Von: luk
Bozen – Die anhaltende Hitze und die ausbleibenden Niederschläge der vergangenen Wochen zeigen in Südtirol zunehmend ihre Auswirkungen. Der SVP-Landtagsabgeordnete Franz Locher warnt vor den Folgen der anhaltenden Trockenheit für die Landwirtschaft. Besonders betroffen seien die Futterwirtschaft und die Almen, wo sich die Situation von Tag zu Tag verschärfen könne.
“Aufgrund der extremen Trockenheit müssen wir mit deutlich geringeren Erträgen bis hin zu Totalausfällen bei der Heuernte rechnen”, erklärt Locher. Nur ausgiebige Niederschläge könnten die Lage noch entspannen – derzeit seien solche jedoch nicht in Sicht.
Mit Sorge blickt Locher auch auf die Situation auf den Almen. “Sollte die Trockenheit weiter anhalten, könnten die Futterreserven knapp werden und vielerorts Wassermangel bei den Viehtränken auftreten. “Sollte diese Entwicklung eintreten, müssten wir mit einem verfrühten Abtrieb des Viehs rechnen”, so der Landtagsabgeordnete.
Die Folgen seien aber auch bereits in tieferen Lagen gut sichtbar und vor allem in sonnenexponierten Gebieten ist die Situation kritisch: “Mancherorts sind beim ersten Schnitt der Heuernte Ausfälle von 60 bis 80 Prozent zu beklagen und auch die Prognosen für den zweiten Schnitt sind aufgrund fehlender Niederschläge im Juni und Juli eher schlecht. Überall dort, wo keine Bewässerung der Wiesen und Weiden möglich ist, muss man damit rechnen, dass die Ernte sehr gering ausfallen wird.”
Die Folgen der Ernteausfälle werden sich nach Einschätzung Lochers insbesondere in den Wintermonaten bemerkbar machen. “Der notwendige Zukauf von Futtermitteln wird schwierig und vor allem teuer. Die Trockenheit betrifft derzeit weite Teile Italiens, weshalb mit deutlich steigenden Futtermittelpreisen zu rechnen ist”, warnt er.
Besonders dramatisch sei die Lage derzeit in der Poebene. Der Wasserstand des Po ist auf ein kritisches Niveau gesunken und liegt derzeit 80 Prozent unter den normalen Werten, wodurch Salzwasser weit ins Landesinnere vordringt und erhebliche Schäden in der Landwirtschaft verursacht. Diese Entwicklung verdeutliche, dass es sich längst nicht mehr um ein regionales, sondern um ein gesamtitalienisches Problem handle. Auch in Südtirol spitze sich die Lage zu: Einige Gemeinden haben bereits Aufrufe zum Wassersparen erlassen und der Pegelstand der Stauseen liege derzeit knapp 40 Prozent unter der üblichen Füllmenge.
“Sollte die Trockenheit weiter anhalten, werden die Auswirkungen auf die Landwirtschaft noch deutlicher zu spüren sein”, betont Locher. Neben sinkenden Erträgen und steigenden Produktionskosten drohten viele Betriebe vor erheblichen wirtschaftlichen Herausforderungen zu stehen. Umso wichtiger sei es, die Entwicklung genau zu beobachten und die heimische Landwirtschaft in dieser schwierigen Situation zu unterstützen, fordert Locher.




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