Betrugsskandal um Hausverwalterin aus Bozen

Eine Mio. Euro verschwunden – Vertrauen zerstört

Freitag, 26. Juni 2026 | 09:55 Uhr

Von: luk

Bozen – Eine ehemalige Kondominiumsverwalterin aus Bozen soll über einen Zeitraum von rund zehn Jahren mehr als eine Million Euro veruntreut haben. Betroffen sind laut der Zeitung Alto Adige mindestens sechs bis sieben Wohnanlagen in Bozen, am Karerpass und im Fassatal.

Die 60-Jährige soll Gelder, die für Betriebskosten und Instandhaltungsarbeiten bestimmt waren, für private Luxus-Ausgaben verwendet und teils auf Konten von Angehörigen überwiesen haben. Um die Unterschlagungen zu verschleiern, sollen Geldbeträge zwischen den Konten verschiedener Mehrfamilienhäuser verschoben sowie gefälschte Kontoauszüge und Abrechnungen erstellt worden sein. Dabei profitierte die Beschuldigte davon, dass viele der Wohnungen als Ferienwohnungen genutzt wurden und die Eigentümer außerhalb der Provinz lebten.

Aufgedeckt wurde der mutmaßliche Betrug erst, als Versorgungsunternehmen wegen ausbleibender Zahlungen Leistungen einstellten – etwa die Heizung abgedreht wurde – und neue Verwalter die Buchhaltung überprüften. Allein in einem Kondominium im Fassatal sollen rund 240.000 Euro fehlen, in einer Wohnanlage am Karerpass weitere 315.000 Euro.

Die Beschuldigte ist inzwischen untergetaucht und erschien zuletzt nicht mehr vor Gericht. Das Landesgericht Bozen hat die Versteigerung ihrer Immobilien in Bozen und Welschnofen angeordnet. Zudem droht ihr ein Strafverfahren. Medienberichten zufolge soll sie sich möglicherweise in der Toskana aufhalten.

Bezirk: Bozen

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