89-Jähriger geht es nach Lungentumor wieder gut

Ein Blumenstrauß voll Dankbarkeit

Freitag, 24. November 2023 | 12:58 Uhr

Barbian – Eine 89-jährige Patientin mit Lungentumor hat dank einer modernen onkologischen Therapie wieder ihre Lebensqualität zurückgewonnen.

Der Bäuerin Anna Schweigkofler aus Barbian merkt man ihr hohes Alter nicht an – sie ist noch ausgesprochen rüstig und hellwach im Kopf. Stolz zeigt sie ein Foto von sich mit einem riesigen Blumenstrauß, während sie im Herrgottswinkel ihrer holzvertäfelten Stube sitzt. Mit ihrer warmherzigen Art erzählt sie, dass sie den Strauß als Dankeschön für „ihren Doktor Spizzo“ selbst gebunden hatte. Sie würde ihm bei jeder Visite im Krankenhaus Brixen Blumen aus ihrem Garten mitbringen. Denn, dass es ihr wieder so gut geht, dass sie daheim auf ihrem Hof leben und sich an ihren geliebten Blumen und Sträucher erfreuen kann, habe sie ihm zu verdanken. Ihre Nichte Erika pflichtet dem bei. Sie hilft ihrer „Nanndl“ regelmäßig, besorgt ihre Medikamente und begleitet sie zu den Untersuchungen.

Letzten Oktober, erinnern sich beide, hatte Anna Schweigkofler starke Schmerzen, sie fühlte sich schwach und litt an Appetitlosigkeit. Im Krankenhaus Brixen wurde festgestellt, dass sie einen Lungentumor hatte und sich in ihrer Lunge eine große Menge an Wasser gebildet hatte. Nachdem ihre Lunge entwässert worden war, konnte sie nach einigen Tagen wieder nach Hause entlassen werden. Bald schon verschlechterte sich ihr Zustand wieder und sie musste erneut ins Krankenhaus. Anna Schweigkofler war sich sicher, dass sie im kommenden Frühjahr nicht mehr erleben würde, wie ihre Blumen blühten.

Mit der neuen Therapie wieder richtig aufgeblüht

Im Krankenhaus Brixen wurde die Patientin wieder behandelt und genau untersucht. Die Zeit war für sie nicht einfach. Zu allem Überfluss erkrankte sie auch an Corona und sie hatte große Sehnsucht nach zu Hause. Der Onkologe des Südtiroler Sanitätsbetriebes Gilbert Spizzo hatte mittlerweile festgestellt, an welcher Art von Lungentumor seine Patientin, die sich trotz ihres ernsten Zustandes durch einen großen Lebenswillen auszeichnete, erkrankt war. Er war der Meinung, dass es sich lohnen würde, eine sogenannte Target-Therapie mit einem Medikament zu beginnen, mit deren Hilfe das defekte Gen des Tumors gezielt ausgeschaltet würde.

„Ich sage immer, die Pillen sind mein Schatz, denn sie haben mir sofort geholfen“, so Anna Schweigkofler. Das Medikament müsse sie jeden Tag genau zur gleichen Uhrzeit einnehmen. Die „Nanndl“ sei mit der neuen Therapie wieder richtig aufgeblüht, erzählt Erika. Glücklicherweise hatte sie keine der gefürchteten Nebenwirkungen und mit jedem Tag ging es ihr besser. Es war für die gesamte Familie wie ein Wunder. Bei der letzten Magnetresonanztomographie konnte man sogar sehen, dass der Tumor zurück gegangen war. Die alte Bäuerin las nun wieder jeden Tag die Zeitung und hörte im Radio den Gottesdienst. Sie konnte sogar wieder einfache Arbeiten, wie Geschirr spülen und das Aufräumen der Küche, verrichten. Vor allem verbrachte sie wieder viel Zeit in ihrem Garten bei ihren Blumen und Sträuchern.

„Ich bin sehr zufrieden“

Etwa alle vier Wochen fährt Erika mit ihrer Tante zu den Untersuchungen ins Krankenhaus Brixen. Im Day Hospital gehöre sie – trotz ihres fortgeschrittenen Alters – zu jenen Patientinnen, denen es am besten geht. „Ich bin sehr zufrieden“, betont die rüstige Patientin, „Ich muss nur Blutproben und Untersuchungen meiner Lunge machen und danach kann ich wieder heimfahren. Ich möchte Doktor Spizzo ausdrücklich ein großes „Vergelt’s Gott“ sagen.“ Danken möchte sie auch dem gesamten Team der Onkologie Brixen, das sie immer so nett aufnehme, ihrer Familie und allen Menschen, die sie unterstützen, so dass sie weiterhin daheim auf ihrem Hof leben kann. Denn, „daheim zu sein ist Goldes wert.“

Erika ist ebenfalls froh, dass es ihrer „Nanndl“ jetzt so gut geht. Sie hatte als uneheliches Kind eine harte Kindheit gehabt und auch später im Leben immer schwer arbeiten und einige Schicksalsschläge hinnehmen müssen. Umso schöner sei es, dass ihre Tante mit der neuen Therapie wieder das Leben inmitten ihres Blumenparadieses genießen kann.

Von: mk

Bezirk: Eisacktal