Von: luk
Bozen – Zur Halbzeit der Legislaturperiode hat Gesundheitslandesrat Hubert Messner eine erste Bilanz seiner Arbeit gezogen. Bei einer Pressekonferenz auf Schloss Sigmundskron stellte er die Schwerpunkte seiner bisherigen Gesundheitsstrategie vor: mehr Prävention, ein dichteres Netz wohnortnaher Gesundheitsdienste sowie besser vernetzte Krankenhäuser. Grundlage sei weiterhin der bereits vor der Wahl ausgearbeitete Elf-Punkte-Plan.
Messner betonte, dass sich das Südtiroler Gesundheitssystem von einem vorwiegend auf die Behandlung von Krankheiten ausgerichteten Modell hin zu einem Gesundheits- und Vorsorgesystem entwickeln solle. Mit dem neuen Landespräventionsplan werde derzeit ein strategischer Rahmen geschaffen. Präventionsangebote reichen von Programmen für Familien und Schulen über Maßnahmen zur psychischen Gesundheit bis hin zu Informationskampagnen zu Bewegung, Impfungen, Suchtprävention und Endometriose. Auch das Forschungsprojekt „CHRIS Future“ soll künftig personalisierte Präventionsprogramme ermöglichen.
Ein weiterer Schwerpunkt ist der Ausbau der wohnortnahen Versorgung. Derzeit sind landesweit sieben Gemeinschaftshäuser in Betrieb, darunter die beiden rund um die Uhr geöffneten Hub-Gemeinschaftshäuser in Bozen und Brixen. Bis 2028 soll ihre Zahl auf zwölf steigen. Ergänzt wird das Netz durch Gemeinschaftskrankenhäuser, wohnortnahe Einsatzzentralen sowie die neue Gesundheitshotline 116117, die ab Ende Sommer 2026 zunächst im Raum Bozen und anschließend landesweit rund um die Uhr erreichbar sein soll. Auch Telemedizin und Hauskrankenpflege sollen weiter ausgebaut werden.
Bei den Krankenhäusern setzt Messner auf eine stärkere Vernetzung der sieben Standorte. Durch gemeinsames Bettenmanagement, koordinierte Operationsplanung und eine engere Zusammenarbeit zwischen Hausärzten und Fachabteilungen sollen Ressourcen effizienter genutzt und Patienten schneller versorgt werden.
Nach Angaben des Landesrats zeigen sich auch erste Verbesserungen bei den Wartezeiten. So stieg die Einhaltung der Fristen bei prioritären Leistungen von 78 Prozent im Jahr 2024 auf 84 Prozent im Jahr 2025, aktuell liegt der Angebotsindex laut Messner bei 85 Prozent. Auch bei aufschiebbaren und programmierten Leistungen seien Fortschritte erzielt worden. Die durchschnittliche Wartezeit am Telefon der Vormerkstelle beträgt inzwischen rund 50 Sekunden und liegt damit unter dem Zielwert von einer Minute.
Als wichtige Grundlage für die Weiterentwicklung des Gesundheitswesens bezeichnete Messner außerdem Investitionen in Personal und Ausbildung. Dazu zählen neue Kollektivverträge, die Einführung der 36-Stunden-Woche für das Pflegepersonal, der Ausbau der medizinischen Ausbildung in Bozen sowie Studienförderungen und internationale Kooperationen. Derzeit absolvieren rund 270 Fachärztinnen und Fachärzte ihre Ausbildung im Südtiroler Sanitätsbetrieb.
Messner zog insgesamt eine positive Zwischenbilanz, betonte jedoch, dass die Umsetzung von Veränderungen Zeit brauche. Ziel bleibe ein vernetztes Gesundheitssystem, das Patienten möglichst früh begleitet und die Gesundheitsversorgung langfristig sichert.




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