Imker und Landwirte fordern eine Lösung

SBB: “Bären und Wölfe gefährden Artenvielfalt”

Freitag, 18. Juni 2021 | 12:09 Uhr

Meran – Die Bezirksobmänner des Imkerbundes und des Südtiroler Bauernbundes von Meran fordern eine Lösung für das Großraubwild. “Beinahe täglich gibt es Meldungen von geplünderten Bienenstöcken und Rissen an Nutztieren. Dadurch gefährden Bären und Wölfe die Artenvielfalt im Land.”

Während Umwelt- und Tierschützer mit der Artenvielfalt argumentieren, wenn es um die Präsenz von Bär und Wolf im Alpenraum geht, sind Imker- und Bauernbund anderer Meinung: „Wer bestäubt die Blüten, wenn Bären immer häufiger Bienenstöcke plündern? Die Bärenpopulation nimmt stetig zu, entsprechend werden sich auch die Vorfälle häufen. Jedes Kind weiß, wie wichtig Bienen für ein intaktes Ökosystem sind, im Vergleich zu Bären und Wölfen“, ärgert sich Stefan Haspinger, Bezirksobmann der Imker.

Bernhard Burger, SBB-Bezirksobmann, bläst in dasselbe Horn: „Auch die Wölfe vermehren sich stark und werden in Zukunft erwartungsgemäß mehr Nutztiere reißen. Wenn es so weiter geht, werden viele Tierhalter ihre Tätigkeit aufgeben und ihre Tiere nicht mehr auf die Almen treiben. Dann verbuschen sie, worunter wiederum die Artenvielfalt leidet“.

Haspinger verweist darauf, dass einige Landwirte auf ihren Wiesen mittlerweile gar keine Bienenstände mehr aufstellen lassen, weil sie befürchten, dass diese Bären anlocken und somit ihre Tiere in Gefahr bringen: „Eine Umzäunung, auch mit Elektrozäunen, funktioniert nicht, das haben die Vorfälle der letzten Wochen gezeigt“.

Zäune und Herdenschutz sind auch für die Landwirte keine Option. „Es kann nicht sein, dass wir unsere Tiere in den Ställen einsperren oder im Wald und auf den Wiesen und Weiden einzäunen müssen, damit Bär und Wolf sich frei bewegen können. Ist das die Vorstellung von Tierschutz?“, fragt Bernhard Burger.

Dazu komme die persönliche Angst, wenn Imker und Landwirte ihre Arbeiten an den Bienenständen oder bei den Tieren verrichten. „Gewisse Arbeiten der Imker werden in der Dunkelheit verrichtet. Verständlicherweise geht die Angst um, dass plötzlich ein Bär oder Wölfe auftauchen“, so Haspinger.

Die Angst vor einer Begegnung mit dem Großraubwild mache sich zunehmend auch in der Bevölkerung breit. Einige Begegnungen von Wanderern und Touristen, die im Wald oder auf Wanderwegen unterwegs waren, habe es bereits gegeben. Zudem näherten sich Wölfe und Bären immer wieder bewohnten Siedlungen und zeigten keine Scheu. „Muss erst etwas Schlimmes wie in der Slowakei passieren, wo ein Mann im Wald von einem Bären getötet wurde? Die Landesregierung muss endlich aktiv werden und sich für die Regulierung des Großraubwilds einsetzen. Das Einfangen und Besendern von Problemtieren kann keine langfristige Lösung sein“, so die beiden Bezirksobmänner abschließend.

