Carabinieri mahnen zur Vorsicht

Betrug und versuchte Erpressung – Anzeigen im Wipptal

Freitag, 30. Januar 2026 | 10:44 Uhr

Von: mk

Brenner/Gossensaß – Die Carabinieri am Brenner und in Gossensaß haben nach gezielten und umfassenden Ermittlungen drei Personen angezeigt, die jeweils für Betrugsfälle im Zusammenhang mit dem Kauf und Verkauf von Kraftfahrzeugen verantwortlich sein sollen. Die Taten wurden auf unterschiedliche Weise begangen, weisen jedoch charakteristische Merkmale bekannter betrügerischer Methoden auf.

Konkret haben die Carabinieri der Dienststelle Brenner einen Mann mit Wohnsitz in Mailand angezeigt, nachdem ein Bürger Anzeige erstattet hatte. Dieser berichtete, dass er auf einem bekannten Online-Kleinanzeigenportal ein Inserat zum Verkauf eines Fiat Panda gesehen habe. Nach telefonischem Kontakt mit dem vermeintlichen Verkäufer einigte sich das Opfer auf den Kauf des Fahrzeugs zum Preis von 3.100 Euro.

Nachdem zwei Banküberweisungen über den vereinbarten Betrag erfolgt waren, brach der Verkäufer den Kontakt ab und forderte anschließend weitere 1.200 Euro für angebliche Versandkosten, die das Opfer jedoch nicht bezahlte. Das Fahrzeug wurde nie übergeben. Die von den Carabinieri durchgeführten Bank- und Online-Ermittlungen ermöglichten die Identifizierung des mutmaßlichen Täters, der wegen Betrugs der Justizbehörde überstellt wurde.

In einem separaten Fall haben die Carabinieri von Gossensaß zwei Personen, Vater und Sohn mit Wohnsitz in der Provinz Verona, angezeigt, nachdem ein junger Mann aus Sterzing an die Ordnungshüter gewandt hatte. Der Geschädigte berichtete, dass er nach Auffinden einer Visitenkarte eines mutmaßlichen Autohändlers auf seinem Fahrzeug telefonisch Kontakt aufnahm, um den Verkauf seines eigenen Autos zu vereinbaren.

Nach Einigung über den Verkauf des Fahrzeugs zum Gesamtpreis von 16.000 Euro reiste der mutmaßliche Käufer nach Sterzing und zahlte 1.000 Euro in bar als Anzahlung. Anschließend wurde der Kaufvertrag formell bei einer Autoverwaltungsagentur abgeschlossen.

Danach folgte jedoch die bittere Überraschung: Der Betrag wurde nicht nur in den folgenden Tagen nicht bezahlt, sondern der Verkäufer wurde zudem wiederholt bedroht und mit Forderungen nach weiteren Geldsummen für angebliche Schäden am Fahrzeug konfrontiert. Der Sterzinger kam den Forderungen nicht nach.

Weitere Ermittlungen ergaben, dass das Fahrzeug auf ein Einzelunternehmen vom Vater des mutmaßlichen Käufers eingetragen war, wodurch die gesamte betrügerische Handlung nachvollzogen werden konnte. Beide Personen wurden der Justizbehörde wegen Betrugs und versuchter Erpressung überstellt.

„Wir rufen die Bürger dazu auf, besondere Vorsicht walten zu lassen, misstrauisch gegenüber ungewöhnlichen Zahlungsaufforderungen zu sein und sich im Zweifelsfall sofort an die Dienststellen der Carabinieri zu wenden“, erklärte der Carabinieri-Kommandant der Kompanie Sterzing, Hauptmann Francesco Lorenzi. Die Carabinieri beabsichtigen, Infoveranstaltungen zum Thema Betrug im gesamten Wipptal auszuweiten, um ähnliche Vorfälle zu verhindern und möglichst viele Bürger über unterschiedliche Betrugsmethoden zu informieren.

Bezirk: Wipptal

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