Zukunftswerkstatt Südtirol 2026

“Starke Frauen – starke Betriebe: Vereinbarkeit als Erfolgsfaktor”

Dienstag, 14. Juli 2026 | 10:30 Uhr

Von: mk

Algund – Am gestrigen Abend fand im Unternehmen Karl Pichler in Algund das erste Treffen der Eventreihe „Zukunftswerkstatt Südtirol“ statt. Unter dem Motto „Starke Frauen – starke Betriebe: Vereinbarkeit als Erfolgsfaktor“ diskutierten die zahlreichen Interessierten über die Rolle von Frauen in der Arbeitswelt und die Herausforderungen und Chancen einer besseren Vereinbarkeit von Familie und Beruf.

„Durch eine familienbewusste Personalpolitik können Unternehmen dazu beitragen, dass die Vereinbarkeit von Beruf und Familienleben nicht nur ein anzustrebendes Ziel bleibt, sondern im Arbeitsalltag konkret gelebt wird. So nutzen immer mehr Arbeitgeber in Südtirol das „audit familieundberuf“ und schaffen damit Arbeitswelten, in denen Vereinbarkeit fester Bestandteil der Unternehmenskultur ist und in denen die Menschen gerne arbeiten“, erklärte Handelskammerpräsident Michl Ebner in seinen Grußworten.

„Unternehmen tragen eine zentrale Verantwortung, Vereinbarkeit aktiv zu ermöglichen. Flexible Arbeitsmodelle sind dabei ein entscheidender Hebel. Gleichzeitig braucht es gesellschaftliche Rahmenbedingungen, die den Anforderungen moderner Arbeits- und Lebenswelten gerecht werden”, ergänzte Manuela Bertagnolli, Personalleiterin und Mitglied des Verwaltungsrates der Karl Pichler AG.

Den ersten Vortrag hielt Alexander Pöder vom WIFO – Institut für Wirtschaftsforschung der Handelskammer Bozen über die aktuelle Situation der Vereinbarkeit von Familie und Beruf in Südtirol. Im Mittelpunkt des Vortrags stand die vielfach bestehende Doppelbelastung vieler Frauen, die Berufstätigkeit mit Betreuungs- und Pflegeaufgaben vereinbaren müssen. Besonders die sogenannte „Sandwich-Generation“, die gleichzeitig Verantwortung für Kinder und pflegebedürftige Eltern übernimmt, gerät dabei zunehmend unter Druck.

Anschließend betonte Annemarie Kaser, Vorsitzende des Beirats zur Förderung des weiblichen Unternehmertums der Handelskammer Bozen, dass die Verantwortung für die Vereinbarkeit von Familie und Beruf nicht einseitig bei Frauen liegen dürfe. Mehr Sichtbarkeit von Frauen in Wirtschaft und Führungspositionen ist zudem wichtig, um Vorbilder zu schaffen und das vorhandene Potenzial für Unternehmen besser zu nutzen.

Damit Frauen ihre Erwerbstätigkeit ausweiten können, braucht es neben einer angemessenen Kinderbetreuung auch ein familienfreundliches Arbeitsumfeld, das die Lebensrealität von Menschen mit Sorgeverantwortung mitdenkt. Unternehmen können dabei wichtige Impulse setzen, um die Vereinbarkeit im Alltag tatsächlich zu erleichtern. Im Hauptvortrag des Abends zeigte Projektleiterin Lisa Keiler am Beispiel des Projekts VerNetzT – Vereinbarkeit Netzwerk Tirol des Regionalmanagements Innsbruck-Land, wie regionale Netzwerke und Kooperationen Familien entlasten und zugleich dazu beitragen können, das Potenzial gut ausgebildeter Frauen in der Arbeitswelt besser zu nutzen.

Die nächsten Events der Veranstaltungsreihe Zukunftswerkstatt Südtirol 2026 finden am Donnerstag, 16. Juli 2026 um 18 Uhr bei der Schlosserei Schwärzer in Gais und am Mittwoch, 22. Juli 2026 um 18 Uhr bei den Roner Brennereien in Tramin statt. Die Teilnahme ist kostenlos, eine Anmeldung unter www.wifo.bz.it/zukunftswerkstatt erforderlich.

Bezirk: Burggrafenamt

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