PPP-Projekt Viva Virgolo präsentiert

Signa will am Virgl 170 Mio. Euro investieren

Donnerstag, 09. September 2021 | 16:27 Uhr

Bozen – Die Signa-Gruppe von René Benko bleibt am Ball und will das Ötzi-Museum weiterhin auf den Virgl bringen. Heinz Peter Hager und weitere Vertreter der Signa haben heute beim Land ein sogenanntes PPP-Projekt eingereicht. Vorgesehen ist darin der Bau einer neuen Seilbahn vom Verdiplatz auf den Virgl und ein Kulturquartier. Dort sollen nicht nur das Archäologie-, sondern auch das Naturmuseum und ein Konzerthaus Platz finden. Die Signa will auch Gastronomiebetriebe auf den Virgl bringen und eine Naherholungszone einrichten. Die Investitionen von 170 Millionen Euro würde die Signa übernehmen.

Fast 3.000 Blatt Papier, zusammengefasst in 24 Aktenordnern: Mit einem vollbeladenen Bürowagen begab sich am Donnerstag, 9.9.2021, Heinz Peter Hager gemeinsam mit Technikern und Beratern von SIGNA zu den Büros der Vergabeagentur des Landes, um das PPP-Projekt Viva Virgolo offiziell einzureichen. Anschließend gaben Hager und PPP-Experte Prof. Arch. Enrico Nigris im Pastoralzentrum eine Pressekonferenz, in der sie die wesentlichen Eckpunkte des Entwicklungsprojektes am Virgl in Bozen, seine Besonderheiten und Auswirkungen für Bozen und Südtirol vorstellten.

Vor mehr als fünf Jahren hat sich SIGNA das Eigentum am 38 Hektar großen Gelände am Virgl, dem Berg im Herzen von Bozen, gesichert. Ruinen der früheren Seilbahn-Bergstation, eines Hotels und Restaurants und diverser Sporteinrichtungen sind heute stumme Zeugen davon, dass hier einst das volle Leben herrschte – bis 1976 mit Stilllegung der Seilbahn der Niedergang eintrat. „Von Anfang an war es unser Ziel, den Virgl für die Bürgerinnen und Bürger wieder zugänglich zu machen – er bietet grünen Freiraum im Herzen der Stadt“, so Heinz Peter Hager. „Heute können wir sagen: Wir haben in jahrelanger Arbeit ein Projekt entwickelt, welches das private Gelände öffentlich nutzbar macht, gleich mehrere seit Jahren ungelöste Probleme der öffentlichen Verwaltungen beseitigt und zugleich die öffentlichen Kassen nicht belastet. Wir verwandeln den Virgl in einen attraktiven Ort für die Bürgerinnen und Bürger, der zugleich ein Aushängeschild für das ganze Land mit internationaler Strahlkraft wird.“ Prof. Enrico Nigris aus Rom, Experte für urbane Entwicklungs- und PPP-Projekte, Universitätsprofessor und Regierungsberater, ist Mitautor des Projektes Viva Virgolo. Er bekräftigte: „Es ist wohl das schönste PPP-Projekt, welches ich in meiner Laufbahn gesehen habe.“

Was ist geplant?

Zunächst geht es darum, den Virgl mit der Stadt wieder zu verbinden: Eine Umlaufbahn bringt, ausgehend vom Verdiplatz, in nur 72 Sekunden die Menschen vom Talboden auf die 190 Meter höher gelegene Bergstation – eine Plattform mit Aussicht auf die Altstadt und das gesamte Gemeindegebiet. „Der Virgl wird so zum neuen Ausgangspunkt, um die Stadt neu zu entdecken“, so Hager.

Natur und Naherholung: Am Virgl selbst gibt es großzügige Grünflächen mit Spazier- und Wandermöglichkeiten für die ganze Familie – mit Picknickplätzen ebenso wie einem Bienenlehrpfad und einem Hundeparcours; Gastronomiebetriebe laden zur Einkehr ein.

