Weidetierhaltung in Gefahr

Südtirols Bauern bei Großdemo in München gegen den Wolf

Samstag, 02. Oktober 2021 | 17:06 Uhr

München – Eine Delegation des Südtiroler Bauernbundes (SBB) hat heute an einer Protestveranstaltung in München gegen den Wolf teilgenommen. SBB-Landesobmann Leo Tiefenthaler unterstrich in seiner Rede auf dem Münchner Odeonsplatz die Notwendigkeit einer alpenübergreifenden Lösung für den Schutz von Weidetieren.

Über 1500 Tierhalter aus Bayern sowie Landwirte und Verbändevertreter aus ganz Deutschland, Tirol und Südtirol nahmen an der vom Bayerischen Bauernverband organisierten Protestveranstaltung in München teil. Für den Südtiroler Bauernbund war eine Delegation um Landesobmann Leo Tiefenthaler, Landesobmannstellvertreter Daniel Gasser und Bergbauernvertreter Alberich Hofer in München mit dabei.

Mit der Großdemo unter dem Titel „Ausgebimmelt? Gemeinsam für den Schutz der Weidetiere“ machten die Landwirte auf die steigende Zahl an Nutztierrissen durch Wölfe aufmerksam, die den Fortbestand der Weidetierhaltung in Gefahr bringt.

Ausgerüstet mit Schildern und Spruchbändern zogen die Bäuerinnen und Bauern im Demonstrationszug um die Münchner Innenstadt. Anschließend folgte die Großkundgebung auf dem Odeonsplatz, auf der u. a. die Bauernpräsidenten von Bayern, Tirol und Südtirol sprachen.

Tiefenthaler unterstrich dabei die gemeinsamen Probleme der Berglandwirtschaft durch die ungeregelte Ausbreitung von Großraubtieren: „Überall dort, wo die Wolfsbestände zunehmen, steigt auch die Zahl der gerissenen Nutztiere rasant an.“

Geschehe nichts, um Wölfe und Bären im Zaun zu halten, würden mehr und mehr Bauern ihre Schafe, Ziegen und Jungrinder nicht mehr alpen und Almen in der Folge verbuschen. Der SBB-Landesobmann warnte vor den Folgen für Landschaft, Tourismus und Artenvielfalt: „Geht der Bauer, dann sind bald auch die Touristen weg und die Tier- und Pflanzenvielfalt auf den Almen.“

Tiefenthaler forderte die Landwirte in Bayern, Tirol und Südtirol auf, für eine alpenübergreifende Lösung für den Schutz der Weidetiere einzustehen. „Dazu gehört eine Absenkung des absoluten Schutzstatus für Wölfe in Brüssel.“ Weitere Anliegen sind die Ausweisung von Weide- und Almgebieten als sensible Zonen, um dort die traditionelle Weidetierhaltung, offene Landschaften und Artenvielfalt zu erhalten. Dritte Forderung ist ein Managementplan, um die sensiblen Gebiete im Alpenraum frei von Wölfen und Bären halten zu können.

Für mehr Verständnis der Politik für die Situation der Tierhalter mit dem Wolf warb auf der Kundgebung der Präsident des Bayerischen Bauernverbandes Walter Heidl. „Wir brauchen mehr Vernunft in der Politik im Umgang mit Großraubtieren, damit die Weidewirtschaft nicht auf der Strecke bleibt.“

In Bayern sei der lebendige ländliche Raum ebenso wie in Tirol und Südtirol kein hohles Schlagwort, sondern das Ergebnis jahrzehntelanger Anstrengungen. „Diese Errungenschaften“, so Heidl, „dürfen wir nicht aufgeben, der Schutz von Wolf und Bär steht nicht über allem.“

Der Präsident der Landwirtschaftskammer Tirol Josef Hechenberger warnte vor dem „größten Bauernsterben“, wenn sich im Umgang mit dem Wolf nichts ändere.

Von: mk

Bezirk: Bozen

Kommentare

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46 Kommentare auf "Südtirols Bauern bei Großdemo in München gegen den Wolf"


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ischJOwurscht
ischJOwurscht
Universalgelehrter
18 Tage 9 h

Gibt es auch eine Demo fuer den Wolf? 😍

So sig holt is
So sig holt is
Universalgelehrter
18 Tage 7 h

mogsch lei uane organisieren, am besten in der Nähe des wolfsrudels 👍

Look_at_Yourself
Look_at_Yourself
Superredner
17 Tage 17 h

@So sig holt is
Vor einem Wolfrudel brauchst keine Angst zu haben.
Das würdest du noch nicht einmal bemerken, wei es dem Menschen aus dem Weg geht.

