Die Zukunft des autonomem Fahrens und der Elektromobilität

Silicon Südtirol – wohin bewegen wir uns?

Freitag, 28. Juli 2017 | 13:15 Uhr

Bozen – Mobilität ist ein zentrales Thema unserer Gesellschaft. Ihre Entwicklung betrifft daher jeden einzelnen von uns. Das Fahren der Zukunft baut auf drei tragende Säulen: das autonome Fahren, die Elektro-Mobilität und Sharing-Konzepte. Die Forschung schreitet voran. Bei der Fachtagung „Silicon Südtirol“ des lvh referierten hochkarätige Gäste und informierten über ihre Fachgebiete. Zum ersten Mal in Italien wurde der selbstfahrende Minibus Navya Arma präsentiert. Bei einer exklusiven Roadshow konnten die Teilnehmer zudem Modelle verschiedener Hersteller mit Elektroantrieb testen.

Elektro-Mobilität

Mittlerweile werden immer mehr Fahrzeuge von einem elektrischen Motor angetrieben. E-Bikes gelten als Trendsetter in Sachen Elektro-Mobilität. Sie begeistern eine ganz neue Gruppe von Radfahrern. Auch auf vier Rädern sind Elektromotoren auf dem Vormarsch. Alessandro Marsilio von DriWE erklärte dem Publikum, wie man ein Auto mit Verbrennungsmotor zum E-Auto umrüsten kann: „Die Umrüstung ist möglich, sie schont die Umwelt und die eigene Brieftasche“, sagte Marsilio. Markus Belz von der Koordinationsstelle Green Mobility Südtirol erläuterte hingegen die Strategien der Provinz Bozen im Bereich Elektro-Mobilität und informierte über Förderungen. Südtirol soll zu einer Modellregion für nachhaltige Mobilität werden, wobei emissionsarme Lösungen im motorisierten Individualverkehr eine tragende Rolle spielen.

Hände weg – Autos übernehmen das Steuer

Während der Autofahrt Zeit für andere Dinge haben, davon träumen viele von uns. Dass dieser Gedanke keine reine Zukunftsphantasie ist, unterstrichen mehrere Redner der Fachtagung. Gereon Meyer, Leiter Strategische Vorhaben VDI/VDE Innovation + Technik GmbH, bekräftigte: „Schon heute gibt es etablierte Technologie, mit der automatisiertes Fahren möglich wäre: Fahrassistenzsysteme, die auf Radar und Kameras basieren, helfen beim Spurhalten und regeln Geschwindigkeit und Abstand zum vorausfahrenden Fahrzeug. Eigentlich bräuchte man diese Systeme nur zusammenzuführen. Damit man getrost den Blick von der Straße und die Hände vom Lenker nehmen kann, müssen aber die Umgebung und der Verkehr rund ums Fahrzeug vollständig erfasst werden können. Dabei werden Laserscanner und die Vernetzung der Fahrzeuge untereinander eine wichtige Rolle spielen“. Reiner Jäger von der University of Apllied Sciences in Karlsruhe sprach über Systementwicklungen zur hochpräzisen Multisensornavigation für autonomes Fahren. Dank seiner Mitarbeit konnte in Dubai das erste selbstfliegende Lufttaxi in den Testbetrieb starten.

Die Zukunft zu Gast in Bozen

Im Rahmen der Fachtagung konnten sich die anwesenden Betriebe über verschiedene Möglichkeiten hinsichtlich der Elektromobilität und des autonomen Fahrens informieren und austauschen. „Der lvh möchte Vordenker, Wegweiser und Unterstützer für alle Südtiroler Betriebe sein, die auf dem Gebiet der Mobilität nach vorne schauen und innovativ denken“, erklärte lvh-Vizepräsident Martin Haller. Dass die Entwicklung selbstfahrender Fahrzeuge schon sehr weit ist, beweist das Schweizer Projekt „SmartShuttle“. Zwei autonom fahrende Busse NAVYA ARMA fahren dort auf einer Rundstrecke von 1,5 Kilometer. Im Safety Park konnten sich die Teilnehmer der Fachtagung selbst ein Bild davon machen. Den selbstfahrenden Shuttle konnte man zum ersten Mal in Italien anschauen – und auch gleich testen. Eine vorprogrammierte Runde wurde vom Shuttle abgefahren. NAVYA ist der führende Name, wenn es um die Entwicklung von hundertprozentig elektrischen und autonomen Transportfahrtzeugen geht, die unabhängig von weiterer Infrastruktur sind. NAVYA ist mittlerweile auf fünf Kontinenten im Einsatz mit mehr als 45 Fahrzeugen, die bis heute ausgeliefert wurden. Es wurden bisher mehr als 170.000 Passagiere transportiert.

Sybille Rizzolli – Von Montan ins Silicon Valley

Als wegweisendes Unternehmen auf dem Gebiet des nachhaltigen Transports gilt Tesla mit Hauptsitz im Silicon Valley. Dort am bedeutendsten Standort der IT- und High-Tech-Industrie arbeitete Sybille Rizzolli aus Montan als Marketing Managerin. Sie ist davon überzeugt, dass Südtirol vom Silicon Valley lernen kann – und umgekehrt. „Das Südtiroler Handwerk lebt von seiner Qualität und von seinen ausgebildeten Mitarbeitern“, sagt Rizzolli. Vom Silicon Valley könne man sich vor allem technische Innovationen abschauen, aber auch eine gewisse Flexibilität. Rizzolli hat bereits eine klare Vision, wie Mobilität bald aussehen könnte: „Die Zukunft des Fahrens ist völlig elektrisch und völlig selbstfahrend.“

Die Fachtagung im Safety Park wurde vom Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) unterstützt.

Von: mk

Bezirk: Bozen

Kommentare

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2 Kommentare auf "Silicon Südtirol – wohin bewegen wir uns?"


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Amadeus
Amadeus
Grünschnabel
22 Tage 14 h

Und das alles im Rahmen des Klimaschutzes. In Wirklichkeit nur Geldschefflerei.
Ich zum Beispiel habe schon lange per GPS gesteuerte Schuhe, die mich sicher nach Hause bringen.
Dabei kann ich mich gemütlich den Schäfchenwolken am Himmel widmen, die Natur im Jahres Rhythmus betrachten, bei Tag und Nacht unterwegs sein, mich dem Smartphone widmen oder gar ein kleines Nickerchen machen.
Damit will ich sagen: lasst doch den meisten neuen Scheixx, der zieht euch nur das Geld aus dem Sack.

 

Fantozzi
Fantozzi
Grünschnabel
22 Tage 14 h

wenn des autonome fohren so a super soch isch und der computer ols selber mocht – wieso gibs so a system net laengst bei die zuege? ohne mensch werds nia gian … und wenn jo donn frog es enk a x wia sich des auf die arbeits wellt auswirken werd – leit verlieren die arbeit – und net a jeder konn a dokter sein beim haus bauen brauchts olm no die maurer der architekt woas net a x wia a betonmischer betaetigen 🙂

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