Möglichkeiten zur Steigerung der Rentabilität bäuerlicher Waldbewirtschaftung

Südtiroler Bauernbund-Preis 2026 vergeben

Donnerstag, 11. Juni 2026 | 16:52 Uhr

Von: mk

Bozen – Wie lässt sich die Wertschöpfung in der heimischen Forstbewirtschaftung steigern? Am Beispiel von Südtiroler Bauernhöfen untersuchten sieben Gruppen von Studierenden des Bachelorstudiengangs „Nachhaltige Land- und Forstwirtschaft in Berggebieten“ diese Fragestellung. Die Ergebnisse ihrer Studienprojekte präsentierten sie im Rahmen des Wettbewerbs um den Südtiroler Bauernbund-Preis 2026 einer Fachjury.

Der Wald hat wichtige ökologische Funktionen und dient der Naherholung für große Teile der Bevölkerung. In Südtirol wird etwa die Hälfte des Waldes von bäuerlichen Betrieben gepflegt und bewirtschaftet. Anlass genug, der Frage nachzugehen, wie die Waldbewirtschaftung wirtschaftlicher gestaltet werden kann, damit Südtirols Wälder auch künftig ihre vielfältigen Leistungen für Gesellschaft und Umwelt erbringen können. Dies war die Fragestellung für die Studierenden des Bachelorstudiengangs Agrar-, Lebensmittel- und Bergumweltwissenschaften der Freien Universität Bozen, die sich im laufenden Sommersemester im Rahmen eines Studienprojekts am Wettbewerb um den Südtiroler Bauernbund-Preis beteiligten.

Bei der mittlerweile vierzehnten Ausgabe dieser Kooperation zwischen der Freien Universität Bozen und dem Südtiroler Bauernbund werden Theorie und Praxis verknüpft, unterstrichen die Mitglieder der Jury. Diese musste die schwierige Entscheidung fällen, welche drei Studienprojektarbeiten prämiert werden. Als Sieger ging in diesem Jahr ein dreiköpfiges Team hervor, das die Situation des Bärntalerhofes in Pfalzen mit rund 60 Hektar Waldfläche analysierte.

Die  Ergebnisse ihrer Arbeit zeigten, dass eine kontinuierliche Waldpflege sowie Investitionen in diese, die Walderträge signifikant steigern können. Zudem sei es wichtig, gesundes und hochwertiges Holz zu schlägern und zu verkaufen, welches eine höhere Rentabilität bei ähnlichen Produktionskosten als der Verkauf von Schadholz gewährleistet. Außerdem von Vorteil seien Wald-Zertifizierungen wie PEFC (unabhängiges System zur Sicherstellung einer nachhaltigen Waldbewirtschaftung), welche alle Südtiroler waldbewirtschaftende Betriebe über den SBB erlangen können. Andere Gruppen zeigten auch außergewöhnlichere Möglichkeiten der forstlichen Rentabilitätssteigerung auf, wie beispielsweise geführte Waldexkursionen gegen Entgelt.

In diesem Jahr sei das Rennen wieder knapp gewesen, unterstrich der verantwortliche Professor Christian Fischer: „Die Qualität aller Präsentationen war erneut sehr hoch. Die Zusammenarbeit mit dem Südtiroler Bauernbund zeigt, wie wertvoll praxisnahe Lehrformate für die Ausbildung unserer Studierenden sind. Indem der thematische Schwerpunkt des Seminars jährlich gemeinsam festgelegt wird, stellen wir sicher, dass die bearbeiteten Fragestellungen sowohl wissenschaftlich relevant als auch von unmittelbarer Bedeutung für die Praxis sind“, unterstreicht Christian Fischer. Bei Besuchen ausgewählter Betriebe – einige sind Teil des Kleinwaldmonitorings von Eurac Research – erhielten die Studierenden Einblick, wie die Umsetzung in der Praxis aussieht, um dann in ihren Projektarbeiten einzelne Aspekte zu vertiefen.

„Für uns als Südtiroler Bauernbund ist die Kooperation mit der Universität sehr wichtig“, dankte der SBB-Bezirksobmann von Bozen Oswald Karbon der Uni Bozen. „Zum einen werden junge Menschen motiviert, in den Bereich Landwirtschaft einzusteigen, zum anderen liefern uns solche Projekte interessante Einblicke in die Chancen und Herausforderungen der Südtiroler Waldbewirtschaftung und zeigen Strategien, wie die Wirtschaftlichkeit der Betriebe langfristig gestärkt werden kann.“

Dem pflichtete auch Matthias Bertagnolli bei, Hauptabteilungsleiter sowie Leiter der Abteilung Innovation & Energie im Südtiroler Bauernbund. „Gerade für unsere kleinstrukturierten Südtiroler Landwirtschaftsbetriebe sind Innovation und Forschung von großer Bedeutung. Sie zeigen Wege auf, wie sich die Betriebe nachhaltig weiterentwickeln und langfristig wettbewerbsfähig bleiben können.“

Jurymitglieder des 14. Südtiroler Bauernbund-Preises waren Oswald Karbon (Bezirksobmann Bozen, SBB), Matthias Bertagnolli (Hauptabteilungsleiter sowie Leiter der Abteilung Innovation & Energie, SBB); Ingeborg Rainalter Rechenmacher (Südtiroler Bäuerinnenorganisation SBO); Michael Mitterer (Südtiroler Bauernjugend SBJ); Christian Hoffmann (Eurac Research). Die Freie Universität Bozen wurde von den Lehrveranstaltungsleitern Prof. Christian Fischer und Prof. Jonas Rossmanith von der Fakultät für Agrar-, Umwelt- und Lebensmittelwissenschaften vertreten.

Namen der Siegergruppen:

1. Platz: Denise Pallhuber, Annika Brazzoduro, Giulia Casagrande (Bärntalerhof, Pfalzen)

2. Platz: Maria Guidolin, Martina Sottovia, Johanna Gaflig, Veronika Mair (Schornhof, Aldein)

3. Platz: Ilaria Michelon, Anna Trabucchi, Anna Casagrande, Noemi Folino (Moar an der Lahn Hof, Villanders)

Bezirk: Bozen

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