Umwelt schonend unterwegs

Wie man Rad, Bus und Bahn kombiniert

Freitag, 03. Juli 2020 | 18:54 Uhr

Bozen – Mit Bus, Bahn und Rad kommt man auch ans Ziel. Gerade in den Sommermonaten kann man so umweltfreundlich unterwegs sein. Mobilitätslandesrat Daniel Alfreider sagt: “Jeder, der Südtirol autofrei erkundet, leistet einen Beitrag zum Umweltschutz – mit dem Rad tut man zudem noch etwas für die eigene Gesundheit.” Bei der kombinierten Nutzung von Bus, Bahn und Fahrrad gelte es allerdings einiges zu beachten.

Personentransport hat Vorrang

Vor allem sollte man sich wegen der beschänkten Anzahl vorab erkundigen, ob es genügend Platz gibt. „In den öffentlichen Verkehrsmitteln müssen dem Personentransport Vorrang geben”, erklärt der Landesrat. Deshalb entscheide bei hohem Fahrgastaufkommen das Bordpersonal, ob sie auch Räder mitnehmen können.

Extra Rad-Transport im Vinschgau

Seit 1. Juli und bis 30. September wird auf der Vinschger Bahn ein eigener Fahrrad-Transport garantiert. An den Bahnhöfen Meran, Algund und Marling ist es zu den Hauptverkehrszeiten (9.00 bis 13.00 und 15.00 bis 17.30 Uhr) nicht gestattet, das Fahrrad in die Vinschger Bahn aufzuladen. Die Abfahrtszeiten des Fahrradtransportes am Bahnhof Meran sind um 9.16 / 10.16 / 11.16 / 15.16 / 16.16 und 17.16 Uhr. Bei wenig Nachfrage gibt es weniger Fahrten. Weitere Informationen zum Shuttledienst findet man hier.

Tageskarte, Südtirol Pass oder abo+ für die Fahrrad-Mitnahme

Wer sein Rad in den Öffis mitnimmt, kauft am besten bei den Fahrscheinautomaten und bei den südtirolmobil-Verkaufsstellen die Tageskarte für die Radmitnahme zu sieben Euro. Mit Südtirol Pass, Euregio Family Pass, Südtirol Pass abo+ mit aktivierter Zahlungsfunktion sowie Südtirol Pass 65+ mit aktivierter Zahlungsfunktion kann der Tagestarif für die Fahrrad-Mitnahme abgebucht werden. Pro Tag wird nur 3,50 Euro abgebucht. Alle Entwertungen sind immer bei Fahrtantritt vorzunehmen.

Diese Tarife gelten auf den südtirolmobil-Verkehrsmitteln innerhalb Südtirols bzw. auf den Regionalzügen bis Trient. Für Zugfahrten weiter Richtung Süden gibt es eigene interregionale Rad-Tickets von Trenitalia. Für Fahrten Richtung Nordtirol oder Osttirol sind bei ÖBB/VVT getrennte Tickets für die betreffende Teilstrecke (z. B. Brenner – Innsbruck oder Innichen – Lienz) zu lösen.

Kinderräder werden kostenfrei transportiert

Für die Mitnahme einiger Fahrrad-Typen muss man nicht zahlen, und zwar für Kinderfahrräder unter 20 Zoll, zusammengeklappte Faltfahrräder und Einräder (im Bus im Gepäckraum oder alternativ in einer Tasche), vom Rad abgehängte Radanhänger und Liegeräder (Handbikes). Elektro-Bikes und Pedelecs werden in den Regionalzügen und in den südtirolmobil-Seilbahnen wie gewöhnliche Räder befördert, auf Bussen mit Radträgern hingegen überhaupt nicht.

Fahrrad-Mitnahme: Wo und wie viele?

In den eigens vorgesehen Abteilen der Regionalzüge können haben etwa 16 bis 20 Fahrräder Platz. Es ist keine Platzreservierung möglich und es gibt auch keine Garantie, dass alle Fahrgäste – auch mit gültigem Fahrschein – mit ihrem Rad zusteigen können.

Fahrräder, auch Faltfahrräder und Einräder, können in Regionalbussen aus Sicherheitsgründen nur dann befördert werden, wenn im Bus getrennter Stauraum vorhanden ist, beispielsweise ein Gepäckfach. In Bussen mit Niederflureinstieg ist der Radtransport nicht möglich. Eigene Fahrradträger mit Platz für bis zu sechs Fahrräder gibt es auf den Linien 273 Mals – Martina (bis 8. November), 245 Meran – Ulten – Lana (bis 8. November) und 321 Brixen – St. Andrä – Palmschoß (bis 29. November).

Alle Haltestellen, an denen Elektro-Fahrräder aufgeladen werden können, sind im Fahrplan mit dem Rad-Symbol gekennzeichnet. In den Stadt- und Citybussen ist die Radmitnahme ist nicht gestattet. Für die Fahrrad-Mitnahme auf den Seilbahnen nach Ritten und Jenesien sowie bei der Mendel-Standseilbahn gelten die Fahrscheine und Tarife des Südtiroler öffentlichen Nahverkehrs. Bei den Seilbahnen nach Kohlern, Vöran, Mölten und Meransen gelten eigene Fahrscheine und Tarife.

