitale Lösungen für die Zukunft. Sie verwandeln Stahl- und Aluminiumschrott in neue Produkte wie medizinische Prothesen oder Komponenten für Raumkapseln. In jedem dritten Auto weltweit steckt ein Bauteil „Made in Südtirol“. Unsere Unternehmen entwickeln superschnelle Ladestationen, hochmoderne Scanner und Drucker sowie Technologien für die leistungsfähigsten Teleskope der Welt.

Und ich könnte viele weitere Beispiele anführen, denn die Wahrheit ist, dass jedes unserer Mitgliedsunternehmen etwas Besonderes ist!

Wir wollen von der Bevölkerung und von der Politik korrekt wahrgenommen werden. Daraus muss dann eine ernsthafte Industriepolitik – eine Vision für das Südtirol von morgen – entstehen. Es war noch nie so wichtig wie heute, klare Ziele und Strategien zu haben, deshalb haben wir unsere Agenda 2025-2029 formuliert und vorgestellt, damit wir darüber diskutieren können.

Gegenseitiges Vertrauen

Ziel von Dialog und Kommunikation muss es sein, gegenseitiges Vertrauen aufzubauen. Wir brauchen mehr Vertrauen, damit wir hoffnungsvoll ins neue Jahr gehen können.

Mehr gegenseitiges Vertrauen, dass wirtschaftliche Erfolge und gesellschaftliche Verantwortung nicht im Widerspruch stehen. Im Gegenteil, sie gehen Hand in Hand.

Mehr Vertrauen zwischen öffentlicher Hand und Unternehmen: Das vereinfacht Prozesse und Abläufe, und lässt Entscheidungen und Investitionen zu.

Mehr Vertrauen zwischen Sozialpartnern schafft Zusammenhalt.

Mehr Vertrauen in eine transparente Kommunikation stärkt den Dialog. Mehr Vertrauen in die Jugend bringt Veränderung.

Mehr Vertrauen in Leistung, die unsere Zukunft sichert. Und damit komme ich am Ende auf mein Motto zurück:

Enabling Performance. Securing the Future.

In diesem Sinne wünsche ich uns allen ein gesundes, erfolgreiches und glückliches neues Jahr!

Unternehmerverband Südtirol/Alexander Rieper.

Bezirk: Bozen

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