Von: APA/Reuters
Wer im Stadtstaat Singapur einen Kleinwagen besitzen will, muss allein für die Lizenz dafür jetzt fast 100.000 US-Dollar (knapp 87.500 Euro) zahlen. Der Preis für das dafür nötige, auf zehn Jahre befristete Zertifikat ist am Mittwoch auf ein Rekordhoch gestiegen. Mit der regelmäßigen Versteigerung einer begrenzten Zahl dieser “Certificates of Entitlement” steuert der Stadtstaat die Zahl der Fahrzeuge auf seinen Straßen.
Singapur hat rund 6,1 Millionen Einwohnerinne und Einwohner. Die Gesamtzahl der Autos ist auf rund eine Million begrenzt. Singapur – das mit dem Auto in weniger als einer Stunde durchquert werden kann – ist wegen dieses Systems der teuerste Ort der Welt für den Kauf eines Fahrzeugs.
Allein der Preis für das Zertifikat reicht in den USA für den Kauf von vier Toyota Corolla. In Singapur kostet dasselbe Fahrzeug inklusive des Zertifikats, Zulassungsgebühren und Steuern umgerechnet rund 139.000 Dollar. Zum Vergleich: Das mittlere jährliche Haushaltseinkommen in dem Stadtstaat liegt bei umgerechnet knapp unter 150.000 Dollar. Eine kleine, staatlich subventionierte Wohnung ist ab 139.000 Dollar zu haben.
Zertifikate seit Pandemie deutlich verteuert
Die Preise für die Zertifikate haben sich seit der Zeit vor der Corona-Pandemie vervierfacht. Bereits im Oktober 2023, als die Zertifikate für größere Wagen die Marke von 100.000 Dollar überschritten, lagen jene für Kleinwagen bei rund 77.500 Dollar. Seit der ersten Auktion in diesem Jahr ist der Preis stetig weiter gestiegen. Singapurs Verkehrsminister begründete den Anstieg zuletzt mit einer anhaltend starken Nachfrage, auch wegen attraktiver Preise für Elektroautos. Gleichzeitig sei die Zahl der bei den Auktionen verfügbaren Zertifikate für Kleinwagen zurückgegangen. Viele Autohersteller drosseln für den Markt in Singapur die Motorenleistung gängiger Modelle, damit diese in die günstigere Zertifikatskategorie für Fahrzeuge mit einem Hubraum unter 1,6 Litern fallen.




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