Unterwegs mit dem Leihrad

“Wer gern Radausflüge macht, kann auch ein Fahrrad ausleihen und mit der bikemobil Card zudem die Öffis günstig nutzen”, sagt Alfreider. Es gibt dazu eine enge Zusammenarbeit mit privaten Radverleihstellen mit insgesamt rund zwei Dutzend Stützpunkten auf vielen Bahnhöfen landesweit. Mit dem Kombi-Ticket bikemobil Card kann man alle öffentlichen Verkehrsmittel in Südtirol ebenso nutzen wie ein Leihfahrrad. Die bikemobil Card ist als 1-Tageskarte, 3-Tageskarte und 7-Tageskarte bei allen beteiligten Radverleihen, in den Tourismusbüros sowie bei den südtirolmobil-Verkaufsstellen erhältlich. Die ausgeliehenen Fahrräder können an einem beliebigen Stützpunkt derselben Radverleih-Organisation („Südtirol Rad“ oder „Papin Sport“) wieder abgegeben werden.

Von: luk

Bezirk: Bozen

Kommentare

Hinterlasse einen Kommentar

9 Kommentare auf "Wie man Rad, Bus und Bahn kombiniert"


Sortiert nach:   neuste | älteste | Relevanz
Neumi
Neumi
Kinig
1 Monat 7 Tage

Jetzt, wo nur noch die Hälte der Passagiere rein darf, dürfte zwischen den Passagieren doch genügend Platz für die Fahrräder sein.

alpenfranz
alpenfranz
Superredner
1 Monat 7 Tage

früher hat es für 25 Euro eine 10er Karte fürs Rad gegeben. bin oft mit dem zug und dem Rad zur Arbeit und mit dem Rad nach der Arbeit nach Hause. jetzt ist es mir zu teuer .

tom
tom
Superredner
1 Monat 7 Tage

@alpenfranz schaff dir eine radttransporttasche an, dann gilt das Rad als Gepäck und wird kostenfrei befördert. hab selber eine, die ich zusammengefaltet im Rucksack verstauen wenn ich sie nicht brauche. Scott hat eine und vielleicht auch Decathlon

Savonarola
1 Monat 7 Tage

wieso ist es in Österreich möglich, große vierachsige Güterwaggons für den massiven Radtransport im Sommer zu verwenden und bei uns nicht? Hier sehe ich dauernd Diskussionen am Bahnsteig zwischen Zugschaffner und Touristen. Offensichtlich besteht erhöhte Nachfrage und Bedarf, was die Landesregierung aber nicht sehen will, weil sie unbedingt die Menschen auf ihre Leihräder zwingen will.
Ich verwende nur mehr das Auto, wenn ich mit MEINEM Rad nicht von daheim zu einer Tour starte.

genau
genau
Kinig
1 Monat 7 Tage

Ja diese Frage stellt man sich oft.
Warum klappt hier vieles nicht auch wenn es anderswo ohne Probleme funktioniert.

Ja das hat sehr viel mit Inkompetenz zu tun! 😁
Und das gilt im “Parteiländchen” nicht nur für den Öpnv!!

genau
genau
Kinig
1 Monat 7 Tage

Doppelt so teuer als mit dem Pkw.
Dafür braucht man aber auch doppelt so lange.

Da nehm ich doch gleich Bus und Bahn. 🙄

Missx
Missx
Kinig
1 Monat 7 Tage

Der Radweg zwischen Bruneck und Percha bleibt bis 2021 geschlossen. Statt dessen gibt eine untragbare Umleitung die über die Staatstraße führt. Ich pendle jeden Tag mit dem Rad zwischen Oberpustertal und Bruneck. Das ist in Zukunft nicht mehr attraktiv wegen der Umleitung.
Und der Alfreider macht Werbung für Rad Mobilität…

tom
tom
Superredner
1 Monat 7 Tage

7€ sind zuviel. TI verlangt 3,50€ für ein 24h-Ticket, die ÖBB 2€ Tagesticket. Das zahlt jeder unabhängig vom Fahrschein. die 3,50 gibt’s nur für Südtirolpass- Inhaber und auch diese gelten nur bis 24:00Uhr. Was ist, wenn ich mit den letzten Zug von Trient kommend in Bozen Richtung Brixen umsteige, und erst nach Mitternacht mein Ziel erreiche, brauche ich ein zweites Ticket, weil das erste gilt ja nicht mehr?

tschigg
tschigg
Grünschnabel
1 Monat 6 Tage

Rad und Öffis völlig versagt.
Die neuen grünen Überland Niederflurbusse haben keinen Gepäckraum. Sitze gegen Fahrtrichtung. Nicht gerade ideal auf kurfenreichen Bergstraßen. Sicher von Expertenteam geprüft und getestet. Jetzt fahr ich halt mit meimen Euro 2 zur längeren Radtour.

wpDiscuz