Verantwortungsbewusst handeln – ein Kommentar

Einer genügt, um Dutzende ins Unglück zu stürzen

Donnerstag, 23. Juli 2020 | 10:05 Uhr

Venedig/Bozen – Venetien gilt international als Beispiel einer erfolgreichen Eindämmung der Coronaepidemie. Früh durchgesetzte „Rote Zonen“ und eine große Anzahl von Tests haben geholfen, Infektionsketten zu unterbrechen, und wesentlich dazu beigetragen, ein Corona-Desaster wie in der Lombardei zu verhindern.

Bald hofften die fleißigen Venezianer, ihre Wirtschaft wieder in Schwung zu bringen können. Aber mitten in ihren Bemühungen auf dem Weg zur Normalität und gerade dann, als unsere Nachbarn glaubten, das Schlimmste hinter sich zu haben, platzte die Nachricht von einem positiv getesteten Mann, der lieber zur Arbeit, zur Geburtstagsfeier und zur Beerdigung gegangen war, als sich in die Quarantäne zu begeben.

ANSA/FACEBOOK LUCA ZAIA

Der Mann, gegen den inzwischen ermittelt wird, sah seinen Fehler ein. Vorher hatte er aber bereits mehrere, nichts ahnende Personen angesteckt und Dutzende weitere dazu gezwungen, sich in Quarantäne zu begeben. Der entstandene finanzielle und „epidemiologische“ Schaden steht derweil noch nicht fest. Er dürfte aber – alle Test- und Personalkosten mit eingerechnet – mehrere 100.000 Euro betragen, wobei der gewiss nicht kleine Imageschaden für Venetiens Wirtschaft noch nicht einmal berücksichtigt wird.

Das Beispiel aus unserer Nachbarregion zeigt, dass eine verantwortungslose Person genügt, um einen Corona-Hotspot zu erzeugen und sowohl die Eindämmungsmaßnahmen der Gesundheitsbehörden als auch das verantwortungsvolle Handeln vieler einfacher Bürger zunichtezumachen. 

Dem Schreiber dieser Zeilen überkam bereits damals – vor drei Wochen – das Gefühl, dass ein ähnlicher Fall wie in Venetien auch bei uns passieren könnte. Ohne Ermittlungen und gerichtlichen Urteilen vorgreifen zu wollen, scheint auch bei uns ein großer Schaden für die Allgemeinheit auf das verantwortungslose Handeln eines Einzelnen zurückzugehen.

Carabinieri

Das strenge Gebot, alle Corona-Schutzmaßnahmen einzuhalten, hat weiterhin seine Gültigkeit. Vollkommen zu Recht raten die SVP-Landtagsmandatare dazu, große Vorsicht walten zu lassen: „Wie wir in anderen Ländern sehen können, führt ein zu lascher Umgang mit den Schutzmaßnahmen zu einem raschen Wiederanstieg der Infektionen und damit zur Gefahr einer zweiten Welle.“

Wir können uns weder eine Gesundheitsgefährdung der Allgemeinheit noch eine durch Negativschlagzeilen eingebremste Wirtschaft leisten – und einen Lockdown noch viel weniger. Wir alle müssen verantwortungsbewusst handeln, denn einer genügt, um Dutzende ins Unglück zu stürzen.

Von: ka

Bezirk: Bozen

Kommentare

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19 Kommentare auf "Einer genügt, um Dutzende ins Unglück zu stürzen"


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Ars Vivendi
Ars Vivendi
Superredner
14 Tage 5 h

Ich finde, dass Italien als völlig unvorbeitetes und in Europa am härtesten getroffenes Land, die Herausforderungen von Corona sehr gut gemeistert hat. Natürlich trifft der Lockdown viele Menschen und Betriebe finanziell massiv und sie benötigen dringend und schnell Hilfe. Aber gab es denn wirklich Aternativen ? Es ging und geht noch immer zuerst um Menschenleben !!

Missx
Missx
Kinig
14 Tage 4 h

@ars
Nein, es geht eben nicht imer zuerst um Meschenleben – siehe Hungersterblichkeit.
Bitte denken, bevordu etwas schreibst.

Ars Vivendi
Ars Vivendi
Superredner
14 Tage 3 h

@Missx..eigentlich eine Selbstständigkeit, zuerst zu denken, und dann zu kommentieren. Gilt das auch für dich ? Habe von Italien geschrieben. Wieviele sterben dort an Hunger ? Was du meinst, ist eine menschliche Katastrophe, aber nicht Thema meines Kommentars.

