Von: mk
Bozen – Die Carabinieri in Bozen haben dem lokalen Drogenhandel einen schweren Schlag versetzt. Bei einer gezielten Razzia im Stadtviertel Europa-Neustift klickten für einen obdachlosen Mann die Handschellen. Neben einer erheblichen Menge Kokain stellten die Beamten Bargeld und gestohlene Mobiltelefone sicher.
Die Festnahme ist das Ergebnis einer intensiven, wochenlangen Beschattung des Verdächtigen. Der tunesische Staatsbürger hatte versucht, sich polizeilichen Kontrollen zu entziehen, indem er es vermied, einen festen Wohnsitz anzumelden, und stattdessen ständig zwischen provisorischen Notunterkünften hin- und herwechselte.
Der Durchbruch gelang den Ordnungshütern in den frühen Morgenstunden. Die Ermittler beobachteten, wie der Mann einen Keller im Viertel betrat. Mit dem Verdacht, das logistische Versteck des Verdächtigen ausgemacht zu haben, stürmten die Carabinieri die Räumlichkeiten.
Bei der Razzia im Keller stellten die Ordnungshüter 210 Gramm Kokain sicher, die versiegelt auf verkaufsfertige Einzeldosen aufgeteilt waren. Außerdem fanden sie 16 Gramm Haschisch, eine digitale Präzisionswaage, auf der noch Rückstände von Drogen hafteten und Bargeldscheine in unterschiedlicher Stückelung. Die Ermittler vermuten, dass es sich dabei um Erlöse aus dem illegalen Verkauf verbotener Suchtmittel handelt.
Laboranalyse bestätigt hohe Reinheit
Die beschlagnahmten Substanzen wurden im Fachlabor der Carabinieri untersucht. Die Analyse ergab, dass das beschlagnahmte Kokain von so hoher Qualität war, dass man daraus über 3.600 Einzeldosen für den lokalen Markt hätte gewinnen können.
Neben dem Handel mit Drogen werden dem Festgenommenen noch weitere Vergehen vorgeworfen. Die Beamten fanden bei ihm zwei Mobiltelefone, die nachweislich aus Diebstählen stammten. Der Mann muss sich daher auch wegen Hehlerei verantworten.
Zudem ergab eine Abfrage der Datenbank, dass gegen den Tunesier ein Rückkehrverbot für das Bozner Stadtgebiet vorlag – einhergehend mit der Pflicht, den Wohnsitz in einer anderen Gemeinde beizubehalten. Diese Auflagen hat der Mann offensichtlich ignoriert.
Der Festgenommene wurde in das Bozner Gefängnis überstellt und muss sich nun vor der Justiz verantworten.




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