Duale Ausbildung wird für neue Zielgruppen attraktiver

Zukunftswerkstatt: Durchlässigkeit ist Chance

Mittwoch, 07. Juni 2017 | 10:23 Uhr

Vahrn – Der Wunsch, die Ausbildung nach der Lehre fortzusetzen, wird bei immer mehr Jugendlichen stärker. Sowohl der Weg zur Maturaprüfung als auch die Möglichkeit ein Studium nach der Lehre zu absolvieren, machen die duale Ausbildung für neue Zielgruppen attraktiver. Über Zukunftsperspektiven für die Lehrlingsausbildung diskutierten Expert und Unternehmer beim dritten Treffen der „Zukunftswerkstatt Südtirol“, die Ende Mai bei WF Mechanik in Vahrn zu Gast war.

Aufgrund der eingeschränkten Durchlässigkeit des Bildungssystems erachten insbesondere Eltern und Lehrpersonen der Jugendlichen die Lehre häufig als keine zukunftsweisende Ausbildung. Ab 2018 ist es in Südtirol möglich, über die Lehre zur Matura zu gelangen. Weitere Schritte in diese Richtung können die individuellen Bildungschancen der Jugendlichen verbessern und den Stellenwert der praktischen Berufe steigern.

Handelskammerpräsident Michl Ebner betont: „Hochqualifizierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind ein wesentlicher Erfolgsfaktor für heimische Unternehmen. Deshalb muss die Durchlässigkeit der Bildungssysteme in alle Richtungen gefördert werden und auch die Möglichkeit bieten, Zugang zu  höheren Bildungsabschlüssen zu erlangen. Dabei können Fachhochschulen als direkte Verbindung zwischen Bildung und Wirtschaft eine wichtige Rolle spielen.

Alexander Weissteiner, Geschäftsführer und Inhaber der WF Mechanik GmbH, ist überzeugt: „Nur qualifizierte Arbeitskräfte, welche die Besonderheiten in der Metallverarbeitung genau kennen, können den Erfolg und die Wettbewerbsfähigkeit unseres Unternehmens dauerhaft sicherstellen. Die Ausbildung im Unternehmen ist der beste Weg, qualifizierte und motivierte Mitarbeiter/innen zu erhalten, die die speziellen Anforderungen unseres Betriebes heute und in Zukunft erfüllen. Deshalb werden wir auch in Zukunft Lehrlinge ausbilden.“ Das Unternehmen WF Mechanik beschäftigt gut 50 Mitarbeiter/innen und ist auf die Metallverarbeitung spezialisiert.

Helmut Dornmayr vom Institut für Bildungsforschung der Wirtschaft (Wien) berichtete über die Ausbildungssituation in Österreich und erörterte Chancen für Südtirol. Die Erfahrungen aus Österreich zeigen, dass die Aufwendungen für die Rekrutierung geeigneter Jugendlicher höher werden. Vor allem für kleinere Betriebe ist die Lehrlingssuche in den letzten Jahren schwieriger geworden. Deshalb sollten neue Zielgruppen wie zum Beispiel Maturaabgänger/innen und Erwachsene für die Lehre gewonnen werden.

Die „Zukunftswerkstatt Südtirol“ der Handelskammer Bozen findet jährlich statt und hat den Zweck, wichtige Herausforderungen für die Zukunft Südtirols zu diskutieren. Ziel der diesjährigen Veranstaltungsreihe war es, die aktuellen Herausforderungen in der Lehrlingsausbildung zu erkennen und Zukunftschancen zu entwickeln.

Weitere Auskünfte erteilt das WIFO, Ansprechpartner Georg Lun, Tel. 0471 945 708 oder E-Mail: georg.lun@handelskammer.bz.it.

Von: mk

Bezirk: Bozen, Eisacktal

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