Von: mk
Bozen – Den Sondereinheiten der Carabinieri für Agrar- und Lebensmittelschutz ist ein empfindlicher Schlag gegen den illegalen Einsatz von Pestiziden in der Landwirtschaft gelungen. Im Rahmen serieller Kontrollen in Nord- und Mittelitalien wurden innerhalb von sechs Monaten tonnenweise illegale Substanzen aus dem Verkehr gezogen. Auch die Region Trentino-Südtirol war Schauplatz der Ermittlungen, wie Alto Adige online berichtet.
Gefahr für Gesundheit und Biodiversität
Die Bilanz der Ermittler der Carabinieri-Abteilung aus Parma ist beachtlich: Insgesamt 9,2 Tonnen illegale Pflanzenschutzmittel im Marktwert von rund 372.000 Euro wurden sichergestellt. Zudem verhängten die Beamten im Zuge von 97 Betriebskontrollen 40 Verwaltungsstrafen mit einem Bußgeldvolumen von insgesamt 263.000 Euro.
Die Kontrollaktion erstreckte sich über die Regionen Emilia-Romagna, Trentino-Südtirol und Friaul-Julisch Venetien. Ziel war es, den Einsatz von Pestiziden zu stoppen, deren Zulassung bereits widerrufen wurde oder die für den biologischen sowie konventionellen Anbau niemals freigegeben waren. Solche Substanzen stellen laut den Ermittlern eine massive und unberechenbare Gefahr für die menschliche Gesundheit, die Umwelt und die biologische Vielfalt dar.
35 verbotene Substanzen auf einem Hof entdeckt
Dass derartige Kontrollen bitter nötig sind, zeigt ein besonders schwerwiegender Fall am Ende der Operation: Die Carabinieri zeigten den Inhaber eines Landwirtschaftsbetriebs bei der Staatsanwaltschaft an. Auf seinem Gelände hatten die Ermittler ein illegales Lager mit 35 verschiedenen Arten bereits verbotener Pflanzenschutzmittel ausgehoben. Da die hochgiftigen Chemikalien zudem unter katastrophalen Sicherheitsbedingungen gelagert waren, muss sich der Betreiber nun wegen des illegalen Umgangs mit gefährlichen Abfällen strafrechtlich verantworten.




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