Beobachtung richtige Entscheidung – ein Kommentar

„Bären-Big Brother“

Donnerstag, 13. Mai 2021 | 01:30 Uhr

Marling/Bozen – Nur dem größten „einheimischen“ Räuber, dem Bären, ist es gelungen, wenigstens für einen Tag das Dauerthema Corona vom Spitzenplatz der Nachrichten zu verdrängen. Der aus dem Trentino stammende große Fleischfresser, der in den jüngsten Tagen in der Umgebung von Marling mehrmals gesichtet worden war, wurde von den Experten des Landesamtes für Jagd und Fischerei und des Landestierärztlichen Dienstes eingefangen, mit einem Sender versehen und anschließend in die Freiheit entlassen.

lpa

Wenig überraschend stieß die Entscheidung, den Bären, der den Verlust von mindestens drei Ziegen und eines Schafes auf dem Kerbholz hat, nach dem Anlegen des Senders wieder laufen zu lassen, im Südtirol News-Forum überwiegend auf wenig Verständnis. Einige ließen sich sogar dazu hinreißen, den Abschuss des Bären zu fordern. Besonders stark in der Kritik standen aber der Sinn, der Aufwand und die damit verbundenen Kosten der „Dauerbeobachtung“ des Bären. Besonders lustige Zeitgenossen erinnerten ihre Leser daran, dass der Sender um den Hals den großen Räuber kaum davon abhalten wird, den heimischen Schafen und Ziegen nachzustellen.

privat

Ein kurzer Blick in die geltenden Tierschutzgesetze offenbart aber schnell, dass die Entscheidung, über einen Sender den Bären im Blick zu behalten, die einzig Richtige war. Wegen einiger Ziegen und Schafe darf und soll auch kein Bär in die Gefangenschaft überführt werden. Sollte sich aber der „Marlinger Bär“ zu einem Problembären entwickeln oder gar dem Menschen gefährlich werden, ermöglicht der Sender es den Experten, den Bären zeitnah ausfindig machen und aus dem Verkehr ziehen zu können.

APA/APA (Symbolbild/VIER PFOTEN)

Wie unsere Vorfahren es jahrhundertelang gewohnt waren, werden auch wir wieder lernen müssen, mit großen Raubtieren „zusammenzuleben“. Die moderne Technik der Tierbeobachtung, zu denen auch Sender und Fotofallen gehören, kann uns diesen mitunter schmerzhaften Lernprozess erleichtern. Um dem großen Tier seine Ruhe zu garantieren, ist es aber besser, dass im „Bären-Big Brother“ nur die Experten ihrem Hauptdarsteller bei seinen Streifzügen als Zuschauerkulisse dienen dürfen.

Von: ka

Bezirk: Bozen

Kommentare

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17 Kommentare auf "„Bären-Big Brother“"


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Universalgelehrter
1 Monat 4 Tage
@redakrion SN-ka-….ich bin aktiver Tier-, Natur-, und Umweltschützer und mir sind die geltenden Tierschutzgesetze bekannt. Und trotzdem habe auch ich habe mich “hinreißenlassen” zu fordern, wenn es, wie in diesem Einzelfall, keine praktikable Lösung zum Schutz der Menschen und ihrer Nutztiere gibt, den Bär zu “entnehmen”. Was Sie im Übrigen als “aus dem Verkehr ziehen” bezeichnen. Ich gehe mal davon aus, dass Sie die Gegend um Marling kennen. Wenn ja, sollten Sie wissen, dass dort ein so gefährliches Wildtier wie ein Bär, das sich im Übrigen mehrheitlich NICHT von Fleisch, sondern von Gras, ausgegraben Wurzeln, Beeren usw. ernährt und daher… Weiterlesen »
Staenkerer
1 Monat 4 Tage

Gebiet um marling klingt irgendwie falsch sein in die ersten Berichte war von vigiljoch die Rede und das erstreckt sich meines Wissens von oberhalb Lana bis bis oberhalb aschbach!
jetzt de froge, wo genau sein de “bedrohten” Höfe (vigiljoch isch groß und spärlich besiedelt, genauso der marlingerberg, de anhöhen von forst bis aschbach dem oanzige dörfchen auf der höhe!
also, a bisl genauer war net) und no de frog, mocht a sender.des tier weniger gfährlich?

