Schlussstrich vor Gericht

Fall Adan: Keine Schuldigen

Mittwoch, 07. April 2021 | 12:25 Uhr

Bozen – Zum Tod des 13-jährigen Flüchtlingsjungen Adan Hussein sind nun die Strafverfahren gegen die beiden letzten verbliebenen Ärztinnen eingestellt worden. Aus strafrechtlicher Hinsicht ist damit niemand für den Tod verantwortlich. Die Staatsanwaltschaft hatte bekanntlich Mitt März die Einleitung des Hauptverfahrens wegen fahrlässiger Tötung beantragt, da es offenbar einen Diagnosefehler gegeben  hat.

Vorverhandlungsrichterin Carla Scheidle wollte die beiden Ärztinnen vor dem Fällen einer Entscheidung persönlich anhören. Dieses Treffen fand laut der Tageszeitung Alto Adige gestern statt. Die Medizinerinnen schilderten ihre Sicht der Dinge und erklärten, alles in ihrer Macht Stehende getan zu haben, um das Leben des 13-Jährigen zu retten. Die Schilderungen überzeugten am Ende auch die Staatsanwaltschaft. Sie wich von ihrer Forderung ab und beantragte einen Freispruch.

Der Fall hatte vor 3,5 Jahren für großes Aufsehen gesorgt. Die kurdische Flüchtlingsfamilie ist am 1. Oktober 2017 in Bozen eingetroffen und lebte dort für einige Tage im Freien. Am 6. Oktober nahm das Drama dann seinen Lauf: Der Flüchtlingsbub litt an einer Muskeldystrophie des sehr seltenen Typs Duchenne. Bei einem Sturz aus dem Rollstuhl hatte er sich die Oberschenkel gebrochen. Adan wurde ins Bozner Spital gebracht, wo er bereits vorher aufgrund von Atemproblemen behandelt worden war.

Am 7. Oktober starb Adan – laut Autopsie – infolge einer massiven Fettembolie. Fettgewebe war nach dem Knochenbruch freigesetzt worden und bis zur Lunge gelangt.

 

Von: luk

Bezirk: Bozen

Kommentare

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2 Kommentare auf "Fall Adan: Keine Schuldigen"


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Trina1
Trina1
Universalgelehrter
15 Tage 22 h

Adan, jetzt kannst du ruhen in Frieden 🙏

Anduril61
Anduril61
Tratscher
15 Tage 20 h

Traurig ist dass aus jedem dramatischem Ereignis versucht wird Kapital zu schlagen….wie auch beim Schwimmbadunfall, oder wer bezahlt all die medizinischen Einsätze bei Obdachlosen oder Migranten, würd sagen der Sozialstaat wird leider immer ausgenützt, wen wunderts wenn in der Sanität die Millionen fehlen in diesen Zeiten. Verstehe jeden Top Verdiener wenn er seine hart verdienten Sesterzen in ein Steuerparadies in Sicherheit bringt oder gleich seinen Wohnsitz nach Monaco oder Dubai verlegt…🤔🤔🤔

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