Das Kulturquartier: Seit mehr als zehn Jahren sucht die Landesverwaltung nach einem neuen, angemessenen Ort für das Archäologiemuseum mit seinem weltweit einzigartigen Exponat, dem Ötzi – schon 2019 wurde der Virgl bei einer Marktrecherche des Landes klar an erster Stelle gereiht. „Inzwischen haben wir das Projekt weiterentwickelt: Es hat sich gezeigt, dass weitere Kultureinrichtungen an akuter Raumnot leiden, welche sich durch die Anforderungen nach der Corona-Pandemie weiter zuspitzen“, so Hager. Daher beheimatet das Kulturquartier am Virgl nun nicht nur das Archäologiemuseum, sondern auch das Naturmuseum sowie ein Konzerthaus. „Kein anderer Standort bietet diese Möglichkeiten an Raum und Gestaltung – sei es im Freien wie in den Innenbereichen“, bekräftigte Prof. Nigris. Er hat auch jene Standorte untersucht, welche zuletzt in der so genannten SINLOC-Studie als mögliche Alternativen allein für das Archäologiemuseum genannt worden waren. „Sie liegen bei jedem Benchmark deutlich hinter dem Virgl.“

Mobilität: Zu den wichtigsten Aspekten des Kulturquartiers zählen Mobilität und Erreichbarkeit. „Mit dem Zug- und Busbahnhof in unmittelbarer Nähe, mehr als 2.400 öffentlichen Parkplätzen im Umkreis weniger Gehminuten sowie direkter Anbindung an das Radwegenetz ist der Virgl optimal gelegen – er löst auf diese Weise sogar Probleme, welche mit den heutigen Standorten der Kultureinrichtungen verbunden sind.“ Gerade ein Tourismusland wie Südtirol brauche eine professionelle und vorausschauende Planung von Hotspot-Situationen – „keine vernünftige Verwaltung würde einen Hotspot so legen, dass eine ohnedies problematische Mobilitätssituation zusätzlich verschärft wird“, so Hager.

Wirtschaft und Tourismus in Bozen und ganz Südtirol werden vom Projekt profitieren – „aber nur dann, wenn Hotspots entzerrt sind und Bozen bereit ist, nicht nur auf den Schlechtwetter-Tagestourismus aus den umliegenden Gebieten abzuzielen“, so Hager. Das Projekt, entworfen von den weltweit anerkannten Architekten und Museumsplanern Snøhetta aus Norwegen (mit weiteren Büros in Europa, USA, Asien und Australien), werde zum international wichtigen Wahrzeichen. „Das heißt zugleich, Bozen wird zur Destination und als Tourismusstadt wichtig – zum Vorteil der gesamten Wirtschaft und insbesondere von Hotellerie, Gastronomie und Handel“, so Hager. Es wurden mehr als 50 Millionen Umwegrendite errechnet, welche dem Territorium zugute kommen.

Öffentliches bleibt öffentlich, privat wird öffentlich: Finanzierung und Eigentum

Während Prof. Nigris die Charakteristika und Mechanik von PPP-Modellen im Allgemeinen erläuterte, verwies Hager spezifisch auf das PPP-Projekt Viva Virgolo. Demnach investiert SIGNA für den Virgl in Bozen ca. 170 Millionen Euro (ca. 130 Mio. für die Kultureinrichtungen, ca. 40 für die Seilbahn, Gastronomiebetriebe etc.) aus rein privaten Mitteln. Damit entstehen Strukturen, die sofort öffentlich nutzbar sind: „Bei den Museen handelt es sich ja um Landesmuseen; als solche sind sie samt dem Ötzi und allen weiteren Exponaten auch weiterhin im öffentlichen Eigentum und ihnen obliegt auch die Hoheit über die Eintrittspreise“, unterstrich Hager. Die Gebäude selbst werden im Konzessionswege von SIGNA betrieben (Dienstleistungen, Energie- und Facility-Management) und gehen nach Ablauf der Konzession ebenfalls ins öffentliche Eigentum über. Refinanziert wird das Modell über Einnahmen aus den erwähnten Dienstleistungen sowie aus dem Betrieb der Seilbahn und Gastronomiebetriebe. „Dabei werden die öffentlichen Kassen zu keinem Zeitpunkt beansprucht; im Gegenteil: über die Jahre vermehrt sich das öffentliche Eigentum, indem die heute in Privatbesitz befindlichen Strukturen an das Land übergehen.“ Alle eventuellen Risiken liegen dabei bei SIGNA.

Eröffnung im Sommer 2026

Als zeitlichen Horizont nannte Hager den Sommer 2026: Für technische Prüfungen der Unterlagen durch die Landesämter und die Entscheidung der Landesregierung sind ca. zwölf Monate geplant, die öffentliche Ausschreibung für die Projektumsetzung dauert ca. sechs Monate zu rechnen und die Bauzeit wird mit ca. 40 Monaten veranschlagt. „Ich freue mich schon auf das Eröffnungskonzert im Sommer 2026“, so Hager.

