„Hydrogen Valley South Tyrol“

Südtirol als globales Vorbild in Sachen Wasserstoff

Sonntag, 03. Mai 2020 | 15:57 Uhr

40 Leuchtturmprojekte an Standorten auf der ganzen Welt, ein gemeinsames Ziel: die Förderung von Wasserstoff als nachhaltiges Bindeglied zwischen Energie und Mobilität.

Die Wirtschaftsminister Europas sowie von China, Australien, USA und mehreren südamerikanischen Ländern haben sich unter Federführung der EU-Kommission zur „Mission Innovation“ zusammengeschlossen, um in ihren jeweiligen Ländern beispielgebende Projekte aufzubauen und zu unterstützen. Unter diesen wurden besonders gelungene Projekte, sog. Flagships, ausgewählt: Diese werden nun intensiver begleitet, um wertvolle Erkenntnisse für andere Länder und Projekte zu gewinnen.

Unter diesen ausgewählten Projekten befindet sich auch das Hydrogen Valley South Tyrol. „Es ist eine große Ehre, dass Südtirol als internationales Leuchtturmprojekt für Wasserstoff ausgewählt wurde“, unterstreicht Landeshauptmann Arno Kompatscher. „Auch der Zeitpunkt passt perfekt mit unseren Programmen überein: Die Coronakrise stellt alle Bereiche der lokalen Wirtschaft und jeden Einzelnen von uns auf eine harte Probe. Aus dieser Krise muss bei uns und weltweit ein Neubeginn folgen, der von Anfang an möglichst nachhaltig ausgerichtet sein muss. Und Wasserstoff, davon bin ich überzeugt – wird dabei eine wichtige Rolle spielen.“

Das Südtiroler „Wasserstofftal“ besteht aus 3 Ausbaustufen: Nach den ersten erfolgreichen EU-Pilotprojekten „CHIC“ und „HyFIVE“ im Bereich der elektrischen Brennstoffzellenbusse und –autos ist Südtirol momentan in Phase 2 angelangt: Über die von der Südtiroler Landesregierung und der EU unterstützten Projekte „Mehrlin, „JIVE“ und „LIFEalps“ wird der regionalen Roll-Out realisiert, d.h. die Infrastrukturen für Batterie- und Wasserstoffmobilität werden ausgebaut, mehrere Fahrzeugflotten werden auf die Straßen gebracht, um emissionsfreie Dienstleistungen in verschiedenen Bereichen, z.B. im Öffentlichen Personennahverkehr oder im Tourismus, anzukurbeln.

„Es ist wichtig, dass die regionale Entwicklung koordiniert und strategisch erfolgt. Deshalb wird momentan ein ressortübergreifender Wasserstoffplan für Südtirol und in enger Zusammenarbeit mit den Nachbarprovinzen für die ganze Euregio erarbeitet, welchre auf dem Südtiroler Erfahrungsschatz der letzten Jahre aufbaut. Ziel ist es, die öffentliche und private Mobilität nicht nur effizient sondern auch möglichst emissionsfrei zu gestalten,“ ergänzt Mobilitätslandesrat Daniel Alfreider.

Auf den regionalen Ausbau folgt der überregionale und internationale Ausbau in der dritten und letzten Phase. Und hier kommt Südtirols geografische Lage zum Tragen: Der Brennerkorridor verbindet Mitteleuropa mit Italien und ist somit besonders stark (schwer)verkehrsbelastet. Diesen zu entlasten und möglichst emissionsfrei zu gestalten, ist Ziel der Phase 3, in welcher auch die Brennerautobahn AG eine wichtige Rolle spielen wird: „Es ist kein Zufall, dass gerade die Brennerautobahn zu einem Zeitpunkt in Wasserstoff investiert hat, als dies noch als seltsam und bizarr galt“, erinnert sich Carlo Costa, Technischer Generaldirektor der Brennerautobahn.

„Im Gegensatz zu dem, was viele Leute denken, ist es nicht die Autobahn,  welche die Umwelt verschmutzt, sondern die Fahrzeuge. Was eine Autobahn hingegen tun kann, und was wir bereits gemacht haben und weiterhin auch machen werden, ist die Förderung der Null-Emissions-Mobilität: Wir haben bereits ein stabiles Netz von Ladesäulen für batterie-elektrische Fahrzeuge und jetzt planen wir, weitere Wasserstofftankstellen zu eröffnen und somit den Brennerkorridor zum ersten grünen Korridor Europas zu machen. Vor allem von den LKWs erwarten wir uns viel”, fügt Costa hinzu.

Das Konzept zum „Hydrogen Valley South Tyrol“ wurde vom Institut für Innovative Technologien (IIT) in Zusammenarbeit mit der Brennerautobahn und Alperia erarbeitet – somit ist auch ein wichtiger heimischer Energieversorger mit an Bord: „Wir möchten erneuerbare Energie für alle Formen der Elektromobilität und alle Fahrzeugkategorien auf die Straße bringen, und werden uns deshalb weiterhin und in größerem Maße im Bereich Wasserstoff engagieren“, so Johann Wohlfahrter, Generaldirektor von Alperia.

Gerade dieser Schulterschluss zwischen lokaler Politik, Autobahnbetreiber und lokaler Energiewirtschaft in einem stimmigen und langfristigen Konzept war eines der Kriterien, warum das Projekt aus dem „kleinen Südtirol“ nun weltweit zum Vorbild und Know-how Lieferanten ausgewählt wurde.

