Große Trauer, aber auch Unverständnis

“Er hat seinen Traum gelebt: Wer bin ich, um darüber zu richten?”

Donnerstag, 18. August 2016 | 17:25 Uhr

Leifers/Lauterbrunnen – An einer Felswand im schweizerischen Lauterbrunnen endete das Leben des inzwischen weltberühmt gewordenen Südtiroler Basejumpers Uli Emanuele (30).

Die Bestürzung und Trauer über das tragische Unglück ist nicht nur hierzulande groß. Auch die Basejumper-Szene gibt sich betroffen.

Auf der Facebook-Seite des Leiferers meldeten sich viele zu Wort, die ihre Trauer zum Ausdruck bringen. So meinten etwa die „Jochroppen Ridnaun“ (Paragliding Club):

Unfassbar…Uli, wir sind zutiefst erschüttert! Ruhe in Frieden! Guten letzten Flug!! Allen Angehörigen und Freunden ein aufrichtiges Beileid!“

Ein anderer User schreibt:

Continuerai a volare. Solo ancora più in alto. Riposa in pace Ema.

 

Doch es gibt auch eine andere Sicht der Dinge: Manche meinen, Uli Emanuele habe mit seinem Leben gespielt und den Tod gesucht. Extremsportler wären generell schon mit einem Fuß im Grab.

Man kann natürlich diese Gedanken hegen, doch Vittorio Emanuele Iervolino, der ebenfalls auf Facebook einen Kommentar zum Tod von Uli abgegeben hat, kommt letztendlich zu einem ganz anderen Schluss.

Auch er wollte in seinem Post die Wahl der Sportart kritisieren, doch nach dem Lesen der vielen Kommentare habe er innegehalten und sich besser über Uli Emanuele und seine Leidenschaft informiert.

Schließlich habe er begriffen, dass der Basjumper seinen Traum gelebt hat. „Wer bin ich, um darüber zu richten?“, fragt Vittorio Emanuele Iervolino. Er habe eingesehen, um was es Uli Emanuele gegangen ist. „Ich muss dir zu dem freien Geist, der du sein konntest, gratulieren.“

Nachfolgend der Post in Originalfassung:

Ero venuto a lasciare il solito commento << se l’è cercata >>. Ovviamente non lo conoscevo e non posso dire nulla del regazzo. Ma avevo tanta rabbia per chi ha scelto uno sport pericoloso quando invece molti bambini del reparto di oncologia di Napoli (che ho conosciuto per tanti anni di volontariato) non fanno scelte… e anzi… stavo quasi per scrivere… non curante di essere troppo superficiale e di sparare troppo facilmente facili sentenze. Mi sono così fermato a leggere i tantissimi commenti di chi a differenza mia gli era vicino… ho guardato le foto… i video sul suo canale youtube… ed è sopraggiunta l’ammirazione per un ragazzo che ha realizzato il suo sogno. Scrivo meglio… che ha avuto il coraggio di realizzare il suo sogno. Chi sono io per giudicare ? Sono rimasto un bel pò su questo profilo e non vi nascondo che questa foto mi è entrata nel cuore… si respira aria di liberà, di leggerezza. Questa mattina ero un coglione tra tanti che poteva pensarla in maniera molto diversa… dopo qualche ora ho “conosciuto” un pò di più il vostro Emanuele e come molti… provo una profonda tristezza. A questo punto non mi resta che salutarti… farti i complimenti per lo spirito libero che sei stato e ti do un arrivederci, magari avemo modo di conoscerci quando sarà. un nuovo ammiratore.

Bildschirmfoto 2016-08-18 um 17.23.40

Von: luk

Bezirk: Bozen

Kommentare

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14 Kommentare auf "“Er hat seinen Traum gelebt: Wer bin ich, um darüber zu richten?”"