Von: luk

Bezirk: Bozen

Kommentare

Hinterlasse einen Kommentar

26 Kommentare auf "SBB: “Bären und Wölfe gefährden Artenvielfalt”"


Sortiert nach:   neuste | älteste | Relevanz
Offline
Offline
Kinig
1 Monat 8 Tage

Dass Bären in dicht besiedelten und landwirtschaftlich bewirtschafteten Gebieten eine zu große Gefahr darstellen, kann wohl Niemand ernsthaft bestreiten. Dass es dafür dringend praktikable Lösungen zum Schutz von Leben und wirtschaftlicher Existenz der dort lebenden Menschen braucht, auch nicht. Aber dass der Bauernverband den Rückgang der Artenvielfalt und der Bienenpopulationen jetzt ausgerechnet auf die Bären schiebt, ist an Zynismus nicht zu überbieten und Lobbypolitik in Reinkultur.

Aurelius
Aurelius
Universalgelehrter
1 Monat 8 Tage

genau so ist es Bären gefährden die Bienen, Wölfe, Schafe und Ziegen….
aber wenn der Bauernbund von Artenvielfalt spricht, soll er bei den Pestiziden und Hagelnetzen den Hebel ansetzen, aber da stosst man seit Jahren auf Taube Ohren

PhilGrill
PhilGrill
Grünschnabel
1 Monat 8 Tage

Mich würde interessieren auf welche Daten der SBB sich hier bezieht. Auf verbuschten Wiesen gibt es mehr Artenvielfalt (Nistplätze für Vögel usw.) als auf Wiesen auf denen Gülle ausgebracht wird. Und es gibt auch noch die wilden Bienen die dann auch wahrscheinlich wieder zunehmen würden

Offline
Offline
Kinig
1 Monat 8 Tage

@Aurelius..👍 ich frage mich allen Ernstes, was hier für D….. 🤪🤪🤪 unterwegs sind..

Doolin
Doolin
Universalgelehrter
1 Monat 8 Tage

…Gift und Gülle gefährdet Artenvielfalt…
😝

halihalo
halihalo
Superredner
1 Monat 8 Tage

Gülle ist auf jeden Fall schlecht für die Artenvielfalt und wird leider zunehmend auch auf höheren Weiden ausgebracht

inni
inni
Superredner
1 Monat 8 Tage

Wenn schon Südtirol bei der Jagd die primäre Zuständigkeit hat, warum darf dann nicht Bär und Wolf zum Abschuss freigegeben werden? Beide richten große Schäden an und stellen auch eine Gefahr für den Menschen dar!

Doolin
Doolin
Universalgelehrter
1 Monat 8 Tage

…frag mal jene, die Abschussdekrete für die Murmelen erlassen haben…
😆

Robby91
Robby91
Grünschnabel
1 Monat 8 Tage

I tat nou a pour KROKODILE in Koltrasea😆😲

Hustinettenbaer
Hustinettenbaer
Universalgelehrter
1 Monat 8 Tage

😎 Die sind auf dem Parkplatz und kassieren.

Orch-idee
Orch-idee
Superredner
1 Monat 8 Tage

robby91.. In kolterersea zem überlebt a koan Krokodil… Zem sein zu viel Touristen und Segler unterwegs… 😉😂😂

pfaelzerwald
pfaelzerwald
Universalgelehrter
1 Monat 8 Tage

@Robby..
Wird nicht mehr lange dauern. Alligatoren sind schnell eingesetzt.

Missx
Missx
Kinig
1 Monat 8 Tage

Katzen gefährden die Artenvielfalt bei Kleintieren. Und trotzdem ist es noch erlaubt, diese Tiere frei herum streunen zu lassen.

Fritzfratz
Fritzfratz
Tratscher
1 Monat 8 Tage

@Missx was für ein Schmarn, Vögel werden immer weniger weil der geiegnete Lebensraum fehlt und sie kein Futter mehr finden. Insekten werden weggespritzt und Körner finden die Vlgel in den Monokulturen auch nicht mehr. Abgesehen davon, dürfte, speziell in Norditalien, so mancher Zweibeiner alleine mehr uccelli (mit Polenta) verputzen als ein Dutzend Katzen.

