Von: Ivd
Bozen – Fast 52.000 Arbeitsstätten, knapp 219.000 Beschäftigte – Südtirols Wirtschaft schreibt weiter schwarze Zahlen. Das zeigen die aktuellen Daten des Landesinstituts für Statistik ASTAT für das Jahr 2023. Doch während die Zahl der Beschäftigten kräftig zulegt, stagniert die Zahl der Betriebe nahezu.
Im Detail: 51.964 Arbeitsstätten wurden 2023 in Südtirol gezählt, gerade einmal 0,7 Prozent mehr als im Vorjahr. Ein überschaubarer Zuwachs. Ganz anders sieht es bei den Beschäftigten aus: Mit 218.986 Personen kletterte die Zahl um satte 2,9 Prozent nach oben. Das bedeutet: Die bestehenden Unternehmen stellen deutlich mehr Personal ein, während kaum neue Betriebe hinzukommen.
Besonders stark entwickelten sich die sonstigen Dienstleistungen – sie verzeichnen seit Jahren den höchsten Zuwachs unter allen Wirtschaftsbereichen. Auch Handel, Gastgewerbe und Transport gehören zu den beschäftigungsintensiven Branchen. Die Zahlen stammen aus dem Statistischen Archiv der Arbeitsstätten und liefern detaillierte Einblicke: aufgeschlüsselt nach Wirtschaftszweig, Beschäftigtengröße, Rechtsform und bis hinunter auf Gemeindeebene.
Für die Südtiroler Wirtschaft sind die Zahlen ein Doppelsignal. Einerseits zeigt der kräftige Beschäftigungszuwachs, dass die Unternehmen expandieren und Personal suchen. Der extrem niedrige Anstieg bei den Arbeitsstätten hingegen deutet darauf hin, dass die Gründungsdynamik fehlt. Weniger neue Betriebe bedeuten langfristig weniger Innovation und Wettbewerb.
Südtirol bleibt damit arbeitsmarktpolitisch Spitzenreiter in Italien: Mit einer Erwerbstätigenquote von 74,4 Prozent und einer Arbeitslosenquote von nur rund zwei Prozent gehört das Land zur europäischen Elite. Die Daten sind über die SDMX-Datenbank des ASTAT abrufbar.




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