Sie haben auch Bärenspuren gefunden

Von Hochsitzbau bis Wildbiologie: Diplome für neue Jagdaufseher

Donnerstag, 07. September 2017 | 16:06 Uhr

Bozen – Nach sechs arbeitsintensiven Monaten haben 16 Männer ihre Ausbildung zum Jagdaufseher abgeschlossen und heute ihre Diplome erhalten.

Sie haben Adler und Bartgeier beobachtet, Bärenspuren gefunden und Wolfsspuren gesucht, Spielhähne gezählt und das Alter von Rotwild bestimmt, Hochsitze gebaut und Bäume mit der Motorsäge gefällt, Gesetzeskunde studiert und mit Drohnen gefilmt, medizinische Grundversorgung gelernt und Kommunikation geübt, mit Kindern gearbeitet und Wildbret zerlegt: Fachliches Wissen, handwerkliche Fähigkeiten und soziale Kompetenzen haben sich die Männer im Alter zwischen 21 und 46 Jahren in 850 Stunden Unterricht angeeignet. Aus Ortschaften zwischen Graun und Gsies, Altrei und Wiesen kommend, waren sie seit Mitte Februar in der Forstschule Latemar untergebracht, neben Theorie standen auch 15 Exkursionen und neun Zählungen und Fangaktionen sowie zahlreiche Übungen, Ausgänge und Wildbeobachtungen auf dem Programm.

Von den 19 Kursteilnehmern, die nach einer Aufnahmeprüfung von rund 50 Bewerbern hervorgegangen waren, konnten 16 die anspruchsvolle Ausbildung mit einer schriftlichen und einer mündlichen Prüfung gestern erfolgreich beenden. Ihren Beruf werden sie nun “im schönsten Büro der Welt” ausüben können, wie Kursleiter Michael Baumgartner bei der heutigen Abschlussfeier feststellte. Angestellt werden die zukünftigen hauptberuflichen Jagdaufseher von den Jagdrevieren oder vom Jagdverband, der mit der Forstschule Latemar und dem Landesamt für Jagd und Fischerei Träger dieses Kurses ist.

Die Abschlussprüfung, betonte der Direktor des Amtes für Jagd und Fischerei und Vorsitzende der Prüfungskommission Luigi Spagnolli, sei vergleichbar mit einer Hochschulprüfung, was den Umfang und die Vertiefung der Kenntnisse betrifft. Auch Landesrat Arnold Schuler lobte die “vielfältige Ausbildung für diese vielfältige Arbeit”. Die Verantwortung für Jagdaufseher als Amtsträger sei zunehmend größer geworden. “Die Jagd”, betonte Landesrat Schuler, “ist immer mehr unter dem Aspekt der Nachhaltigkeit zu sehen, und auch der Gesellschaft gegenüber ist es wichtig, die Jagd besser zu erklären”. Politische Entscheidungen, die getroffen werden müssen, sind durch Monitoring und Zählungen zu belegen.

Dieser neunte Ausbildungskurs, unterstrich Landesjägermeister Berthold Marx, sei ein “Neubeginn und ein Wendepunkt”, das Berufsbild des Jagdaufsehers sei im Wandel begriffen, er entwickle sich immer mehr zum Fachmann und erfahre auch mehr Anerkennung: “Wir brauchen Jagaufseher dringend und werden sie in Zukunft noch mehr brauchen”.

Von: mk

Bezirk: Bozen

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