Welttag für Netzsicherheit

Digitale Ethik: Damit Zwielichtiges im Internet keine Chance hat

Dienstag, 06. Februar 2018 | 07:00 Uhr

Bozen – Auch heuer findet am 6. Februar wieder der Safer Internet Day statt mit dem Ziel, einen sicheren und verantwortungsvollen Umgang mit dem Internet und den neuen Technologien zu fördern.

Dieser Aktionstag findet weltweit statt und läuft 2018 unter dem Motto „Be the change: unite for a better internet“. Damit sollen Internetnutzerinnen und -nutzer – vor allem die jungen unter ihnen – motiviert werden, gemeinsam einen positiven Beitrag zu einem besseren und sicheren Internet zu leisten.

Das Forum Prävention unterstützt diese Initiative und stellt verschiedene Informationen und Angebote auf der Website zur Verfügung.

Digitale Ethik

Im Rahmen diverser Initiativen rund um den Welttag für Netzwerksicherheit wurden auch die Ergebnisse der Studie “Eu kids online per Parole O_Stili” dem Ministerium für Bildung, Universität und Forschung vorgestellt. Darin erscheint klar, dass sich die Anzahl junger Menschen, die negative Erfahrungen im Netz gemacht haben, im Vergleich zu 2010 verdoppelt hat: Im 2010 waren es noch sechs Prozent, während es 2017 bereits 13 Prozent waren. Die Umfrage wurde von OssCom (Centro di ricerca sui media e la comunicazione) der Università Cattolica in Zusammenarbeit mit dem Bildungsministerium und Ats Parole Ostili (bestehend aus Associazione Parole O_Stili, Università Cattolica und  Osservatorio Giovani dell’Istituto Toniolo) durchgeführt.

Aus der Studie geht hervor, dass 31 Prozent der befragten Elf- bis 17-Jährigen berichten, Hassreden oder beleidigende Kommentare, die an Einzelpersonen oder Gruppen von Menschen gerichtet waren, welche aufgrund ihrer Hautfarbe, Nationalität, Religion oder aus anderen Gründen angegriffen wurden, im Netz gesehen zu haben. Nur 42 Prozent der Interviewten behaupten, dass sie dem Opfer geholfen haben, während 58 Prozent zugeben, nichts getan zu haben. Besorgniserregend ist die Tatsache, dass 25 Prozent der von diesen Risiken betroffenen Kinder und Jugendliche (50 Prozent der Befragten) mit niemandem darüber gesprochen haben. Ein Drittel unternimmt nichts und wartet darauf, dass sich das Problem von alleine löst, während nur zwei Prozent aller befragten Jugendlichen diese Angriffe melden.

Es gibt viele Verbände, die in Europa engagiert tätig sind, um eine verantwortungsvolle und bewusste Nutzung des Netzes zu fördern. Das Institut für Digitale Ethik in Deutschland z.B. weist auf die zehn Gebote der Digitalen Ethik hin.

In Italien hat hingegen Generazioni Connesse eine Miniserie von Videos veröffentlicht, die Kinder vor den häufigsten Fehlern und der riskanten Nutzung des Internets warnt.

Das Forum Prävention wird in Kürze auch Videos zum Thema Cybermobbing und Mobbing veröffentlichen. Zudem ist das Projekt „NO HATE! Schweigen bringt nichts!“ gestartet worden, in dem gemeinsam mit jungen Menschen die Ursachen und Konsequenzen von hate speech im Netz analysiert wird.

Die verschiedenen Initiativen versuchen darauf hinzuweisen, dass Online-Gewalt genauso wie jede andere Form von Gewalt, die wir im realen Leben erleben, bekämpft werden soll und kann. Die Verbreitung von gewalttätigen Inhalten ist gleichsam schwerwiegend wie die erstmalige Veröffentlichung. Die Anonymität hinter dem Bildschirm verführt aber zum Glauben, keine Verantwortung für das eigene Tun tragen zu müssen und ungeniert handeln zu können.

Von: mk

Bezirk: Bozen

Kommentare

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1 Kommentar auf "Digitale Ethik: Damit Zwielichtiges im Internet keine Chance hat"


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Kinig
14 Tage 9 h

Ich erkenne da mehrere Herausforderungen.

1. Jeder der das Netz nutzt, sollte sich ernsthaft fragen, darf man
alles tun, wenn man es unerkannt tut?

2. Grundsätzliche Fragen zum Rechtsraum Internet sind immer noch nicht geregelt. Die Politik hat sich wenig
gekümmert, obwohl die digitale Welt dringend internationale und nationaler Regeln bedarf.

3. Das Netz ist in der Hand von internationalen Konzernen,
die unsere Daten verwerten und aufbewahren und da tun sich wichtige ethische Fragen
des Datenschutzes auf.

4. Schließlich finden im Netz illegale Handlungen statt, die
absolut keine Kavaliersdelikte sind! Auch da sind Ethik und Gesetzgeber
gefragt!

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