Stärken bestätigt, gezielt verbessern

Bersaglio-Gesundheitsstudie zeigt Licht- und Schattenseiten

Freitag, 17. Juli 2026 | 13:04 Uhr

Von: mk

Bozen – Die aktuelle Bersaglio-Studie der Scuola Superiore Sant’Anna in Pisa bestätigt die Stärken des Südtiroler Gesundheitssystems und zeigt gleichzeitig Bereiche auf, in denen gezielt weitergearbeitet wird. Die jährlich durchgeführte Analyse vergleicht die Leistungsfähigkeit der öffentlichen Gesundheitssysteme anhand zahlreicher Qualitäts-, Versorgungs- und Finanzindikatoren in sieben italienischen Regionen: Basilikata, Friaul-Julisch Venetien, Toskana, Umbrien, Venetien sowie der Provinz Trient und des Landes Südtirol.

Besonders positiv bewertet werden die finanzielle Stabilität und das wirtschaftliche Gleichgewicht des Südtiroler Gesundheitswesens. Beide Bereiche erreichen Spitzenwerte. Auch die Notfallversorgung und der Rettungsdienst zählen laut Studie zu den Stärken des Südtiroler Gesundheitssystems. Gleichzeitig zeigt die Analyse, dass die Notaufnahmen im Vergleich zu anderen Regionen häufiger in Anspruch genommen werden.

“Die Bersaglio-Studie zeigt, dass unser Gesundheitssystem auf einem soliden Fundament steht. Gleichzeitig liefert sie uns wertvolle Hinweise, wo wir noch besser werden können. Genau diese kontinuierliche Weiterentwicklung ist unser Anspruch”, betont Gesundheitslandesrat Hubert Messner.

Verbesserungspotenzial sieht die Studie unter anderem bei den Impfquoten, im Bereich der psychischen Gesundheit sowie bei der angemessenen Verordnung diagnostischer Leistungen. Diese Themen sind bereits Schwerpunkte der Gesundheitsplanung.

So wurden in den vergangenen Jahren die Angebote in der psychiatrischen und psychologischen Versorgung kontinuierlich ausgebaut. Gleichzeitig zeigen sich bei mehreren Impfungen bereits steigende Impfquoten, die durch Informations- und Sensibilisierungsmaßnahmen weiter verbessert werden sollen.

Auch einzelne wirtschaftliche Kennzahlen – etwa die durchschnittlichen Kosten pro DRG-Punkt – müssen laut Ressort im Gesamtkontext betrachtet werden. Entscheidend sei nicht der einzelne Kostenwert, sondern das Verhältnis von Ressourceneinsatz und Versorgungsqualität. Die sehr guten Ergebnisse bei der finanziellen Stabilität bestätigen, dass Südtirol seine Mittel nachhaltig und verantwortungsvoll einsetzt.

Optimierungspotenzial zeigt die Analyse bei der diagnostischen Angemessenheit. Ziel ist es, Patientinnen und Patienten genau jene diagnostischen Untersuchungen zukommen zu lassen, die medizinisch notwendig sind, nicht möglichst viele, sondern die richtigen.

“Die Studie ist für uns kein Ranking, sondern ein wichtiges Steuerungsinstrument. Sie bestätigt, was gut funktioniert, und zeigt uns gleichzeitig auf wissenschaftlicher Grundlage, wo wir unsere Gesundheitsversorgung weiter verbessern können, immer mit dem Ziel, den Menschen in Südtirol eine hochwertige, sichere und wohnortnahe Versorgung zu bieten”, unterstreicht Messner.

Bezirk: Bozen

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