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nixischfix
Grünschnabel
1 Monat 10 Tage

viele werden sich denken “solche Spinner” aber nicht nur weil er diese faszinierende Sportart ausgeübt hat, sondern weil viele dieses Lebensgefühl wie er es gelebt hat nicht erleben. Egal was jemand macht, ob Basejumping, Skitouren, Klettern und noch vieles mehr, er hat meinen vollen Respekt! Die Leidenschaft zu diesem Sport hat sein kurzes Leben geprägt!
Den Angehörigen ein aufrichtiges Beileid!

ando
Tratscher
1 Monat 10 Tage

….seine entscheidung, sein schicksal, SEIN LEBEN. keiner hat das recht auf irgendeiner weisse darüber zur urteilen.

dass er auf ewig seine ruhe finden möge!

Ninni
Tratscher
1 Monat 10 Tage

@ando
So ist es. Danke für die guten Worte.

typisch
Neuling
1 Monat 9 Tage

@ando und seine trauernde familie u angehörige

l OneManArmy l
Grünschnabel
1 Monat 10 Tage

mir kimmp ollm fir dei abendteuer werden zu einer art routine und die extremsportler verlieren den respekt vor der gefahr

Staenkerer
Superredner
1 Monat 9 Tage

jo, u. um der routine zu entkonnen werds nor extremer u. mit jedem geglückten extremunterfongen schwindet es bewußtsein der gefahr .. bis a des wieder routine werd!
schod um olle de an der eigenen herausforderung so tragisch scheitern!

elmar
Grünschnabel
1 Monat 10 Tage

Ich bin der Meinung jeder hat das Recht über sich und sein Leben zu entscheiden solange andere nicht auch in Lebensgefahr gebracht werden das war bei diesen großartigen Menschen und Sportler nicht der Fall also lasst in ruhen in Frieden

Tante Mitzi
Neuling
1 Monat 10 Tage

Respekt von deinem Lebenstraum, Rip

Staenkerer
Superredner
1 Monat 10 Tage

es isch nit der toten der jetz leidet er hot sich seinem traum hingebn! es sein jetz de hinterbliebenen de leiden und um in trauern.

marsmaennchen
Grünschnabel
1 Monat 9 Tage

Auch ich habe mir gedacht, was für ein verschwendetes Leben, als ich von der Nachricht hörte. Aber es mir wie dem Herrn Iervolino ergangen: Je mehr Kommentare ich gelesen habe, umso mehr hat sich meine Meinung geändert. Wir haben nicht das Recht, über ihn zu urteilen, wir kennen seine Sportart nicht, sein Leben und seine Leidenschaft auch nicht. Es bleibt nur zu kondolieren. RIP

Staenkerer
Superredner
1 Monat 9 Tage

mich zogs in uferlosen raum,
hab gelebt für diesen traum
adlergleich in lüften zu schweben,
ließen mich der lieben sorgen übersehen!
erfolg ließ mich die angst besiegen,
aplaus ließ mich noch höher fliegen,
ließ erfüllung mir und freiheit geben
ließ mich die bange worte der lieben überhöhren!
denn, nur ich bestimme wann, wo, wie weit,
bis das schiksal rief, komm freund, wir fliegen weit,
es wird deinen flug in die ewigkeit!
den letzlich bestimme ich wie weit du kannst gehn …
sieh! nun deine lieben weinend am grabe stehn ..

limes1
Neuling
1 Monat 9 Tage

ich bin mir ziemlich sicher dass jeder der einen sport ausübt ob extrem oder nicht sich den gefahren bewusst ist. es ist schade un das junge leben aber er hat eins gelebt im Gegensatz zu vielen anderen.

Staenkerer
Superredner
1 Monat 9 Tage

wor sicher ba den bua so! i kenn an extrembergsteiger der, auf risiko u. gefahr ungsprochn, ollm ontwortet:” maaaa, des isch nit gfährlich, woasch, i bin guat, i woas wos i tua ..” hot übrigens a guter bekonnter vor jahren a gsog, als i ihn vor seiner allerletzten mototour zur vorsicht gemahnt honn “… mir konn nix passiern, i woas wos i tua ..” der bam hots onders gsechn!

Tantemitzi
Grünschnabel
1 Monat 9 Tage

Schlimm! Ruhe in Frieden.

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