Von: Ivd
Bozen – Es gibt Handwerke, die keine großen Gesten brauchen, um Wirkung zu entfalten. Die Maßschneiderei gehört dazu. Sie steht für Qualität, für Persönlichkeit, für ein anderes Verständnis von Kleidung. 2026 setzt die Berufsgruppe der Maßschneider im lvh ein Zeichen. Mit der frisch gestarteten Imagekampagne rückt sie das Handwerk dorthin, wo es hingehört: mitten in eine Debatte über Individualität, Nachhaltigkeit und Wertschätzung. Melanie Trafojer, die Obfrau der Berufsgemeinschaft unterstreicht: „Während Massenmode schneller rotiert als je zuvor, wächst der Wunsch Menschen nach etwas, das bleibt. Nach Kleidung, die passt – nicht nur körperlich, sondern auch kulturell und emotional.“
Drei Versprechen, die Bestand haben
Die Kampagne baut auf drei Kernideen auf: Qualität, Individualität, Wohlbefinden. Qualität meint hier nicht das inflationär gebrauchte Modewort, sondern das Ergebnis präziser Schnitte, ausgewählter Materialien und fundierter Ausbildung. Maßarbeit ist sichtbar – nicht am Etikett, sondern an der Haltung, die sie vermittelt.
Individualität stellt den Menschen in den Mittelpunkt. Kleidung, die sich anpasst, statt umgekehrt, wirkt wie ein Gegenentwurf zur schnellen Textilindustrie. Ein leiser, aber deutlicher Beitrag zur Nachhaltigkeit.
Wohlbefinden beschreibt den Moment im Atelier: eine Begegnung zwischen Kundin, bzw. Kunde und Handwerker, die Zeit braucht und Vertrauen schafft. Das Gespräch wird Teil des Produkts. Und wer einmal erlebt hat, wie sich ein maßgeschneidertes Kleidungsstück anfühlt, versteht, warum dieses Handwerk Zukunft hat.
Eine Kampagne mit klarer Haltung
Starke Bilder, kurze Videoclips, präzise Botschaften – die Maßschneider machen sichtbar, was oft unsichtbar bleibt: Handwerk als Haltung. Nicht nostalgisch, sondern selbstbewusst modern. Nicht exklusiv, sondern zugänglich für Menschen, die langfristig denken.
Gezeigt werden Ateliers, Handgriffe, Farben, Formen – und Menschen. Menschen, die ein Handwerk vertreten, das zeitgemäß ist, weil es entschleunigt. Und relevant, weil es etwas schafft, das bleibt.
Blick nach vorn: Gesprächsraum Jahresversammlung
Nächsten Samstag treffen sich die Maßschneider im lvh zu ihrer Jahresversammlung im Haus des Handwerks in Bozen. Dort soll die Kampagne nicht nur vorgestellt, sondern vertieft werden: Wie positioniert sich das Handwerk künftig? Welche Rolle spielen Qualität, Individualität und Beratung im Wettbewerb?
Die Frage „Wie erzählen wir unser Handwerk?“ betrifft schließlich jede Berufsgruppe.
Daher bietet sich an, die Mitglieder des Berufsbeirats dort zu Wort kommen zu lassen – in kurzen Interviews, die zeigen, wie unterschiedlich, aber zugleich verbindend Handwerksidentität heute gedacht wird. Denn am Ende gilt für alle: Ein Beruf wird stark, wenn er sichtbar wird. Und sichtbar wird er, wenn Menschen ihn erzählen.




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