Landesgericht ordnet erneut Auszahlung an ehemalige Mitglieder an

Volksbank-Aktien: Für VZS auch Pfändung möglich

Mittwoch, 09. Januar 2019 | 15:59 Uhr

Bozen – Die Verbraucherzentrale Südtirol berichtet in einer Aussendung von beinahe täglichen Beschwerden erboster Bankkunden wegen Unverkäuflichkeit und Wert der Volksbank-Aktien.

“Hundert Gesellschafter, die nach Umwandlung der Bank in eine Aktiengesellschaft von ihrem Rücktrittsrecht Gebrauch gemacht haben, ist es im Beistand von Rechtsanwalt Prof. Massimo Cerniglia, dem rechtlichen Berater der VZS (Verbraucherzentrale Südtirol) gelungen, im gerichtlichen Verfahren für jede einzelne Aktie einen höheren Preis zu erhalten als der von der Bank festgelegte. Das Kreditinstitut hat jedoch gegen diese Festlegung vor dem Landesgericht Bozen erneut Rechtsmittel eingelegt. Rechtsanwalt Prof. Cerniglia hatte im Verlauf des Verfahrens für die zurückgetretenen Mitglieder einen gerichtlichen Beschluss für die unbestrittenen Beträge gefordert und das bedeutet, eine Verurteilung zur Zahlung von 12,10 Euro pro Aktie. Diese Forderung wurde vom Gericht umfänglich übernommen”, schreibt die VZS.

“Die Bank beugte sich diesem Urteil jedoch nicht und forderte von Richter Mussner den Widerruf oder zumindest die Aussetzung der Verurteilung zur Zahlung. Mit einer beispielhaften Entscheidung hat nun Richter Dr. Mussner am 3. Jänner den Antrag der Bank abgewiesen, mit der Begründung, dass die ausstehende Ermächtigung der Zentralbank zur Bezahlung der Aktien, „weder das Zivilurteil, noch die eventuell daraus folgende Vollstreckung beeinflussen kann“. Der Richter hat dann bekräftigt, dass es Aufgabe des Kreditinstituts gewesen wäre, bei der Banca d’Italia um die Bezahlung der Aktien anzusuchen. Dies hat die Bank nicht zum richtigen Zeitpunkt getan, sodass die als Hinderungsgrund angeführte Situation der Bank selbst anzulasten ist, die nun zur umgehenden Zahlung verpflichtet ist”, so die VZS weiter.

Nach Ansicht von Walter Andreaus, dem VZS-Geschäftsführer, kann der rechtliche Vertreter der ehemaligen Gesellschafter, Rechtsanwalt Prof. Massimo Cerniglia, bei der Bank pfänden, wenn diese nicht umgehend bezahlt, wobei die Pfändung, falls erforderlich, auch den Sessel des Präsidenten der Volksbank einschließen kann.

Aktienverkäufe und Beschwerden

Auf der Handelsplattform HIMTF für Volksbank-Aktien stehen derzeit fast 950.000 Aktien zu einem Preis von 11,90 Euro zum Verkauf. Im letzten Monat wurden knapp über 15.000 Aktien verkauft. “Mit diesem Rhythmus dauert es über fünf Jahre um sich seiner Volksbank-Aktien zu entledigen. Die Aktien der Volksbank haben seit der letzten Kapitalerhöhung von Ende 2015 mehr als 38 Prozent des Wertes verloren (von 19,20 Euro/Aktie auf 11,90 Euro/Aktie), wobei auch zum reduzierten Wert nur geringe Verkäufe getätigt werden”, so die Volksbank.

Bei der Verbraucherzentrale Südtirol (VZS) gehen täglich Beschwerden von Aktionären über den niedrigen Aktienpreis und die Unverkäuflichkeit des illiquiden Wertpapiers ein, so die Verbraucherzentrale. “Die Volksbank-Kunden sind über das verhalten der Bank sowohl anlässlich des Aktienkaufs wie bei der Umwandlung in eine Aktiengesellschaft erbost.”

Von: luk

Bezirk: Bozen

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1 Kommentar auf "Volksbank-Aktien: Für VZS auch Pfändung möglich"


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ITler
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Tratscher
12 Tage 10 h

Nicht nur erbost sein sondern auch kündigen!
Und wenn ihr zur Sparkasse oder Raika geht.
Hauptsache ein Zeichen setzen.
Natürlich kann man dann auch gleich zu einer günstigen Online-Bank gehen (selbst die Sparkasse hat eine solche: https://www.dolomitidirekt.it (Kontoführung auch auf deutsch!)

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