Roby74
Roby74
Superredner
1 Monat 7 Tage

@Fritzfratz
👍🏻Ganz genau!👌🏻

Roby74
Roby74
Superredner
1 Monat 7 Tage

@Missx
🙄Da können aber Katzen noch viele Vögel fangen bis sie das erreichen was der Mensch geschafft hat zu dezimieren,ausrotten und zerstören!😉

Andreas1234567
Andreas1234567
Universalgelehrter
1 Monat 8 Tage

Hallo nach Südtirol,

als Interessenverband muss der SBB natürlich etwas dramatisieren.

Aber die versprochenen Entschädigungen sind wirklich lächerlich und neuerdings wird in der landeseigenen Datenbank der Sichtungen&Übergriffe bei Bären auf Bienenvölker gern der süffisante Hinweis “nicht gezäunt” hinzugefügt.

https://www.provinz.bz.it/land-forstwirtschaft/fauna-jagd-fischerei/fauna/aktuelles-zum-vorkommen-von-baer-und-wolf.asp

Die beiden letzten Übergriffe bei Naturns und St.Pankraz waren daher im Umkehrschluss “gezäunt”..

Das Argument “der Bauer verräumt lieber seine Bienenstöcke um nicht den Bär anzulocken” ist sehr nachvollziehbar.

Auf Wiedersehen in Südtirol

So ist das
1 Monat 8 Tage

Nur zur Info. Die grösste Gefahr für die Artenvielfalt ist und belibt der MENSCH.

Quentin
Quentin
Grünschnabel
1 Monat 8 Tage

Größe Tiere ermöglichen eine unglaubliche Artenvielfalt! Nur weil Nutztiere gerissen werden (ist ja auch nicht gut) heißt es nicht dass die Artenvielfalt darunter leidet, so ein Schwachsinn! Sagen die nur wegen eigenen Interessen. Können sie aber doch direkt zugeben und nicht so einen Stuss erzählen. Ist doch der viel bessere und ehrlichere Weg.

traktor
traktor
Universalgelehrter
1 Monat 8 Tage

problem erkannt. hoffentlich werden die tiere samt ihren befürwortern die vom landleben und almbewirtschaftung keine ahnung haben gemeinsam ausgesiedelt

PhilGrill
PhilGrill
Grünschnabel
1 Monat 8 Tage

An Dreistigkeit kaum zu überbieten die Artenvielfalt ins Spiel zu bringen und im gleichen Atemzug sich für eine Verlängerung der Zulassung von Glyphosat auszusprechen!

Roby74
Roby74
Superredner
1 Monat 7 Tage

@PhilGrill
Stimmt genau👍🏻👌🏻😉!

xXx
xXx
Universalgelehrter
1 Monat 8 Tage

Der Eingriff des Menschen, egal in welcher Art und Weise, hat noch nie zur Artenvielfalt beigetragen. Schon mit dieser Aussage disqualifizieren sich die beiden Herren als möchtegerne Experten.

pfaelzerwald
pfaelzerwald
Universalgelehrter
1 Monat 8 Tage

Das eigentliche Problem ist doch, wenn Bären oder meinetwegen auch Wölfe entdecken, dass die stärker als Menschen sind. Aber hier wurde ja auch ßchon geschrieben, es reicht bei Bären, laut zu reden und langsam rückwärts zu gehen.

Roby74
Roby74
Superredner
1 Monat 7 Tage

Als ob Bienen die einzigen Blütenbestäuber wären🙄!?!?!Und was ist mit die ganzen anderen Insekten die man heutzutage kaum mehr sieht,weil alles zu Tode besprüht wird???Z.B.in den Monokulturen bzw.Apfelplantagen???😡😠🤬

Lisa007
Lisa007
Grünschnabel
1 Monat 8 Tage

der einzige Vorteil von Wölfen und Bären wäre,dass diese die italienischen Pilzeräuber abschrecken würden !!🍄🍄🍄🍄

wpDiscuz