Milchbauern diskutieren mit Landesrat Schuler

Webinar Milchwirtschaft: “Kühe auf der Alm Teil des Landschaftsbilds”

Freitag, 24. Juli 2020 | 16:58 Uhr

Bozen – Nicht nur die materiellen Leistungen, sondern auch die immateriellen werden für Südtirols Milchwirtschaft zukunftsweisend sein. Das bedeutet, dass nicht nur die Qualität der Milch, sondern beispielsweise auch das Tierwohl, die Familienbetriebe und das gepflegte Landschaftsbild künftig stärker mitvermarktet werden müssen. Dies ist eine der zentralen Botschaften, die Landwirtschaftslandesrat Arnold Schuler gestern Abend im Webinar Landwirtschaft 2030 über die Internet-Plattform Zoom mit den Bäuerinnen und Bauern diskutierte.

Punkt 20 Uhr war der Landesrat auf der Internet-Plattform Zoom online präsent, daraufhin nahm die Zahl der Zuschauer im virtuellen Konferenzraum schnell zu. Während der Landesrat seine Zukunftsüberlegungen vorstellte, konnten die Teilnehmer bereits schriftlich Fragen stellen und Überlegungen einbringen, die Moderator Guido Steinegger dem Landesrat anschließend vorbrachte.

Dabei kristallisierte sich das Thema “authentische Südtiroler Produkte” als eine wesentliche Zukunftsfrage für die Milchwirtschaft heraus. Nur in diese Richtung gebe es Potenzial, sich zu noch stärker zu etablieren, sagte Schuler: “Wir müssen ein Bild der Südtiroler Milchprodukte schaffen, in dem wir das Umfeld der Produktion stärker in den Vordergrund stellen.” Die maximale Menge an Grundproduktion sei nämlich, laut Landesrat Schuler, erreicht. Ziel sei es nun, nicht die Produktion noch weiter zu steigern, sondern die Authentizität in den Vordergrund zu stellen und sich dadurch zu etablieren. “Südtiroler Milchprodukte müssen zu 100 Prozent Südtirol repräsentieren. Das Bild der Südtiroler Kuh auf der Alm muss sich auch in den Produkten widerspiegeln”, so Schuler.

Landesrat Schuler gibt dabei zu bedenken: “Die Gesellschaft verlangt zunehmend ein Mitspracherecht in der landwirtschaftlichen Produktion. Deshalb ist es ganz besonders wichtig, dass wir auf ein Konzept setzen, welches dem Konsumenten nicht nur die Qualität, sondern auch die Herkunft und eine starke Identifikation mit dem Produkt mitverkauft.” Auch die Teilnehmenden am Webinar sahen dies so, denn in einer Online-Direktbefragung haben 61 Prozent der teilnehmenden Bäuerinnen und Bauern angegeben, dass das Klima und die Konsumenten künftig den größten Einfluss auf die Milchwirtschaft haben werden.

Das gestrige Webinar mit den Milchbauern war das zweite einer vierteiligen Reihe, die mit dem Sektor Obstbau gestartet ist und in der an den kommenden zwei Donnerstagen jeweils um 20 Uhr die Sektoren Nebenerwerb und Nischenkulturen (30. Juli) sowie Weinbau (6. August) folgen. “Die Bäuerinnen und Bauern sind meine ersten Ansprechpartner”, sagt Schuler: “Ich will zuerst mit ihnen über die Ist-Situation sprechen und ihre Anregungen in mein Konzept Landwirtschaft 2030 einbauen.” Dazu haben wir entschieden ein neues Format zu benützen, die Webinare haben sich soweit als erfolgreiches Modell erwiesen.” Nach Abschluss unserer bäuerlichen Diskussionsrunde werden wir dann das darauf aufbauende überarbeitete Konzept der gesamten Bevölkerung vorstellen.

Von: mk

Bezirk: Bozen

Kommentare

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16 Kommentare auf "Webinar Milchwirtschaft: “Kühe auf der Alm Teil des Landschaftsbilds”"


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Ars Vivendi
Ars Vivendi
Superredner
18 Tage 10 h

Als ich diesen Artikel gelesen habe, ist mir beinahe das 🤮 gekommen. Ein scheinheiliges Gesülze ersten Ranges. “Besser vermarkten”, natürlich muss das sein, damit die regionalen Bauern ihr Qualitätsprodukt auch an den Mann und die Frau bringen, denn Großabnehmer wie die Sanität kaufen ja “überregional 😭” !!!!!

Missx
Missx
Kinig
17 Tage 22 h

Wie ist den dasbei dir in Deutschland?

Neumi
Neumi
Kinig
17 Tage 22 h

So lange die heimische Milch 50% mehr kostet als die gleich gute und länger haltbare Milch aus Bayern, ist mir die Vermarktung relativ egal.