Krabbe
Krabbe
Tratscher
17 Tage 16 h

@Look_at_Yourself
Geht es auch dem Weidetier aus dem Weg?
Möchte deine naive Städtersicht nicht allzu arg betrüben, aber der Wolf folgt dem “vollen Kühlschrank”, dh. er folgt dem Menschen und seinen vor allem viehwirtschaftlichen Altivitäten.

neidhassmissgunst
neidhassmissgunst
Superredner
17 Tage 16 h

@ischJOwurscht
Wenn der Wald voller wilder Tiere ist dann sind es die grünen Stadler die als Erste das “Schwemmklauben” aufgeben. “Abbiamo paura dell’orso, andiamo da un’altra parte per i funghi” heißt es dann. So vielfach geschehen im Nonstal. Ja.. aber die ortsansässigen Bauern müssen trotzdem in Ihre Flächen gehen zum Holzarbeiten und zur Viehwirtschaft und damit fertig werden.

Look_at_Yourself
Look_at_Yourself
Superredner
17 Tage 14 h

@Krabbe
ich muss dich enttäuschen, ich lebe auf dem Land und war selbst jahrzehntelang Bauer. Der Mensch muss sich einfach wieder an den Wolf gewöhnen. Man muss nicht jedes Wildtier umbringen. Meine Enkelinnen möchten auch noch etwas von der Natur haben.
Weidetier kann man gegen den Wolf schützen.
Es gibt Elektrozäune und Schutzhunde.
Man kann die Tiere über Nacht einstallen, oder Gänse und Esel mit in der Herde halten.

ischJOwurscht
ischJOwurscht
Universalgelehrter
17 Tage 13 h

neidhassmissgunst

Berufsrisiko!

Oder glaubst du im ernst, irgendwein Brummifahrer würde sagen, ich fahre nicht mehr den LKW, da soviele IDIOTEN unterwegs sind und dann erst der Vehrkehr!!!! LOL

schneidigozoggla
schneidigozoggla
Superredner
16 Tage 16 h

i find dein Kommentar toll

Kingu
Kingu
Tratscher
18 Tage 8 h

Eins was man wissen sollte, die Ansiedlung des Wolf war die Idee der EU, die werden nicht viel dagegen machen. Auch sind die Kleinbauer und Almbetriebe für die EU Lobbyisten nicht an Bedeutung. Die Kohle machen in deren Augen andere, deswegen sind auch Missstände bei der Förderung der Standard oder warum erhaltet man für 1 Hektar Heuwiese welche Voraussetzung für 2.5 Kühe darstellt, 1000€ Förderung und für eine Obstwiese und Weingut das Doppelte bzw. noch mehr, obwohl Wiese und Ertrag um das 10-fache höhere Werte besitzt, als die Heuwiese. Förderung der bereits Reichen?

mair2
mair2
Neuling
18 Tage 7 h

Wenn man etwas schreibt sollte es auch wahr sein. …

Frank
Frank
Superredner
18 Tage 3 h
“Eins was man wissen sollte, die Ansiedlung des Wolf war die Idee der EU” Wie es mit den wenigen Wölfen in Südtirol gelaufen ist, kann ich zwar nicht sagen, aber die vielen in Deutschland sind selbstständig, ohne Zutun der EU, aus Osteuropa eingewandert, haben also einen Migrationshintergrund. Wenn ich mich recht erinnere, gab es hier mal einen Bericht, daß auch die Wölfe in Südtirol von diesen abstammen (sollen). Also auch nichts mit angesiedelt. Und komisch, obwohl die Wolfsdichte, wie auch die absolute Zahl, ein Vielfaches der kleinen Populationen südlich der Donau betragen, gibt es im Norden nicht einmal einen Bruchteil… Weiterlesen »
bon jour
bon jour
Universalgelehrter
17 Tage 17 h

der Wolf wurde nicht angesiedelt. schon gar nicht von der EU

ischJOwurscht
ischJOwurscht
Universalgelehrter
17 Tage 15 h

bon-jour@

Der Wolf war schon vor allen Sesselfurzern hier….

