Von: APA/Reuters
Für seine Vision einer großangelegten US-Solarstromversorgung soll Tesla-Chef Elon Musk Produktionsanlagen um 2,9 Mrd. Dollar (2,5 Mrd. Euro) in China einkaufen wollen. Der US-Elektroautobauer verhandle mit chinesischen Anbietern wie Suzhou Maxwell Technologies über Maschinen zur Herstellung von Solarmodulen und -zellen, sagten zwei Insider laut Reuters. Musk wolle damit in den USA Solarkapazitäten im Umfang von 100 Gigawatt aufbauen.
Zum Vergleich: Die gesamten USA verfügten Ende 2024 einem Bericht der American Public Power Association zufolge über eine installierte Stromerzeugungskapazität von rund 1.300 Gigawatt. Davon entfielen zehn Prozent oder 135 Gigawatt auf Solarenergie.
Musk hatte im Jänner erklärt, Solarenergie könne den gesamten Strombedarf der USA decken – einschließlich der rasant steigenden Nachfrage durch Rechenzentren für Künstliche Intelligenz (KI). Seine Ambitionen stehen jedoch in starkem Kontrast zur Energiepolitik von US-Präsident Donald Trump, für den Musk kurzzeitig als Leiter einer Abteilung für Regierungseffizienz tätig war, nachdem er den Trump-Wahlkampf mit hunderten Millionen Dollar unterstützt hatte. Der US-Präsident setzt auf die Förderung fossiler Brennstoffe und hat Subventionen für Solar- und Windkraftprojekte gekürzt.
Handelspolitisches Dilemma
Der mögliche Großauftrag verdeutlicht zudem ein handelspolitisches Dilemma: Die USA wollen sich von China unabhängig machen, benötigen für den Aufbau einer eigenen Solarindustrie aber Maschinen aus dem Einparteienstaat. Zwar schützt Washington den US-Markt mit hohen Zöllen vor billigen chinesischen Solarmodulen. Die Anlagen zu deren Herstellung sind jedoch von den Abgaben befreit, da sie kaum woanders zu beschaffen sind. Musk hatte Zollschranken zuletzt kritisiert, da sie den Ausbau der Solarenergie künstlich verteuerten.
Die chinesischen Unternehmen seien angewiesen worden, die Anlagen noch vor dem Herbst nach Texas zu liefern, sagten die Insider. Musk plane, die Kapazitäten hauptsächlich für Tesla zu nutzen, zudem sollen damit Satelliten seiner Raumfahrtfirma SpaceX mit Strom versorgt werden. Für einen Teil der Ausrüstung sei eine Exportgenehmigung der Behörden in Peking erforderlich. Weitere mögliche Lieferanten neben Suzhou Maxwell seien Shenzhen S.C New Energy Technology und Laplace Renewable Energy Technology. Chinesische Medien hatten vergangenen Monat berichtet, dass Tesla mehrere Solarunternehmen in der Volksrepublik besucht habe. Die Aktien der drei genannten Zulieferer legten nach dem Reuters-Bericht um mehr als sieben Prozent zu. Die beteiligten Unternehmen sowie das chinesische Handelsministerium äußerten sich zunächst nicht.




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