Im Wartestand für ausländische Krankenhäuser gearbeitet

Arzt am Bozner Spital muss 140.000 Euro Schadenersatz leisten

Mittwoch, 20. Januar 2021 | 12:15 Uhr

Bozen – Die Finanzpolizei Bozen hat unter Leitung der Staatsanwaltschaft am Rechnungshof einem im Südtiroler Sanitätsbetrieb tätigen Arzt einen Schaden zulasten der öffentlichen Hand in Höhe von 140.000 Euro vorgeworfen. Im November 2020 hat die rechtssprechende Abteilung des Rechnungshofes in Bozen den Arzt zur Wiedergutmachung des entstandenen Schadens für das Land Südtirol verurteilt. Zusätzlich muss er die Gerichtsspesen tragen.

Zur Vorgeschichte: Der Bedienstete war von 2010 bis 2015 im Wartestand. Die Finanzpolizei konnte aber nachweisen, dass der Arzt in dieser Zeit in anderen Sanitätseinrichtungen in Frankreich und der Schweiz tätig war, ohne dafür von seinem heimischen Arbeitgeber die Erlaubnis eingeholt zu haben.

Ans Licht kam der Fall im Oktober 2017 als der Arzt an einem Wettbewerb für die Stelle eines Primars im Südtiroler Sanitätsbetrieb teilnahm. In seinem Lebenslauf führte er auch die Erfahrungen im Ausland während seines Wartestandes auf. Den Verstoß gegen die Vertragsbedingungen fiel dem Sanitätsbetrieb auf und leitete die Erkenntnisse wiederum dem Rechnungshof weiter.

Der Wartestand und damit die “Konservierung” des Arbeitsplatzes wurde dem Arzt vonseiten des Sanitätsbetriebs aus familiären Gründen ermöglicht. Wie die Finanzpolizei mitteilt, wollte der Mann seiner Frau folgen, die für die WHO im Ausland tätig war. Mit dem Wartestand geht aber auch das Verbot einher, als Arzt an anderer Stelle tätig zu sein. Ohne Rücksprache mit dem eigentlichen Arbeitgeber sind nur wissenschaftliche Tätigkeiten oder die Teilnahme an Konferenzen erlaubt.

Mit dem Verstoß gegen diese Regelung greift automatisch ein zu leistender Schadenersatz, der mit jener Summe beziffert wird, den der Arzt im Wartestand bei anderen Arbeitgebern erwirtschaftet hat.

Weil sich der Arzt nach Angaben der Finanzpolizei nicht kooperativ gezeigt hatte und die Arbeitsverträge mit den ausländischen Arbeitgebern und damit die genaue Verdienstsumme nicht nennen wollte, wurde der zu leistende Schadenersatz aufgrund der gängigen Tarife in der Schweiz und Frankreich berechnet.

Von: luk

Bezirk: Bozen

Kommentare

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25 Kommentare auf "Arzt am Bozner Spital muss 140.000 Euro Schadenersatz leisten"


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Fenneck
Fenneck
Neuling
1 Monat 5 Tage

Des isch a Witz! Wie konn mon lei! A Frechheit das Bemühen eines Arztes zu bestrafen!

moler
moler
Superredner
1 Monat 5 Tage

Er hat sich aber nicht bemüht die Sanitätseinheit zu informieren.

corona
corona
Superredner
1 Monat 4 Tage

D.h. für dich ist es in Ordnung, dass sich der Arzt nicht an seine kollektivvertraglichen Bestimmungen hält und dann auch noch unkooperativ gegenüber der Finanzbehörde ist?

bubbles
bubbles
Universalgelehrter
1 Monat 5 Tage

Schande über euch. Lasst den Arzt Menschen helfen.

nikname
nikname
Superredner
1 Monat 5 Tage

gerne, aber nicht auf meine Kosten!