Kingu
Kingu
Tratscher
16 Tage 2 h

Doch die Ansiedlungen und Schutzmaßnahmen führten zur heutigen Verbreitung in Deutschland und Alpenhauptkamm, welcher Österreich, Südtirol, Schweiz und Teile von Frankreich einschließt. Ohne dieser EU Massnahmen gäbe es keinen Schutz für diese Raubtiere.

Doolin
Doolin
Universalgelehrter
18 Tage 8 h

…schianer Ausflug nach München, ah ohne Oktoberfest…
😏

Oracle
Oracle
Superredner
18 Tage 6 h

@Doolin, so ein Kommentar ist mehr als traurig, hier geht es um das Überleben von Bergbauern. Sollen alle Landesangestellte werden, wenn die Tierhaltung nicht mehr so möglich ist? Wollen wir Zustände wie in manchen Regionen, wo Almen aufgelassen werden und Kleindörfer aufgelassen werden?

Sag mal
Sag mal
Kinig
17 Tage 18 h

@Oracle Die Bauern haben die Tiere Die das meiste Geld bringen das ganze Jahr im Stall! Das Sind die Letzten Die ums Überleben kämpfen brauchen. Da Sind Wir lange erster an der Reihe.

Sag mal
Sag mal
Kinig
17 Tage 18 h

@Oracle Sind Das etwa die Druckmittel Die Ihr seit langem anwendet? Oje oje🤦🏻‍♀️

Doolin
Doolin
Universalgelehrter
17 Tage 17 h

@Oracle …München ist immer einen Ausflug wert, du Spassbremse…darfst daheim bleiben Trübsal blasen…
😅

neidhassmissgunst
neidhassmissgunst
Superredner
17 Tage 16 h

@Sag mal
So ein dummes Zeug was du da verbreitest.
Genau das Gegenteil ist der Fall. Es sperren 100 Milchbauern pro Jahr in Südtirol zu. Informiere dich mal über die ganzen Probleme die es gibt. Und jetzt im laufenden Jahr bricht auch noch der Milchpreis zusammen, wegen des schwachen 1.Halbjahres ohne die Wintergastronomie.

Erwin1960
Erwin1960
Neuling
17 Tage 16 h

Wieso gehtsi in Deutschland ausi to in Südtirol warn Bauern genug zan demostriern homsi Ongst va die Vorgesetzte in Londhaus Kompascher u co🦌🐖

Sag mal
Sag mal
Kinig
17 Tage 7 h

@neidhassmissgunst wenn Sichs nicht lohnen würde hätt Keiner mehr Milchkühe. Wenn es 100 Sind müssten bald Keine mehr Sein. Kenne kein einziges Beispiel.

Savonarola
18 Tage 8 h

Der Wolf muss weg, der Bär muss weg und die Tierschutzverbrecher auch.

bon jour
bon jour
Universalgelehrter
17 Tage 17 h

Savonarola wieder mal extremistisch ?
Tierschützer sind nicht Verbrecher

inni
inni
Universalgelehrter
18 Tage 6 h

i hon an‘ Allergie gegen die Bauern bzw. gegen die einschlägige Partei, de sie mit Steuergeldern subventioniert, von Steuerabgaben weitgehend verschont, ihnen „Gastronomie“, „Hotellerie“ und „Lebensmittelverkauf“ erlaubt, ohne die ganzen Auflagen erfüllen zu müssen, die echte Gastromie- Hotellerie- und Lebensmittelbetriebe beachten und einhalten müssen.

Moidile
Moidile
Grünschnabel
17 Tage 18 h

@inni
die Bauern sind die Lebensmittelhersteller, Landschaftspfleger, Almenbewirtschafter und Waldaufräumer.
da wunderts mich nicht das d.. eine Allergie hast, oder sind es die Äpfel.?

nero
nero
Neuling
17 Tage 16 h

@inni
diese Allergie kenne ich, die hat einen Namen und nennt sich “Neid”. Brauchst aber nicht neidisch zu sein. Die Subventionen sind so gering und an Bedingungen geknüpft. Würdest du ein durchschnittliches Bauerneinkommen in Südtirol von 1500 Brutto einer Familie auch noch besteuern – was würde da noch übrig bleiben…. Das Schöne sieht man nur von Außen… Die Realität schaut aber anders aus… Und die paar schwarzen Schafe in der Landwirtschaft spiegeln nicht das wirkliche Leben wieder….