Von: luk

Bezirk: Bozen

Kommentare

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39 Kommentare auf "Signa will am Virgl 170 Mio. Euro investieren"


Sortiert nach:   neuste | älteste | Relevanz
PeterSchlemihl
PeterSchlemihl
Universalgelehrter
7 Tage 10 h

Was soll das Ganze? Man soll alles lassen, wie es ist.

Galantis
Galantis
Grünschnabel
7 Tage 7 h

..träum weiter!

Spiegel
Spiegel
Universalgelehrter
7 Tage 4 h

Nein danke Benko!

Galantis
Galantis
Grünschnabel
7 Tage 3 h

.. Dank sei Benko!

schlauer
schlauer
Tratscher
7 Tage 3 h

Besser derweil am alten Busbahnhof schwimmen gehen….
Benko und Co. glauben wohl mit ihrem ganzen Geld auch noch die Natur besiegen zu können!
Sind doch alle grössenwahnsinnig bzw. kriegen nie genug🙏

schreibt...
schreibt...
Superredner
6 Tage 17 h

@Spiegel Wieso wollt ihr Ewiggestrigen keine Investitionen im sonst schon heruntergekommenen Bozen!?
Das ist nur eine Aufwertung der Landeshauptstadt, die sie dringendst benötigt!!!

Doolin
Doolin
Universalgelehrter
6 Tage 17 h

…Bozen liebt den Stillstand…der Virgl bleibt verlottert…
😆

genau
genau
Kinig
6 Tage 15 h

Es ist Obst im Haus!

HerrSuedtiroler
HerrSuedtiroler
Tratscher
7 Tage 10 h

ja klar, wir sollten am besten das ganze gemeindegebiet dem benko anvertrauen. was für tolle sachen der fabriziert kann man momentan am bahnhof bewundern. ein schwimmbecken in mitten des stadzentrum gefüllt mit grundwasser, das später sogar zum durst löschen dienen wird. enfach nur toll.. der benko

Storch24
Storch24
Kinig
7 Tage 9 h

Ach lieber Herr Südtiroler, und was doll das was in der Schule, das dem Land gehört ?
Wir könnten ja alles der Gruppe Oberrauch überlassen. Meiste gehört eh schon ihm.

HerrSuedtiroler
HerrSuedtiroler
Tratscher
7 Tage 9 h

und wer glaubt das für die Schäden der werte Benko aufkommt der glaubt auch das die Erde eine Scheibe ist!

PuggaNagga
7 Tage 5 h

@HerrSüdtiroler
Und vorher war es besser mit den zirkulierenden finsteren Gestalten in abgef***ten baufälligen alten Buden?
Wie ein Benko Projekt fertiggestellt aussieht kann das zum Beispiel im Kaufhaus Tyrol in Innsbruck oder Villa Eden am Gardasee erleben.

Spiegel
Spiegel
Universalgelehrter
7 Tage 4 h

Oberrauch tut nichts!

genau
genau
Kinig
7 Tage 3 h

@PuggaNagga

Die Villa Eden wird ihrem Namen definitiv gerecht.
Alles ist bis ins Detail durchdacht.
Man fühlt sich buchstäblich wie im Paradies! 🙂
Ich kann dieses Hotel bzw. Wohnanlage nur empfehlen!

Endlich jemand der weiß was er tut.
Bei den üblichen Konsorten wäre am Areal des Busbahnhofs wieder nur eine halbe Sache raus gekommen!

nightrider
nightrider
Superredner
6 Tage 20 h

@PuggaNagga und moansch de finsteren Gestallten hobn sich in Luft aufgelöst weil dort a poor Baukran stian.

nuisnix
nuisnix
Universalgelehrter
7 Tage 11 h

Ich finde die Stadt bzw. das Land wären ja ganz schön blöd, wenn sie solche Angebote nicht zumindest mit dem nötigen Ernst und Respekt behandeln würden!!

ischJOwurscht
ischJOwurscht
Superredner
7 Tage 8 h

nuisnix@

ich sehe das genauso!

nightrider
nightrider
Superredner
6 Tage 20 h

Du hosch schon berstanden wie der Deal laufen soll. Der Benko baut und das Land/Stadt soll danach die ganze Struktur anmieten.
Ich sage nein danke. Der Virgl ist nicht besonders attraktiv und sehr laut. Das wird ein Millionengrab.

wanderratte
wanderratte
Grünschnabel
7 Tage 9 h

Hoffentlich wird dieses Projekt genehmigt und nicht wie das Thunprojekt vor einigen Jahren versenkt und der Virgl für alle Ewigkeit im Dornröschenschlaf.

thomas
thomas
Universalgelehrter
7 Tage 10 h

hoffentlich wird dieses tolle Projekt realisiert

Dagobert
Dagobert
Kinig
7 Tage 10 h

Wies ausschaut werdn in Bozen endlich Nägel mit Köpfen gmocht!

