Neues Landesfamiliengeld

Vatersein wird in Südtirol belohnt

Dienstag, 23. August 2016 | 14:39 Uhr

Bozen – Einen Aufschlag von bis zu 800 Euro aufs Landesfamiliengeld gibt es ab 1. September 2016 für Väter, die im Privatsektor arbeiten und Elternzeit beanspruchen.

Die entsprechenden Kriterien wurden heute auf Vorschlag von Familienlandesrätin Waltraud Deeg von der Landesregierung genehmigt. “Das Landesfamiliengeld + ist eine finanzielle Unterstützung für Familien, in denen sich die Eltern die Erziehungsarbeit teilen und wird als Zusatzbeitrag zum Landesfamiliengeld ausbezahlt”, erklärte Landesrätin Deeg im Anschluss an die Landesregierungssitzung.

Sie lieferte auch gleich die Begründung für diese neue, familienpolitische Maßnahme: “Väter verdienen im Durchschnitt mehr als Mütter und nehmen daher die Elternzeit kaum in Anspruch. Mit dem Landesfamiliengeld + unterstützten wir daher Väter, die eine berufliche Auszeit nehmen, denn wenn sie stärker in den Familienalltag eingebunden sind, wirkt sich dies nachweislich positiv auf die emotionale und kognitive Entwicklung der Kinder aus, führt zu einer frühen Stärkung der Familien und zu einer besseren Vereinbarkeit von Familie und Beruf.” Von einer besseren Aufteilung der Familienarbeit würden laut Landesrätin Deeg auch die Mütter profitieren. “Eltern müssen Wahlfreiheit haben”, betonte die Familienlandesrätin und Landeshauptmann Arno Kompatscher äußerte den Wunsch, “dass sich durch dieses Pilotprojekt das Rollenverständnis insgesamt verändert und es zu einer fairen Aufteilung der Familienlasten kommt”.

Der heute von der Landesregierung gefasste Beschluss sieht vor, dass Väter, die während ihrer Elternzeit, die zwei bis drei Monate dauern muss, ganz auf ihr Gehalt verzichten, mit 800 Euro pro Monat unterstützt werden. Väter, die 30 Prozent ihres Einkommens weiter beziehen, werden mit 400 Euro unterstützt, und wer für einen Monat 30 Prozent seines Gehalts bekommt und im zweiten Monat kein Geld erhält, bekommt 600 Euro monatlich.

Das Landesfamiliengeld+ gilt für Väter, die in der Privatwirtschaft angestellt sind und in den ersten 18 Lebensmonaten des Kindes die Elternzeit für einen Zeitraum von mindestens zwei aufeinanderfolgenden Monaten in Anspruch genommen haben. “Bei der Inanspruchnahme der Elternzeit besteht eine Diskrepanz zwischen dem privaten und öffentlichen Sektor”, bemerkte Deeg, “allerdings wünschen sich zwei Drittel der Väter, mehr Zeit mit ihrer Familie zu verbringen”. Im Moment würden nur knapp zehn Prozent der Väter die Möglichkeit der Elternzeit nutzen.

Familie, welche für das Landesfamiliengeld + ansuchen, müssen die Voraussetzungen für den Zugang zum Landesfamiliengeld erfüllen und bereits ein Ansuchen hierfür gestellt haben. Es gilt für Kinder, die zwischen dem ersten Jänner 2016 und dem 31. Dezember 2018 zur Welt kommen. Der Zusatzbeitrag steht nicht zu, wenn das Kind in dem Zeitraum, für den der Beitrag beantragt wird, einen Kleinkinderbetreuungsdienst besucht hat.

Anträge für heuer können ab dem 1. September 2016 bei der Agentur für soziale und wirtschaftliche Entwicklung (ASWE) oder bei einem Patronat gestellt werden, allerdings erst, wenn die Elternzeit, für die angesucht wird, beendet ist. Ab diesem Zeitpunkt hat die Familie 90 Tage Zeit, das Ansuchen einzureichen. Die Auszahlung des Beitrages erfolgt einmalig zusammen mit dem Landesfamiliengeld. Der Beitrag wird auf das Bankkonto, das für das Landesfamiliengeld angegeben wurde, überwiesen.

Mit dem heute von der Landesregierung gefassten Beschluss werden Geldmittel in Höhe von über 746.000 Euro im Landeshaushalt zweckgebunden und der ASWE zur Auszahlung des Landesfamiliengeldes + zugewiesen. Die Gelder für dieses Pilotprojekt werden aus dem Regionalfonds für Projekte zur Förderung der Beschäftigung und zur Unterstützung der Familien herangezogen.

 

Von: luk

Bezirk: Bozen

Kommentare

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21 Kommentare auf "Vatersein wird in Südtirol belohnt"


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Rene
Neuling
1 Monat 3 Tage

Tat mi interessieren wieviele Väter des in Anspruch nemmen. Welche Mamma geat freiwillig füher orbeiten dass der Monn a poor Monat beim Kind bleiben konn? Sell sein sicher net viele. Gscheider war amol die Mutterzeit von privat an die öffentlichen unzupassen, sem hats Kind mehr dervon. Isch total lächerlich dass heint zutoge noe selche extremen Unterschiede gmocht werden.