Staenkerer
18 Tage 6 h

interesant: wenn de bayern übers spritzn lästern sein insre bauern beleidigt, wenn se wegn den wolf demonstriern fohrn se ausi und verbrüdern sich damit….

Sag mal
Sag mal
Kinig
17 Tage 18 h

Staen…. 👌

DontbealooserbeaSchmuser
17 Tage 17 h

@Staenkerer genau die von ihnen Angesprochenen befinden sich auf dem anderen Ufer der Isar!

Sag mal
Sag mal
Kinig
18 Tage 6 h

🤦🏻‍♀️ am besten Veganer werden.

Landschaftspfleger
Landschaftspfleger
Superredner
18 Tage 5 h
Ok, wieso nicht wenn sie sich vorher vergewissern ob ihre zukünftige Nahrung nicht durch Einsatz von Unmengen an Pestizieden, Pflanzenschutzmittel usw. produziert wird, ihre Nahrung aus Umweltschutzgründen nicht weit transportiert werden muss, und sie auch wirklich ihren persönlichen Energiebedarf deckt. Auch sollten sie sich in ihrem persönlichen Umfeld umschauen ob sie nicht doch eventuell Lederschuhe, Pelzmäntel, Wollpodukte oder andere Luxusartikel tierischer Herkunft besitzen, auf die sie nicht verzichten können oder möchten. Bitte auch darüber nachdenken was bei uns im Berggebiet durch die Haltung von Weidevieh und die Futtergewinnung gepflegt wird, was ihnen gefällt, oder auf was die regionale Wirtschaft keinesfalls… Weiterlesen »
tom
tom
Universalgelehrter
17 Tage 18 h

Bring srl in Wolf bei

Sag mal
Sag mal
Kinig
17 Tage 18 h

@Landschaftspfleger verzichte ganz sicher auf Pelz oder Leder. Gibt es alles Vegan. Und von Südt. Bauern brauch ich auch nichts.Ein Luxushotel kauft von Österreich ein. Warum das?

honga
honga
Tratscher
18 Tage 7 h

ist die demo subventioniert? sonst glaube ich das nicht

Spartacus
Spartacus
Superredner
18 Tage 7 h

Warum glaubens die Schreibtischexperten einfach nicht – Wolf, Bär und Almwirtschaft zusammen geht einfach nicht.

Storch24
Storch24
Kinig
18 Tage 4 h

Herr tiefenthaler, anstatt bei so einer absurden Demo teilzunehmen, wäre es sinnvoller gewesen, ihre Zeit anderweitig zu verwenden, dass die Erntehelfer! Bei deren Einreise in Italien geimpft sind.
Kann doch nicht sein, dass alle Tage ein Dutzend positive sind.

Mikeman
Mikeman
Kinig
18 Tage 6 h

hat man immer noch nicht verstanden dass dies nie möglich sein wird wenn man nicht zuvor hunderte von Sesselklebern freistellt welche den ganzen Kram auf die Beine gebracht haben, bei den Wahlen besser aufpassen alles andere bringt nix.

Queen
Queen
Superredner
17 Tage 19 h

Wen soll man donn wählen deiner Meinung noch?

Sag mal
Sag mal
Kinig
17 Tage 16 h

@Queen wenn Du das noch nicht verstanden hast🤦🏻‍♀️

So ist das
18 Tage 8 h

Da fragt man sich, ob und warum der Einfluss der Lobby in Bozen nicht mehr ausreicht 🤔

Evi
Evi
Universalgelehrter
18 Tage 9 h

Wenn’s hilft 🍀

diskret
diskret
Grünschnabel
18 Tage 1 h

Es gibt auch wölfe bei den bauern die die schafe und klein tiere hassen .
Wichtig ist nur das sie alls mit besitzer eines weide bergs den beitrag kassieren

Aurelius
Aurelius
Universalgelehrter
18 Tage 2 h

wenn Tiefenthaler eine gemeinsame Lösung möchte hat er Gedächtnis Schwund, denn wenn es ums Thema Pestizide geht sollen sich die deutschen raushauen was denn nun?

Neumi
Neumi
Kinig
17 Tage 17 h

Da waren auf jeden Fall mehr Leute, als bei der letzten Demo, wo ich in München mit dabei war.

schneidigozoggla
schneidigozoggla
Superredner
16 Tage 16 h

Wos bringen des bitte in München zi Demonstriern??

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