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Universalgelehrter
1 Monat 4 Tage

@Staenkerer..wenn es tatsächlich auf dem Vigiljoch war, dann ist der größte Teil der Berichterstattung, der über den bedrohten Hof, seine Bewohner und deren Tiere hinaus geht, nur Sensationsmache.

Andreas1234567
Andreas1234567
Universalgelehrter
1 Monat 3 Tage

Hallo @offline,

über die wissenschaftliche Expertise mit dem “Fleischfresser” habe ich auch herzlich gelacht.
Ich empfehle zur Fortbildung “Winnie Puuh” der seinem Eselfreund “I-Aah” hilft und dafür einen riesigen Topf Honig erhält.
Weitere wissenschaftliche Hinweise finden sich bei dem Titellied von “Balu dem Bären”.

Textzitate:

“Die Bienen summen in der Luft
erfüllen sie mit Honig Duft
und schaust du unter den Stein,
erblickst du Ameisen die hier gut gedeihen ”

“und wenn du stets gemütllich bist
und etwas appetitlich isst
Dann nimm es dir egal woher es kam.
Na und pflückst du gern Beeren? und du pickst dich dabei?
Darum pflücke gleich, mit dem richtigen Dreh ”

Wissenschaftsgrüsse zum Wochenende

Andreas1234567
Andreas1234567
Universalgelehrter
1 Monat 4 Tage
Hallo @ka (Kommentator) selbstverständlich darf man sich über kritische Stimmen lustig machen, sie als geizig und albern darstellen oder als geifernde schiesswütige Gesellen. “Die paar Kleintiere”?Da waren wertvolle Zuchttiere dabei, die Entschädigungen sind eine Beleidigung, decken kaum die Entsorgungskosten der Kadaver. Versprochen wurde ein menschenscheuer Geselle und nicht ein Räuber der menschliche Hofstellen mit einer Buffettheke verwechselt. Wie problembärtig oder menschgefährdend darf es denn werden bis das arme Tier “aus dem Verkehr gezogen” wird? Hätte sich auf dem Flatscherhof zu der Zeit ein Kleinkind auf dem Hof befunden, wer hätte Verantwortung übernommen? Wer ist persönlich haftbar für diese Vorgänge? Der… Weiterlesen »
Staenkerer
1 Monat 4 Tage

jo, andreas, irgendwie werd des mit kauerstellung und Hände über den eingezogenen Kopf schun sinn mochen, so muaß man den, der oan grod, angefangen beim Hintern, auffressen will, nit in der Augen schauen!
merk dir, olles wos de londeshäuptlinge verzapf…. äh uns belehrend beibringen, mocht sinn, mann muaß oft lei lange suchen! (iron. aus)

Andreas1234567
Andreas1234567
Universalgelehrter
1 Monat 3 Tage

Hallo noch einmal zu diesem leidigen Thema,

die betroffene Bergbauernfamilie kommt übrigens jetzt auch zu Wort..

https://www.stol.it/video/media/flatscherhof-baeuerin-der-baer-haette-auch-meinen-mann-angreifen-koennen

Ist zwar vom SBB eingestellt und sicher mit den gefilmten Kitzen auch etwas meinungslenkend in Wort und Bild aber trotzdem sehenswert.

Etwas beleidigt bin ich bei den Untertiteln, man versteht schon was dort dahergeredet wird, da braucht es keine Übersetzung ins “Hochdeutsche”

Permanente Dauerangst verstört und zerstört Menschen, der Film deutet das an

100 % Solidarität mit den Bergbauern, so geht das nicht

Tanne
Tanne
Universalgelehrter
1 Monat 2 Tage

©Andreas 1234567. Der Hund an der Kette, dieses Bild spricht Bände, alles andere erübrigt sich somit für mich.

