Von: apa
Der Dienstagmittag vermutlich wegen eines Blitzschlags ausgebrochene größere Waldbrand oberhalb von Wildermieming in Tirol (Bezirk Innsbruck-Land) hat auch am Mittwoch viele Einsatzkräfte auf Trab gehalten. Das Feuer selbst war bereits gelöscht worden, doch war man noch dabei, Glutnester auf der betroffenen Fläche umzugraben und gezielt zu beseitigen, sagte Bezirksfeuerwehrkommandant Thomas Reiner zur APA am frühen Abend. Die Arbeiten würden am Donnerstag fortgesetzt.
Im Laufe des Mittwochs waren zum ersten Mal auch “Bodentrupps” im Einsatz. Aufgrund des unwegsamen, nur schwer zugänglichen und sehr steilen Geländes mussten die Einsatzkräfte mit Hubschraubern zu der betroffenen Fläche im Ausmaß von acht bis zehn Hektar geflogen werden, berichtete Reiner. Parallel dazu werde auch aus der Luft weiter gelöscht. Nach einem Drohnenflug samt Wärmebildkamera am Donnerstag um 6.00 Uhr früh würden jedenfalls eine Stunde darauf die Arbeiten fortgesetzt. Und dann werde man sehen, ob letztlich “Brand aus” gegeben werden könne. Im Einsatz standen am Mittwoch rund 80 Kräfte von Feuerwehr, Bundesheer, Bergrettung, Rettung, Polizei sowie der Gemeindeeinsatzleitung. Am Vortag waren es noch 155 Helfer gewesen. Seit Dienstagnachmittag war jedenfalls auch das Bundesheer im Rahmen eines Assistenzeinsatzes in Wildermieming zugegen: Ein Transporthubschrauber Agusta Bell 212, ein AW169 “Lion” sowie ein S70 “Black Hawk” wurden aufgeboten.
In die Karten spielte den zahlreichen Einsatzkräften zunächst der in der Nacht eingesetzte sowie Mittwochvormittag noch andauernde Regen. Die Gemeinde Wildermieming sprach dahingehend in einer Aussendung von einer “spürbaren Entspannung” der Lage. Das Feuer hatte bereits am frühen Dienstagabend weitgehend eingedämmt werden können.
Keine Gefahr für Bevölkerung
Seinen Ausgang hatte der Großeinsatz mit einer dichten Rauchsäule genommen, die sich im Bereich des sogenannten “Grießlehn” ausgebreitet hatte. Zuvor war ein Gewitter über Wildermieming gezogen, deshalb nahm die Polizei auch einen Blitzschlag als Ursache für die Flammen an. Eine dahin gehende genaue Abklärung war aber noch im Gange. Die Gemeinde appellierte an die Bevölkerung, das Gebiet großräumig zu meiden sowie die Zufahrtswege freizuhalten. Durch den Flugverkehr kam es zu einer großräumigen Absperrung. Dies betraf auch einen beliebten Wanderweg über dem Waldbrandgebiet. Eine Gefahr für die Bevölkerung bestand nicht, die Flammen wüteten weitab von besiedeltem Gebiet.
Waldbrand im Unterland
Unterdessen brach Dienstagabend auch ein Waldbrand in Breitenbach am Inn im Tiroler Unterland (Bezirk Kufstein) aus, wenngleich offenbar ein solcher kleineren Ausmaßes. Das Feuer wurde in äußerst unzugänglichem Gelände auf etwa 1.300 Metern Höhe, oberhalb von mehr als 50 Grad steilen Felsschrofen, lokalisiert. Ein groß angelegter Löscheinsatz unter Beteiligung vieler Feuerwehren der Umgebung war die Folge, berichtete die Polizei. Auch Drohnen kamen zum Einsatz. Vier Löschflüge wurden zunächst durchgeführt. Gegen 21.30 Uhr musste der Einsatz wegen der einbrechenden Dunkelheit jedoch vorerst unterbrochen werden, um 5.00 Uhr wurde er wieder aufgenommen. Die Flammen breiteten sich auf etwa 900 bis 1.000 Quadratmetern aus. Die Brandursache blieb vorerst offen, man nahm aber auch hier einen Blitzschlag an.
Einen kleinen Waldbrand verzeichnete man kurz nach 16.00 Uhr auch in Matrei in Osttirol. Im Ortsteil Kienburg brannte ein Wurzelstock sowie der umliegende Waldboden. Als Ursache für das Feuer werde auch hier ein Blitzschlag vermutet. Die Brandstelle befand sich in einem steilen und schwer zugänglichen Waldstück, rund 400 Höhenmeter oberhalb des Tales. Auch hier bot man, neben der Freiwilligen Feuerwehr, einen Polizeihubschrauber und eine Drohne auf. Gegen 19.30 Uhr wurde schließlich “Brand aus” gegeben.




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