Preisschwankungen (rote Linie) an der Mailänder Strombörse 

Strom: Fixpreisverträge bieten Sicherheit, haben aber Nebenwirkungen

Montag, 27. April 2026 | 11:07 Uhr

Von: luk

Bozen – Fixpreisverträge können Stromkundinnen und Stromkunden in Krisenzeiten vor stark steigenden Preisen schützen. Gleichzeitig gehen sie jedoch mit einem hohen Maß an Inflexibilität einher. Darauf weist der Südtiroler Energieverband (SEV) hin.

Der Vorteil liegt in der Planbarkeit: Der Strompreis bleibt über die Vertragslaufzeit konstant, unabhängig von Entwicklungen am Markt. Preisschwankungen, etwa infolge geopolitischer Krisen, treffen Fixpreiskundinnen und Fixpreiskunden daher nicht unmittelbar.

Dem stehen variable Tarife gegenüber, die sich am Prezzo Unico Nazionale (PUN) orientieren. Dieser wird an der italienischen Strombörse laufend neu gebildet und schwankt teils stark – mit sowohl hohen als auch sehr niedrigen Preisen.

“Wer einen Fixpreisvertrag in einer Hochpreisphase abschließt, zahlt unter Umständen über Jahre hinweg mehr als bei einem variablen Tarif”, erklärt SEV‑Präsident Thomas Gasteiger. Sinkt der PUN wieder, bleibt dieser Vorteil Fixpreiskundinnen und Fixpreiskunden verwehrt.

Besonders bei hoher Stromerzeugung aus Photovoltaik und Wind – etwa an sonnigen Wochenenden – fallen die Börsenpreise oft deutlich. Variable Tarife geben diese Vorteile weiter, Fixpreisverträge hingegen nicht. “Trotz günstiger Marktbedingungen zahlen Fixpreiskundinnen und Fixpreiskunden weiterhin einen vergleichsweise hohen Preis”, betont SEV-Geschäftsführer Matthias Obrist.

Fazit: Fixpreisverträge bieten kurzfristige Sicherheit, setzen aber auf dauerhaft hohe Strompreise. Wer sich dafür entscheidet, gewinnt an Planbarkeit – verzichtet jedoch auf Einsparpotenziale und trägt das Risiko, langfristig mehr zu bezahlen.

Bezirk: Bozen

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