Andreas1234567
Andreas1234567
Universalgelehrter
1 Monat 1 Tag

Hallo @Tanne,

da haben die Filmschaffenden vom SBB nicht aufgepasst, Punkt für dich.

Sicher kein Dauerzustand sonst hätte der Hund einen Unterschlupf, die Baggerschaufel wird dafür nicht taugen.

Die Stelle ist ab Minute 2:07

Auf Wiedersehen in Südtirol

Tanne
Tanne
Universalgelehrter
1 Monat 1 Tag

Andreas 1234567. Die Körpersprache vom Kettenhund ist, der Hund hat Angst, er legt sich auf den Boden, die Haltung sagt, ich ergebe mich, bevor ich wieder geschlagen werde. Dies ist die Botschaft von dem Hund an der Kette.Der Rest wird als Streichel- Zoo dargestellt. Wenn jemand so einen Hund hält, wie geht der wohl mit den anderen Tieren um? Man kann ein Video schon so drehen als wollte man eine auf den Hof heile Welt darstellen, aber da hätten sie nicht diesen verängstigten Kettenhund filmen dürfen, das ist meine Meinung.

Staenkerer
1 Monat 1 Tag

na, jo,fürn “bärenschauen”-tourismus kimmt de werbung zu spät, der isch ihnen durch zu de unterlandler …

Lippert
Lippert
Grünschnabel
1 Monat 15 h

@Tanne
artgerechte Tierhaltung ist leider für viele etwas Selbstverständliches, haben die Tiere ja schon seit Generationen gut behandelt.
Sich mal informieren und umsetzen was notwendig für glückliche Haustiere wäre, ist leider oft zu viel verlangt.
Ich werde dafür belächelt, dass meine zwei “Hasilan” genug Platz haben, Haken zu schlagen.

Staenkerer
1 Monat 3 h

@Lippert leider geats bei unseren Bauern den Tieren an nit alm guat, sem hängen Kühe so eng das se nit niederlegen können, und Hennen und Hasilan derdrahn sich nit um!
Südtirols Nutztiere leben long nit olle im gelobten Land!

Amadeus
Amadeus
Tratscher
1 Monat 4 Tage
Ich glaube, den Viehhaltern Raubtiere wie Wolf und Bär , sozusagen, vor die Stalltür zu setzen ist wohl nicht richtige Menschen- und Tierfreundlichkeit. Das ist meines Erachtens reines “Gepflanze” bzw. ein Spiel für jene, die, ich weiss nicht wie man solche Leute nennen sollte. Kleintierhaltung ist meistens nur wirkliche Liebe am Tier selber und bringt kommerziell wohl kaum etwas. Außerdem gehören Schafe und Ziegen oftmals den Kindern der Bauern oder den Großeltern. Zudem glauben richtige Tierfreunde zu recht, daß der Stressfaktor dieser Raubtiere sehr groß ist, da es z.B. in Südtirol kaum einen Quatratkilometer unberührter Natur gibt. Meines Erachtens haben… Weiterlesen »
enkedu
enkedu
Kinig
1 Monat 1 Tag

schad ums Geld das damit verschleudert wird.

Hustinettenbaer
Hustinettenbaer
Universalgelehrter
1 Monat 4 Tage

Ich will die Gefahr durch vierbeinige Carnivoren nicht verharmlosen. Aber bei der aktuellen Populationsdichte sagt mir die Risikoanalyse: Gefahr droht von Zweibeinern.

Supergscheider
Supergscheider
Superredner
1 Monat 3 Tage

Interessant das die in Zukunft mit den Bären und Wölfen leben müssen, die sind,die am meisten darunter leiden und die,die Grossraubtiere unbedingt wieder wollen ,warscheinlich in Bambiland wohnen ,sich intellektuel und akademisch von der Unbedenklichkeit vergewissert haben .
Mich persönlich ko…t diese Arroganz einfach nur an.

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