Tipps der VZS

Superbonus 110%: “Es ist nicht alles Gold, was glänzt”

Donnerstag, 18. März 2021 | 10:24 Uhr

Bozen – Die Verbraucherzentrale Südtirol hat aus diesem Anlass den „Steuerleitfaden“ aktualisiert, der seit dem letzten Jahr um den Abschnitt „Superbonus 110%“ ergänzt wurde. Der Steuerleitfaden ist kostenlos auf https://www.consumer.bz.it/de/ steuerleitfaden sowie beim Verbrauchermobil erhältlich. Der Leitfaden zeigt auf, welche Voraussetzungen es für die Inanspruchnahme dieser Steuervergünstigung gibt und wie man dafür korrekt vorgeht.

Der Superbonus ist eine gute Gelegenheit für all jene, die eine vollumfängliche Renovierung des gesamten Gebäudes planen, da die Kosten von der Steuer abgezogen oder an Dritte abgetreten werden können. Die „Gelegenheit“ kann sich jedoch schnell in einen Alptraum verwandeln, falls bei der Durchführung der Arbeiten etwas schief läuft, oder nicht alle Voraussetzungen bestehen, oder aber nicht bürokratischen Auflagen, die das Gesetz vorsieht, buchstabengetreu eingehalten werden.

Der Superbonus ist zwar eine nie dagewesene Chance – diese muss jedoch gründlich abgewogen und bewertet werden. Folgend einige Ansätze für jene Überlegungen, die es unbedingt anzustellen gilt, bevor den Technikern oder Firmen ein Auftrag erteilt wird.

Die Rolle der Verbraucher

Um Anspruch auf den „Superbonus 110%“ zu haben, ist es notwendig, Arbeiten einer gewissen – auch wirtschaftlichen – Tragweite durchzuführen. Wir sprechen hier von Beträgen im Hundertausenderbereich. Die Verbraucher haben als Auftraggeber eine absolut aktive Rolle, in der sie sich von qualifizierten ExpertenInnen beraten und helfen lassen. So sollte z.B. unbedingt klar sein, was umgesetzt werden soll und wie dies zu geschehen hat. Die einzelnen Schritte der Arbeiten müssen bis zu deren Abschluss sorgfältig kontrolliert werden. Die VerbraucherInnen sind letztendlich die Verantwortlichen: sollte bei einer nachträglichen Kontrolle durch die Agentur für Einnahmen festgestellt werden, dass kein Anspruch auf den „Superbonus 110%“ besteht, weil die Voraussetzungen nicht erfüllt wurden oder weil Fehler gemacht wurden, so liegt die Haftung in erster Linie bei ihnen! Es besteht dann zwar ein Regressrecht gegenüber den Technikern und ausführenden Firmen, aber hierfür muss deren Verantwortung erst bewiesen werden. Zwischenzeitlich werden aber die VerbraucherInnen für Rückzahlungen und Strafen aufkommen müssen!

Qualität der Materialien – Einholen und Vergleichen von Kostenvoranschlägen

Die Möglichkeit, die Aufwände für die Sanierungen abzuschreiben oder abzutreten bietet die Chance, die Energiesparmaßnahmen mit guten Materialien durch professionell arbeitende Firmen umsetzen zu lassen. Doch es liegt an den Verbrauchern – mithilfe eines guten Technikers – zu entscheiden, welche Arten von Arbeiten durchgeführt werden sollen. Daher sollten auch die VerbraucherInnen die Kostenvoranschläge einholen, nachdem sie entschieden haben, was genau getan werden soll. Auch die Wahl der Firmen, die man um einen Kostenvoranschlag fragt, sollte eine sorgfältige sein. Dann können die Kostenvoranschläge verglichen werden, um selbst eine persönliche, fundierte Entscheidung zu treffen.

Den Superbonus gegen die anderen Steuerabzüge abwägen

Neben dem Superbonus gibt es auch noch die Steuerabzüge von 50 oder 65 Prozent für energetische Sanierungen (je nachdem, welche Arbeiten man durchführt) oder von 50 Prozent für die Renovierungen. Der Zugang zu diesen Steuerabzügen ist im Vergleich zum Superbonus einfacher und bringt weniger Aufwand mit sich. Daher unser Rat, gut abzuwägen, ob im Einzelfall der Superbonus 110% oder die anderen Steuerabzüge die bessere Wahl sind.

Alle Details zu den Steuerabzügen, inklusive Bonus 110%, findet man hier: https://www.consumer.bz.it/de/ steuerleitfaden.

Von: mk

Bezirk: Bozen

Kommentare

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5 Kommentare auf "Superbonus 110%: “Es ist nicht alles Gold, was glänzt”"


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Lisa007
Lisa007
Grünschnabel
25 Tage 14 h

natürlich ist das fürm normalen Häuselbauer nix— der ist wieder mal für die Supperverdiener !!

Lana77
Lana77
Universalgelehrter
25 Tage 13 h

Wos i persönlich a absolute Schweinerei find, isch dass wenn i eppes zu saniern hon, konn i Möbel im Wert fe 10.000 Euro fe der Stuier abschreibn, wenn i hingegen eppes nui kaf, mit an gewissen Energie-Standard, konn i sel nit. Wou bitte isch der Unterschied ? Worum bei Sanierungen schun, bei Nuikaf nit ? 🤬

nuisnix
nuisnix
Universalgelehrter
25 Tage 12 h

Wenn du eine Wohnung neu kaufst, ist davon auszugehen, dass die Wohnung dem heutigen Stand der Energietechnik enstpricht.
Wo wir beim Energiesparen aber ansetzen müssen, ist beim Altbestand. Dieser muss gefördert werden, da er im Verhältnis zum Neubau einen wesentlich größeren Anteil a Energieverbrauch hat.
Deswegen auch diese “Quer-Förderungen”…

ghostbiker
ghostbiker
Superredner
25 Tage 12 h

Mega Quatsch olls zom…

Jiminy
Jiminy
Kinig
25 Tage 12 h

ist auch meine persönliche Erfahrung: auf dem Infobüchlein der Agenzia delle entrate klingt alles super und einfach. Das “Kleingedruckte” sieht man dann erst wenn man mit dem Techniker spricht…

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