Berlin ab heute Mittelpunkt der europäischen Agrarpolitik

Südtirols Landwirtschaft auf der Grünen Woche

Freitag, 20. Januar 2023 | 13:27 Uhr

Bozen/Berlin – Berlin ist ab heute für zehn Tage wieder der Nabel der Agrarwelt: Nach zwei Jahren Corona-Pause lockt die 87. Internationale Grüne Woche seit heute Morgen wieder zahlreiche Gäste auf das Berliner Messegelände. Wie jedes Jahr gibt sich auch die europäische Agrarpolitik und -wirtschaft dort ein Stelldichein. Mit dabei auf der weltweit größten Verbraucherschau zu Landwirtschaft, Ernährung und Gartenbau sind auch Vertreter von Politik, Wirtschaft und Landwirtschaft aus Südtirol, denen IDM Südtirol mit dem Südtirol-Stand eine Plattform zum Austausch mit wichtigen Partnern und zum Treff mit den Spitzen der internationalen Agrarwelt bietet.

Über 1.600 Aussteller aus rund 65 Ländern – von A wie Ägypten bis V wie Vietnam – zeigen noch bis zum 29. Januar auf der Grünen Woche in Berlin den über 400.000 Fach- und Privatbesuchern der Messe, welche Angebote und Neuheiten der Agrarsektor weltweit zu bieten hat. Geboten werden Trendthemen wie Superfood, Streetfood oder Produkte für Vegetarier und Veganer, aber auch das größte Angebot an regionalen Spezialitäten aus ganz Deutschland. Zudem gibt die IGW aktuellen gesellschaftlichen Fragen wie Klimaschutz, Kreislaufwirtschaft, Ressourcenschonung und nachhaltige Landnutzung eine Bühne.

Südtirol präsentiert sich bereits seit rund 40 Jahren mit einem eigenen Stand, der seit 2016 von IDM Südtirol organisiert wird. Die Südtirol-Präsenz bei der Grünen Woche geht aber weit über einen simplen Messeauftritt hinaus: Der IDM-Stand in Berlin dient als Plattform und Treffpunkt, um dem Südtiroler Landwirtschaftssektor Sichtbarkeit und Gehör bei den wichtigsten Anlaufstellen zu verschaffen. Tatsächlich werden in diesen Tagen auf der Messe über 70 Agrarministerinnen und -minister erwartet; die Messe in Berlin ist nämlich auch Ausgangspunkt für das Global Forum for Food and Agriculture (GFFA), die führende internationale Konferenz zu zentralen Zukunftsfragen der weltweiten Land- und Ernährungswirtschaft. 2023 steht sie unter dem Motto „Ernährungssysteme transformieren: Eine weltweite Antwort auf multiple Krisen“.

Für Südtirols Akteure des Bereichs Landwirtschaft ist die Messe in Berlin also ein jährlicher Musstermin – so auch für Herbert Dorfmann, den Agrarsprecher der Europäischen Volkspartei (EVP): „Die Internationale Grüne Woche ist so etwas wie das ‚Davos der Agrarwirtschaft‘; also eine hervorragende Gelegenheit, die wichtigsten Ansprechpartner der Land- und Ernährungswirtschaft zu treffen und mit ihnen darüber zu sprechen, wie die EU-Agrarpolitik den Anforderungen der Bauern in Europa und damit natürlich auch in Südtirol gerecht werden kann“, sagt Dorfmann. Ihm sei es ein besonderes Anliegen, dabei die Aufmerksamkeit auf die kleinen Betriebe und hier vor allem auf die Berglandwirtschaft und deren besondere Problematiken zu lenken.

„Viele wichtige Entscheidungen für die Landwirtschaft werden immer noch in Brüssel getroffen und die Gemeinsame Agrarpolitik (GAP) hat auf die einzelnen Regionen große Auswirkungen, somit auch für Südtirol“, sagt Landwirtschaftslandesrat Arnold Schuler, der ebenso nach Berlin fährt. „Die neue Periode der GAP hat begonnen, und wir konnten für Südtirol einen Förderungsanstieg erkämpfen. Deswegen sind für unsere lokale Landwirtschaft gute Kontakte zu Entscheidungsträgern auf nationaler und EU-Ebene sowie ein breites Netzwerk mit starken Kooperationen über die Landesgrenzen hinaus sehr wichtig.“ Schuler wird im Rahmen der Messe unter anderem am Bayerischen Staatsempfang mit dem Ministerpräsidenten Markus Söder und der bayerischen Landwirtschaftsministerin Michaela Kaniber teilnehmen. Den Treffpunkt IGW nutzen zudem auch die Spitzen des Südtiroler Bauernbundes (SBB), Obmann Leo Tiefenthaler und Direktor Siegfried Rinner.

Dass der Südtirol-Stand von IDM bei der Grünen Messe eine sehr gute Gelegenheit ist, Kooperationen auf den Weg zu bringen sowie mit wichtigen Ansprechpartnern in Kontakt zu treten und sich mit ihnen auszutauschen, davon ist IDM-CEO Erwin Hinteregger fest überzeugt. Der Auftritt in Berlin sei durchaus als strategisch zu bezeichnen und daher aus dem Messeprogramm von IDM nicht wegzudenken. „Nicht von ungefähr ist unser Stand bereits seit Jahren wichtiger Fixpunkt für zahlreiche Delegationen aus diversen Ländern“, so Hinteregger. „Dieses Jahr ist er zudem Austragungsort für ein Pressegespräch des Verbandes Deutscher Agrarjournalisten zum Thema ‚Enkeltaugliches Südtirol‘. Wir freuen uns sehr, dass IDM dabei die Gelegenheit hat, die Bemühungen Südtirols Richtung Nachhaltigkeit vorzustellen.“

Von: mk

Bezirk: Bozen

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