Dolomiticus
Dolomiticus
Superredner
7 Tage 10 h

Das Land wird sich eine solche Chance wohl kaum entgehen lassen. Ich bin mir sicher, dass die Entscheidung für den Virgl bereits gefallen ist, trotz des vielen Geldes für Standortstudien mit anderweitigen Vorschlägen in alten Gebäuden der Stadt. Ich bin für den Virgl und bin gespannt, was passiert – man kann sich das Drehbuch aber bereits ausmalen.

pingoballino1955
6 Tage 18 h

Die Gelder die das Land für die Mieten zahlen muss,warum werden die nicht öffentlich gemacht?Verkaufte heimat!

Zugspitze947
6 Tage 17 h

Ein verlockendes Angebot ! Wenn man darauf achtet die Struktur so viel wie möglich unter den Boden bzw in den Berg zu bringen damit so VIEL WIE MÖGLICH GRÜN und NATUR übrigbleibt sollte man da zuschlagen  ❤👌 Allerdings sollte man den Grund nicht verkaufen sondern über einen Erbpachtvertrag zu verleihen ! 👌😊😀

Mikeman
Mikeman
Kinig
7 Tage 9 h

nur zu hoffen dass der ganze Kartenberg nicht mal ins Wackeln gerät 😳

Storch24
Storch24
Kinig
7 Tage 9 h

Bravo, gut so.
Ich wünsche ihnen viel Glück und diesmal ohne Wasserschaden .

Blitz
Blitz
Universalgelehrter
7 Tage 7 h

Benko hat zumindest Visionen, Caramaschi bestimmt nicht.

Ninni
Ninni
Kinig
7 Tage 8 h

Gut so, Benko wertet die Stadt Bozen auf.

Italo
Italo
Superredner
7 Tage 7 h

Na isch der Össi a guater Mensch🥱

Dagobert
Dagobert
Kinig
6 Tage 21 h

Die Italo hattn long genua Zeit kopt!

l OneManArmy l
l OneManArmy l
Superredner
7 Tage 9 h

Und wie lange soll die Konzession denn laufen? Das ist hier doch die wichtigste Information.

pingoballino1955
6 Tage 18 h

@I OneManArmy I 50 Jahre!!!

wellen
wellen
Universalgelehrter
6 Tage 15 h

PPPP- Prohekte laufen so: die Gewinne werden privatisiert, die Instandhaltung, Nachfolgekosten usw.werden dem Steuerzahler aufgebürdet. Beispiel: Tiefgarage Krankenhaus Bozen.

inni
inni
Superredner
7 Tage 3 h

Mir fällt bei dieser Angelegenheit der frühere Vizebürgermeister von Bozen Christoph Baur ein, der 2019 im Rai Sender Bozen selbstgefällig erklärt hat, dass ihm Landeshauptmann Kompatscher versichert hat, dass Ötzi niemals auf den Virgl kommen werde … 🤔

Kann sich jemand vielleicht an ein Dementi dazu erinnern❓

king76
king76
Tratscher
6 Tage 18 h

Seimor froh dass no jemand in Bozen investiert ,

olter
olter
Tratscher
6 Tage 17 h

Bald wird Bozen mit dem Virgl Rio de Janeiro mit dem Zuckerhut Konkurrenz machen!

brunner
brunner
Universalgelehrter
6 Tage 20 h

Super Sache! Welche Stadt oder welches Land würde sich so ein Angebot entgehen lassen?

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Grünschnabel
6 Tage 19 h

Das wäre das Beste, das Bozen passieren kann. Endlich hat mal jemand zukunftsweisende Visionen mit Hirn und Konzept. Bozen ist z.Zeit eine veraltete, verdreckte und heruntergekommene Stadt voller Autos und Problemen wohin man schaut. Ötzi wollte da sicher nicht landen …

ahiga
ahiga
Superredner
6 Tage 13 h

obs gut oder schlecht ist für bozen weiss ich nicht, bzw müssen die bozner selber entscheiden..
aber eines ist sicher..wenn´s für benko kein gutes geschäft wäre, würde er keinen einzigen ziegel und keine schubkarre voll malta auf dem hügel investieren…
die reichen machen sich immer reicher…das fussvolk wird immer weiter an den rad gedrückt..
leute,  der scheiss wird uns einholen…

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