Untersuchung der Staatsanwalschaft

Gefälschte Sprachzertifikate: Weitere fünf Ärzte unter Verdacht

Donnerstag, 04. Dezember 2025 | 12:54 Uhr

Von: mk

Bozen – Bereits vor mehreren Monaten hat das Amt für Landessprachen die Kontrollen der Anerkennungsanträge zur Erlangung des Zweisprachigkeitsnachweises verschärft. Anlass hierfür waren mehrere zu Jahresbeginn bekannt gewordene Fälle gefälschter Sprachzertifikate. Nun wurden im Sanitätsbetrieb erneut Unregelmäßigkeiten festgestellt.

Wie die Staatsanwaltschaft mitteilt, haben die Kontrollen im Sanitätsbetrieb bereits zur Entlassung einiger Ärzte und Krankenpfleger geführt.

Der Zweisprachigkeitsnachweis ist in Südtirol Voraussetzung für eine unbefristete Anstellung im öffentlichen Dienst. Er kann seit dem Jahr 2010 auch durch anerkannte internationale Sprachzertifikate, Studientitel und durch Ablegung einer einsprachigen Prüfung in der nicht-zertifizierten Sprache erworben werden.

In einer Mitteilung der Staatsanwaltschaft heißt es wörtlich:

In Bezug auf die Ermittlungen zu gefälschten Sprachzertifikaten wird Folgendes mitgeteilt:

Es sind eingehende Kontrollen seitens der ordentlichen Gerichtsbehörde und seitens des Rechnungshofs im Gange. Sie werden von der wirtschafts- und finanzpolizeilichen Einheit der Finanzwache gegenüber öffentlichen Bediensteten durchgeführt, die gefälschte Sprachzertifikate vorgelegt haben sollen, um den Zweisprachigkeitsnachweis zu erlangen, der in der Autonomen Provinz Bozen für eine unbefristete Anstellung im öffentlichen Dienst erforderlich ist.

Ausgelöst wurden die Ermittlungen durch Meldungen des Amtes für Landessprachen. Die festgestellten Unregelmäßigkeiten haben in letzter Zeit beim Südtiroler Sanitätsbetrieb bereits zur Entlassung einiger Ärzte bzw. Ärztinnen und Krankenpfleger bzw. Krankenpflegerinnen geführt.

Heute Vormittag hat die Finanzwache Verfügungen ausgeführt, die von der Staatsanwaltschaft beim Landesgericht Bozen und von der Staatsanwaltschaft beim Rechnungshof erlassen worden sind, um zu prüfen, ob weitere Fälle von gefälschten Sprachzertifikaten vorliegen. Eine erste Überprüfung hat Unregelmäßigkeiten in Bezug auf fünf Ärzte bzw. Ärztinnen der Notaufnahme und der Abteilung Anästhesie- und Intensivmedizin des Bozner Krankenhauses ergeben.

STF reagiert schockiert

Die Süd-Tiroler Freiheit zeigt sich schockiert und fordert endlich ein entschlossenes Vorgehen der Landesregierung. Die Zweisprachigkeitspflicht sei einer der zentralen Pfeiler von Südtirols Autonomie. Wer sich mit gefälschten oder erkauften Sprachzertifikaten öffentliche Stellen erschleiche, unterlaufe nicht nur die Spielregeln des Landes, sondern nehme bewusst in Kauf, dass die Rechte der deutschen Bevölkerung verletzt werden, erklärt der Landtagsabgeordnete Sven Knoll.

Bezirk: Bozen

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