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Bozen/Kalch – Alex Schwazer verzichtet auf die für den 6. Juli in Köln angesetzte Analyse der B-Probe. Das teilte der Olympiasieger über sein Presseteam mit. Ausschlaggebend für die Entscheidung war die Mitteilung der deutschen Anti-Doping-Agentur NADA, wonach eine zusätzliche Rest-Urin-Probe nicht untersucht werden soll.
Bei dieser sogenannten “dritten Probe” handelt es sich um Rest-Urin derselben Dopingkontrolle vom 26. April 2026, der nach Angaben von Schwazer nach der Kontrolle aufbewahrt worden war. Die NADA begründete die Ablehnung damit, dass eine Analyse dieser Probe nicht den Vorgaben des Welt-Anti-Doping-Codes entspreche und keine lückenlose Dokumentation der Aufbewahrung („Chain of Custody“) vorliege.
Schwazer hatte die Öffnung der B-Probe ausdrücklich an die Bedingung geknüpft, dass auch die Rest-Urin-Probe untersucht wird. Nachdem dies nicht erfolgt, verzichtet er nun auf die Gegenanalyse. Bereits bei einer Pressekonferenz in Bozen hatte er angekündigt, diesen Schritt zu setzen, falls die zusätzliche Probe nicht berücksichtigt werde.
In der Mitteilung begründet Schwazer seinen Verzicht zudem mit fehlendem Vertrauen in die Kontrollen. Dabei verweist er auf die Ereignisse rund um seinen Dopingfall aus dem Jahr 2016 und auf frühere gerichtliche Feststellungen des Landesgerichts Bozen zu den damaligen Urinproben.
Sein Anwalt Gerhard Brandstätter erklärte, die Untersuchung der Restprobe wäre aus seiner Sicht entscheidend gewesen, da sie aus demselben Urin stamme wie die offiziell entnommenen Proben. Die Analyse der B-Probe würde seiner Einschätzung nach keine neuen Erkenntnisse bringen. Brandstätter kündigte zudem an, die Unterlagen zur A-Probe anzufordern und weitere rechtliche Schritte zum Schutz seines Mandanten zu prüfen.
Wie aus den Unterlagen der NADO Italia hervorgeht, wurde gegen Schwazer inzwischen eine vorläufige Sperre verhängt. Der italienische Leichtathletikverband teilte mit, diese Maßnahme gemäß den geltenden Anti-Doping-Bestimmungen übernommen zu haben. Weitere Stellungnahmen zum Fall werde der Verband nicht abgeben.




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