Ars Vivendi
Ars Vivendi
Superredner
17 Tage 22 h

@Missx…da geht es leider auch nur über den Preis. Finde ich auch zum 🤮. Großbetriebe mit Tausenden von Milchkühen, vor allem in den neuen Bundesländern, bestimmen den Großteil des Marktes und der Milchpreise. Nur im württembergischen Allgäu und im bayrischen Alpen(vor)Land wird Bergbauernmilch regional vermarktet. Das finde ich sehr schade. Meine Milch, gekauft direkt beim Bauern, ist etwas total anderes als die Supermarkt Milch.

Ars Vivendi
Ars Vivendi
Superredner
17 Tage 22 h

@Neumi…gleich gute und länger haltbar ? Ein Widerspruch in sich, denn haltbar gemachte Milch kann einer Frischmilch nicht das Wasser reichen. Weder vom Fettgehalt, Vitamin- und Mineralgehalt und schon gar nicht vom Geschmack.

Neumi
Neumi
Kinig
17 Tage 18 h

@ Ars das beweist doch nur, dass es die einheimischen nicht besser können. Die Haltbarkeit bei gleichem Geschmack von 3 auf 14 Tage zu erhöhen, beherrscht man hierzulande anscheinend noch nicht.

Neumi
Neumi
Kinig
17 Tage 18 h

@ Ars … Anmerkung: Hier geht es um Werbung, Landschaftsbild usw. WIr reden also von der Milch im Supermarkt (Sprich: Senni, Mila, usw.) und nur darauf bezieht sich meine Aussage.

Frischmilch ist ein Thema für sich, da hat man die Auswahl klarerweise nicht. Ich kann nicht zwischen Frischmilch aus Südtirol und Frischmilch aus Bayern wählen.

Ars Vivendi
Ars Vivendi
Superredner
17 Tage 16 h

@Neumi…warum nicht ?

Ars Vivendi
Ars Vivendi
Superredner
17 Tage 16 h

@Neumi…versuche nicht, mir meine eigenen Worte im Mund umzudrehen. Dafür besteht kein Anlass

Neumi
Neumi
Kinig
17 Tage 9 h

@ Ars Auf die Idee mit dem Worte umdrehen wär ich gar nicht gekommen.

Zeig mit einfach einen Ort in Südtirol, an dem man unbehandelte Frischmilch aus Bayern kriegt und ich nehme die Aussage mit der Auswahl zurück.

Ars Vivendi
Ars Vivendi
Superredner
16 Tage 23 h

@Neumi..vielleicht ist es mir in Südtirol noch nicht aufgefallen, aber im Lebensmittelhandel in Deutschland wird hauptsächlich zwischen Frischmilch (gekühlt nur wenige Tage zu verwenden) und H-Milch (auch ungekühlt mehrere Wochen haltbar) unterschieden. Dann gibt es bei mir noch (Berg) Bauernmilch mit deutlich mehr Fettanteil.

Neumi
Neumi
Kinig
12 Tage 1 h

Ok, da hab ich mich wohl mit den Begriffen vertan, deine Beschreibung klang für mich eher nach dem, was du gerade als Bergbauernmilch bezeichnest. Dann also Frischmilch …

Die ca. 14 Tage haltbare Frischmilch (kein H-Milch) von “Viva” (produziert für MD) aus Bayern kann ohne weiteres mit der 3 Tage haltbaren Frischmilch von “Senni” und “Mila” mithalten mithalten, wobei ich allerdings gehört hab, dass einer der beiden jetzt auch 14 Tage haltbare anbietet. Der Fett-Anteil liegt bei 3%, bei der kurz haltbaren je nach Anbieter zwischen 3% und 3.5%

Blackadder
Blackadder
Tratscher
17 Tage 22 h

Lass die Viecher die Hörner behalten!

Ars Vivendi
Ars Vivendi
Superredner
17 Tage 22 h

👍..genau, denn Kühe haben nun mal Hörner. Passt auch auf den Almen besser in das gewünschte Landschaftsbild 🙈🙈 für die smartphonefotografierenden Besucher aus nah und fern. Dass aber die Almenbauern nicht nur einen überragenden Beitrag zum Landschaftschutz und -erhalt sowie zum Lawinenschutz leisten, wird eher wohlwollend zur Kenntnis genommen. Dazu noch, wie in den vergangenen Tagen leider mehrfach zu lesen war, für diese wichtige Arbeit auch noch ihr Leben riskieren.

Hustinettenbaer
Hustinettenbaer
Tratscher
17 Tage 20 h

Genau. Ein Hoch auf Blumen-Ferdi.

Gudrun
Gudrun
Superredner
16 Tage 23 h

sem wärts für die Touristen noch gefährlicher !!

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