Von: lup

Kommentare

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14 Kommentare auf "Südtirol als globales Vorbild in Sachen Wasserstoff"


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Zugspitze947
Zugspitze947
Universalgelehrter
1 Monat 1 Tag

Ja Wasserstoff ist die ZUKUNFT und viel umweltfreundlicher als die E-Karren 🙁

sanoj
sanoj
Neuling
1 Monat 1 Tag
Wasserstoffautos sind Autos mit Elektroantrieb wobei selbige weitaus ineffizienter als Batteriebetrieben E-Autos sind. Bei der Elektrolyse mit Strom, Verflüssigung und Kompression, Transport und Befüllung, Brennstoffzelle – Stromerzeugung ein Gesamtwirkungsgrad von ca. 30% übrigbleibt. Batteriebetriebene E-Autos haben einen Gesamtwirkungsgrad von ca. 72% ab Stromproduktion. Transport Speicherung – Batterie – Elektromotor. E-Auto Batterien können heute schon zu 95% recycled werden oder noch ca. 25 Jahre als off-grid Energiespeicher genutzt werden. Außerdem ist die Technologie noch lange nicht ausgereift oder hat ihren Höhepunkt erreicht. Es gibt und wird massenhaft an neuen Zellen geben immer weniger oder ohne Seltenen Erden, sichere solid state Zellen…… Weiterlesen »
Look_at_Yourself
Look_at_Yourself
Grünschnabel
1 Monat 18 h

@sanoj
Das natürlich alles, was Sie schreiben. Aber der Wasserstoff hat auch einige Vorteile.
Zum Beispiel kann man ihn mithilfe von Windkraft oder Photovoltaik erzeugen. Dadurch relativiert sich der geringere Wirkungsgrad erheblich. Zudem kann man den überschüssigen Strom auf diese Weise zwischenspeichern und bei Bedarf wieder in Strom verwandeln.
Ich sehe Wasserstoff zumindest als gute Technologie für Lkw, Traktoren, Baumaschinen und andere Geräte, die mit Batterien nur schwer zu versorgen sind. Ein großer Traktor ist heutzutage so ausgelegt, dass er mindestens 8-10 Stunden mit Höchstleistung arbeiten kann. Da gehen locker mal 120L Diesel am Tag durch. Das ist mit Batterie alleine nicht machbar.

sanoj
sanoj
Neuling
1 Monat 14 h
Überschüssige Energie kann genauso in andere Formen umgewandelt werden und mit der heutigen Technik/Fahrzeugen jetzt schon verwendet werden z.B. synthetisches Benzin, Diesel und Gas. Dabei fällt auch der Aufbau einer neuen Tankinfrastruktur weg. Wasserstoff wird seinen Weg im Transportwesen finden, Lkw’s, Schiffe und vielleicht Flugzeuge ein paar Autobusse. Bestimmt nicht in größerer Anzahl im Individualverkehr. Traktoren kann ich mir nicht vorstellen, die werden ja meist am Hof betankt, ein Wasserstofftank kostet extrem viel verbraucht konstant Energie (Druckaufbau) und der Sicherheitsfaktor… kann mir auch nicht Vorstellen dass dann alle nach BZ zum Tanken fahren. Aber Einen Batterietraktor mit den eigenen Photovoltaikanlagen… Weiterlesen »
lottchen
lottchen
Superredner
1 Monat 1 Tag

wie sagt man so schön… der esel immer voraus🤫
#südtirolfirst🥳

spion
spion
Grünschnabel
1 Monat 1 Tag

Und mir Deppn brav hintnnoch.

anonymous
anonymous
Universalgelehrter
1 Monat 1 Tag

Die Renten Vorauszahlung ist auch ein Vorbild

raunzer
raunzer
Superredner
1 Monat 1 Tag

Die lächerlichsten aller Träume sind die Träumereien der selbsternannten Weltverbesserer.

(chin. Phyl.)

brunner
brunner
Superredner
1 Monat 1 Tag

Wie immer….wir Südtiroler sind überall mega super mega die Besten!! Ich kanns nicht mehr hören…. Hochmut kommt bekanntlich vor dem Fall!!

kristkindl
kristkindl
Grünschnabel
1 Monat 1 Tag

Wir werden immer und überall die Besten sein! Nur wird das uns schön lagsam aber sicher niemand mehr abkaufen!

Guri
Guri
Superredner
1 Monat 1 Tag

.. Südtirol First , eine Land das glaubt die besten zu sein , Arroganz , Hochmut, Falschheit . das sind die wahren Südtiroler des neuen Jahrhundert .

Zugspitze947
Zugspitze947
Universalgelehrter
1 Monat 14 h

Guri: Kompliment und das liest man besonders hier! ANONYM ist der MUT und die Feigheit besonders groß. Der Ander dreht sich im Grab um wenn er seine Nachkommen beobachtet 🙁 Sie sind perfekte Italo-Südtiroler geworden 🙂 Markus Köll=träum weiter ihr seid verkauft !!!!!!!! 🙁

selwol
selwol
Tratscher
1 Monat 1 Tag

Mit dem Geld Anderer ist leicht grinsen,nicht wahr meine Herrn

MarkusKoell
MarkusKoell
Grünschnabel
1 Monat 17 h

Mir würd schon reichen wenn Wir nicht mehr zu Italien gehören würden 😂 

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