Von: APA/AFP
Großbritannien hat am Freitag den dritten Hantavirus-Verdachtsfall bei einem Briten bekanntgegeben: Wie die Behörden mitteilten, wurde der Fall auf der Insel Tristan da Cunha im Südatlantik gemeldet. Zur selben Inselgruppe, bei der es sich um britisches Überseegebiet handelt, gehört die Insel St. Helena, auf der Passagiere des Kreuzfahrtschiffs “Hondius” von Bord gegangen waren. Eine Flugbegleiterin aus den Niederlanden wurde inzwischen negativ auf das Virus getestet.
Wie eine Sprecherin der Weltgesundheitsorganisation (WHO) am Freitag in Genf sagte, hat sich der Infektionsverdacht bei der Frau, die mit leichten Symptomen in ein Krankenhaus in Amsterdam eingeliefert worden war, nicht bestätigt. Nach Berichten niederländischer Medien war die Flugbegleiterin mit einer Niederländerin in Kontakt gewesen, die am 25. April kurzzeitig an Bord einer KLM-Maschine gewesen und einen Tag später in Südafrika gestorben war.
KLM hatte am Mittwoch mitgeteilt, die Frau sei vor dem Start in Johannesburg “kurzzeitig” an Bord der Maschine gewesen. Wegen ihres “Gesundheitszustands” habe die Besatzung jedoch entschieden, “sie nicht auf diesem Flug mitreisen zu lassen”. Die Frau musste also wieder aussteigen, das Flugzeug flog ohne sie nach Amsterdam. Nach Angaben von KLM nehmen die niederländischen Gesundheitsbehörden nun “vorsorglich” Kontakt zu allen Fluggästen auf.
Briten in Krankenhäusern in Niederlanden und Südafrika
Zwei weitere britische Staatsangehörige werden in Krankenhäusern in den Niederlanden und in Südafrika wegen Symptomen einer Hantavirus-Infektion behandelt. Die britischen Staatsangehörigen, die sich noch an Bord des Kreuzfahrtschiffes befinden, haben nach Angaben der Behörde derzeit keine Symptome, werden aber “intensiv überwacht”.
Das Schiff wird voraussichtlich am Sonntag Teneriffa erreichen. Die britische Regierung hat bereits Vorkehrungen für die Heimreise der Briten an Bord getroffen. Das Außenministerium habe einen Rückführungsflug für britische Passagiere und Besatzungsmitglieder organisiert, erklärte die Gesundheitsbehörde. Für die Betroffenen wird der Flug demnach kostenlos sein, nach ihrer Rückkehr müssen sie sich dann 45 Tage isolieren und sich von der Behörde testen und überwachen lassen.
WHO: “Das ist nicht der Beginn einer Pandemie”
Die WHO hatte zuletzt beruhigt. “Dies ist eine ernste Lage, aber die WHO betrachtet das Risiko für die öffentliche Gesundheit als gering”, sagte der Chef der Weltgesundheitsorganisation (WHO), Tedros Adhanom Ghebreyesus in Genf. Weil die Inkubationszeit sechs Wochen dauert, werden weitere Fälle jedoch nicht ausgeschlossen.
“Dies ist nicht der Beginn einer Pandemie”, betonte die amtierende Nothilfekoordinatorin, Maria van Kerkhove. Ein Vergleich mit dem Start der Coronapandemie vor sechs Jahren sei nicht angebracht. “Dies ist ein ganz anderes Virus”, sagte van Kerkhove. “Es handelt sich um einen Ausbruch auf einem Schiff. Das ist ein begrenzter Raum. (…) Das ist nicht dieselbe Situation wie vor sechs Jahren. Dieses Virus verbreitet sich nicht auf dieselbe Weise wie Coronaviren.”




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