Von: Ivd
Bozen – Die Initiative Baumgart rund um den Pomologen Philipp Bodner und den Verein Sortengarten Südtirol wählt alljährlich eine Streuobstsorte des Jahres. Das Ziel dabei ist es, die Besonderheiten alter Obstsorten in den Mittelpunkt zu rücken und einen Anreiz zu schaffen, alte Sorten zu erhalten oder neu anzubauen.
Als Waldschönheit („Belle de Bois“) hat der belgische Botaniker Jean-Baptiste Van Mons diese Birne bezeichnet. Sie war aus einem Zufallssämling entstanden. Van Mons fand die „Waldschönheit“ Ende des 18. Jahrhunderts in einem Gehölz in den Ardennen in Flandern, vermehrte sie und förderte ihre Verbreitung.
Im deutschsprachigen Raum ist sie als „Holzfarbige Butterbirne“ bekannt. In Südtirol findet man sie nur noch selten, etwa an Standorten auf dem Ritten oder in sonnigen Lagen im mittleren Eisacktal. So wie die schöne Prinzessin aus dem Märchen ist auch diese Birne sehr empfindlich, sie reagiert stark auf Witterungseinflüsse und braucht warme und trockene Standorte, um sich entfalten zu können.
Die Frucht wird mittelgroß, kegelförmig und bauchig mit abgestumpftem Stiel. Sie hat eine dünne, leicht rauen Schale und eine honiggelbe Farbe mit größeren Rostflecken. Ihr Äußeres lässt tatsächlich an eine Oberfläche aus Holz denken. Den Namen „Butterbirne“ verdient sie sich wegen ihres schön schmelzenden, gelblich-weißen Fruchtfleischs. Charakteristisch ist ihr süßer, aromatischer Geschmack und die eigenartige Würze. Leider wirft die Waldschöne wegen ihrer Empfindlichkeit nur unregelmäßige Erträge ab.




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