Schnueffler
Neuling
1 Monat 3 Tage

@tomsn genauso wie das im öffentlichen Sektor finanziert wird, nämlich gar nicht! Sowas ist nämlich nicht finanzierbar aber das extreme Privileg scheint doch niemand antasten zu wollen. Lange wirds nicht mehr dauern…

tomsn
Grünschnabel
1 Monat 3 Tage

Und wie soll das Finanziert werden? Bitte um Vorschläge!

Kurti
Grünschnabel
1 Monat 3 Tage

do gib i dor recht

OrB
Grünschnabel
1 Monat 3 Tage

Wir brauchen keine Rollenverteilung, sondern eine Anpassung an die öffentlichen Stellen!
Gleichberechtigung für alle Mütter!

alla Vagga
Grünschnabel
1 Monat 3 Tage

vollkommen richtig!! Alle Mütter sollten die gleichen Ansprüche genießen wie eine Landesangestellte Mutter…

00
Grünschnabel
1 Monat 3 Tage

>Landeshauptmann Arno Kompatscher äußerte den Wunsch, “dass sich durch dieses Pilotprojekt das Rollenverständnis insgesamt verändert und es zu einer fairen Aufteilung der Familienlasten kommt”.<    
Also beansprucht Der LH demnächst Elternzeit! – oder?

1 Monat 3 Tage

Genau es richtige. Dümmer gehts net. Wie vorhin erwähnt Anpassung der privaten an die öffentlichen Stellen, denn das wäre das Mindeste. Wem solche Sachen einfallen? Werden wohl Theoretiker mit Formeln dahinter stehen, die nicht wissen, wie die Realität in den Familien aussieht, und wie die privaten Stellen im Gegensatz zu den öffentlichen durch die Wäsche schauen. Jahrzehnte macht man hier nichts, und dann kommt sowas, das keiner in Anspruch nimmt…ausser wahrscheinlich wieder die öffentlichen? Oder wie soll das ein Privater tun? Der verliert wohl vielerorts seine Stelle!
Also langsam tuts da drinnen in Eurem Landesglashaus!!!

Obelix
Grünschnabel
1 Monat 2 Tage

@Marco schwarz, bin voll deiner Meinung. Möchte doch sehen wieviele Firmen dem Vater ein Jahr “frei” geben. Da kannst du gleich ganz zuhause bleiben. Aber die Landesrätin braucht wieder einmal Medienpräsenz. Und da geht jeder Rohrkrepierer gut.

tomsn
Grünschnabel
1 Monat 3 Tage

Genau! Ab jetzt stillt der Vater die ersten Monate das Kind🙈👏🏻

Poppi
Grünschnabel
1 Monat 3 Tage

..und Mandr kriegn die Kindr…

nixischfix
Grünschnabel
1 Monat 3 Tage

Endlich positive Nachrichten!

wuestenblume
Tratscher
1 Monat 3 Tage

kein vater ersetzt eine mutter!

Marc
Grünschnabel
1 Monat 3 Tage

Und keine Mutter den Vater! Beide sind enorm wichtig für eine intakte Familie!!!

Gredner
Grünschnabel
1 Monat 3 Tage

Und Väter sie selbstständig sind? Die gehen immer leer aus.

Missx
Grünschnabel
1 Monat 3 Tage

Bitte die Mütter mebr unterstützen und die Väter nirmal arbeiten gehen lassen. Die alte Rollenverteilung passt schon wie sie war, aber eine Frau, die wegen Kinder bei den Renten ins Nachteil gerät sollte es nicht geben. Das Land soll für Mütter in den Jahren wo sie weniger arbeiten kann die Rentenbeiträge voll einzahlen. Dafür bei den Politikern weniger. Mehr Frauen würden wieder mehr Kinder kriegen. Dann bräuchten die Politiker nicht die ganzen Flüchtlinge einschleussen, die angeblich unsere Renten zahlen sollen.

Marc
Grünschnabel
1 Monat 3 Tage

Ich bin Vollzeitvater, abgesehen von zwei Tagen in der Woche an denen ich arbeiten gehe. Meine Frau ist selbstständig und 11 Stunden nicht zuhause.
Das klappt sehr gut und ich kann es nur jedem Mann raten diese Zeit zu nehmen, denn sie ist mehr wert als alles was ich bis jetzt kennengelernt habe. Ausserdem lernt Man(n) entlich mal schätzen was Frauen als Mütter so alles leisten. Da ist arbeiten oft wie Urlaub 😉

Poppi
Grünschnabel
1 Monat 3 Tage

SUUUPER NEWS…

Kurt
Grünschnabel
1 Monat 3 Tage

guete Gschichte!

honigdachs
Grünschnabel
1 Monat 3 Tage

so an kaas und dann noch in den nachrichten melden !! schaut amol dass die mütter gleich behandelt werden wie die in sen öffentlichen stellen die kriegen alles hinten rein geschoben und die in der privatwirtschaft haben die arschkarte , was soll das !!!??

arianne
Neuling
1 Monat 2 Tage

Liebe Politiker ich würde mal ein Gesetz erstellen wo die Mütter unterstützt werden. Die Privatwirtschaftliche soll sich an die Landesangestellten anpassen und nicht so an schorrn auf die Füße stellen bitte bekannt geben wieviel Väter von diesem Gesetz in Anspruch nehmen

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