AnWin
AnWin
Superredner
1 Monat 5 Tage

@nikname …war ja im Wartestand und hat nichts verdient!!!!Wo leben sie eigentlich???

bubbles
bubbles
Universalgelehrter
1 Monat 4 Tage

@nikname Auf meine Kosten aber gerne.

bubbles
bubbles
Universalgelehrter
1 Monat 4 Tage

@nikname auf UNSERE Kosten!

nikname
nikname
Superredner
1 Monat 4 Tage

@AnWin
in Südtirol, sie???
wenn der Rechnungshof dem Arzt einen Schaden von 140.000€ vorwirft, dann wird es schon einen Grund geben.
Aber sie sind hier scheinbar der Experte, dann können sie uns aufklären!!!

corona
corona
Superredner
1 Monat 4 Tage

D.h. für dich ist es in Ordnung, dass sich der Arzt nicht an seine kollektivvertraglichen Bestimmungen hält und dann auch noch unkooperativ gegenüber der Finanzbehörde ist?

AnWin
AnWin
Superredner
1 Monat 4 Tage

@nikname ….non och auch!!!!Der hat nichts bekommen!!!!

nikname
nikname
Superredner
1 Monat 4 Tage

@AnWin
non ich auch???

nikname
nikname
Superredner
1 Monat 4 Tage

@AnWin
non och ???

schreibt...
schreibt...
Superredner
1 Monat 5 Tage

Ich bin überzeugt, dass er nicht der Einzige in unserer herzzerreißenden Sanität ist!!! 🤬

moler
moler
Superredner
1 Monat 5 Tage

Ich denke mal der Arzt wird sich in die Schweiz oder sonstwo verabschieden.

Die 140.000 wird der Rechnungshof nie sehen

wienerschnitzel
wienerschnitzel
Grünschnabel
1 Monat 5 Tage

Ich sehe hier ehrlich gesagt keinen Schaden, der dem Südtiroler Sanitätsbetrieb entstanden sein soll. Der Arzt hat ja keine Leistungen bezogen.

nightrider
nightrider
Superredner
1 Monat 4 Tage

Er hat eine fixe Stelle belegt die anonstem einem anderen Artzt hätte vergeben werden können. So musste die Stelle immer nur mit befristeten Verträgen besetzt werden.

blumenwiese
blumenwiese
Grünschnabel
1 Monat 5 Tage

Also, jahrelang rumsitzen wäre besser gewesen als zu arbeiten 🙈🙈🙈

Storch24
Storch24
Kinig
1 Monat 4 Tage

Er hätte ja genauso gut bei uns weiterarbeiten können.

corona
corona
Superredner
1 Monat 4 Tage

Dein Kommentar ist total am Thema vorbei.
Er soll nicht rumsitzen, sondern als unbefristet Angestellter seine kollektivvertraglichen Bestimmungen einhalten und mit der Finanzbehörde kooperieren. So liegt der Verdacht nahe, dass die 140.000 für ihn die weitaus kleinere Summe ist als das effektive Gehalt in diesen Jahren…

kloando
kloando
Grünschnabel
1 Monat 5 Tage

Und noar wundomo ins warumo koana Ärzte houbm😂

Peerion
Peerion
Grünschnabel
1 Monat 5 Tage

Übersicht

D.Trump ist weg, die Grünen bringen in ganz Europa nach wie vor nichts auf die Reihe, die AfD wird in Deutschland Verdachtsfall und die Infektionszahlen sinken in der Schweiz.

Storch24
Storch24
Kinig
1 Monat 4 Tage

Danke an all denen , die ein bisschen genauer hinschauen und nicht dulden , was nicht richtig ist.

AnWin
AnWin
Superredner
1 Monat 5 Tage

…140.000€ in 5 Jahren im Ausland verfient?Das verdient bei uns ja jeder Arbeiter!!!!!

corona
corona
Superredner
1 Monat 4 Tage

Eben. Das Vergehen ist zwar da, aber nicht gaaaanz so schlimm, daher nur eine vergleichsweise milde Strafe. 😉

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