Ars Vivendi
Ars Vivendi
Superredner
14 Tage 3 h

@Missx…ich habe auch schlecht geschlafen, aber bin trotzdem gut aufgelegt. Das Wetter ist ein Traum, bin erneut “negativ” getestet und morgen geht’s für ein paar Tage “arbeiten” nach Südtirol. Ciao, man sieht sich, vielleicht…….😘

Mezcalito
Mezcalito
Tratscher
14 Tage 3 h

Die Gesundheit und Menschenleben interessieren keinen Staat. Rauchen, Alkohol, Zucker alles kein Problem. Rotstift in der Sanität wo es geht. Hauptsache Geld

Ars Vivendi
Ars Vivendi
Superredner
14 Tage 18 Min

@Mezcalito…mein Kommentar bezieht sich auf die Maßnahmen, die zum Schutz von Leib und Leben gegen das Coronavirus ergriffen wurden. Lesen bildet, meint auch @Missx, und der glaube ich, ist sie doch von hier. 😜

Mezcalito
Mezcalito
Tratscher
13 Tage 17 h

@Ars Vivendi
und mein Kommentar bezog sich auf deine Gutgläubigkeit der Obrigkeit gegenüber…

Ars Vivendi
Ars Vivendi
Superredner
13 Tage 16 h

@Mezcalito..erkläre mir doch bitte, wie du aus meinem Kommentar auf “Gutglaubigkeit gegenüber der Obrigkeit schließt

falschauer
13 Tage 3 h

@Mezcalito …rauchen, alkohol, zucker usw sind im gegensatz zum corona virus nicht ansteckend, diesbezüglich entscheidet jeder für sich selbst was er seinem körper antut möchte, das ist wohl verständlich oder?….das virus hingegen wird durch das fehlverhalten des infizierten an unverschuldete übertragen und das ist ein großer unterschied zum rauchen und trinken

Ars Vivendi
Ars Vivendi
Superredner
13 Tage 3 h

@falschauer..👍super, aber auch verwunderlich, dass man so etwas noch erklären muss.

Faktenchecker
Faktenchecker
Universalgelehrter
15 Tage 20 h
Lana77
Lana77
Superredner
15 Tage 3 h

Hear decht mol auf mit den Geplärre. Seit der erstn Lockerung werd olm wieder profezeit dass woas Gott wos passiert, die Infiziertn steign, die nägste Schliesung kimp! Und wos isch bis iats passiert ? GOR NIX ! 🤦🏻‍♂️

M_Kofler
M_Kofler
Superredner
14 Tage 3 h

Stimmt, die Lockerungen in den USA waren superlativ, da haben sie alles richtig gemacht und so wie du gedacht: alles übertrieben, wird schon werden! und jetzt stehen sie da wo sie stehen dank der zu offenen lockerungen!

vorher hin und wieder in sich gehen und überlegen, ob das gesagte überhaupt sinn macht!
aber die gwhts ja darum, jene personen die covid ernst nehmen und auf andere schauen, zu beleidigen und sie ins lächerliche zu ziehen! tolle gesprächskultur, alle achtunf

Andreas1234567
Andreas1234567
Superredner
15 Tage 18 h
Hallo @Ka (Kommentator), man muss schon noch erwähnen der Fall aus Venetien war aus Bosnien importiert und ist überwiegend unter den dortigen Bosniaken weiterverteilt worden. https://www.suedtirolnews.it/italien/corona-regeln-werden-im-veneto-wieder-verschaerft Der “Gadertaler Fall” hat offensichtlich keinen Brandherd ausgelöst obwohl so ziemlich alles falsch gemacht worden ist. Scheinbar wird die Meterrregel unbewusst eingehalten und es passt. Die Selbstgeisselung in Südtirol ist komplett unangebracht, ich würde mir einen Kommentar wünschen wo Lockerungen gefordert werden angesichts der seit Wochen um bei 0 liegenden Infektionszahlen. Masken weg in allen Aussenbereichen zum Beispiel. Richtig mutig war Südtirol beim “Meterabstand” seit dem 9.6, das ist europaweit eines der grosszügigsten Abstandsregeln,… Weiterlesen »
Storch24
Storch24
Universalgelehrter
14 Tage 16 h

Natürlich ist es irgendwann Sch… immer dasselbe.
Natürlich ist es schön Ohne Maske, mit dem obligatorischen 1 Meter Abstand spazieren zu gehen. Aber wenn die Stadt überfüllt ist, und man keinen Meter Abstand garantieren kann, soll bitte jeder, auch Tourist, die Maske umbinden. Ansonsten auf der Alm bleiben. Dies aus Respekt dem Gastland gegenüber (wenn man schon keinen Respekt dem anderen gegenüber hat)

Ars Vivendi
Ars Vivendi
Superredner
14 Tage 5 h

@Storch24…👍 nicht die von Vielen als “eingeschränkt” empfundene Freiheit ist das Problem, sondern der Egoismus und fehlende Respekt gegenüber den Anderen. Es sind die wegen Corona beschlossenen Maßnahmen, die uns alle wieder Licht am Ende des Tunnels sehen lassen.

Mezcalito
Mezcalito
Tratscher
14 Tage 21 h

Der Eine war unverantwortlich, aber ins Unglück=Quarantäne hat uns die hysterische Politik gestürzt.
und dann war er nicht mal mehr infektiös…

Ars Vivendi
Ars Vivendi
Superredner
15 Tage 20 h

Es ist der Egoismus und Starrsinn “Einzelner”, unter dem möglicherweise Viele leiden müssen. Aber nicht nur im Bereich der Gesundheit. Denn für den Tourismus negative “Schlagzeilen” kann man auch hier fast täglich lesen.

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